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So 22.11. | 11:20 - 11:50 | arte
Badehäuser
Takara-yu
Die japanische Badekultur spielt sich seit Jahrhunderten in Sentos ab - in Badehäusern im öffentlich-urbanen Raum. Private Badezimmer gab es in Tokio früher kaum, weil man Angst hatte, dass das Erhitzen von Badewasser zu Wohnungsbränden führen könnte. Eines der bekanntesten Badehäuser in Tokio heißt Takara-yu. 1927 eröffnet, wurde es nach einem Erdbeben 1938 am gleichen Ort im dörflichen Tokioter Viertel Adachi wiederaufgebaut. In der japanischen Hauptstadt erinnern die Sentos von außen an Tempel, nicht zuletzt das Ziegeldach ist an die Architektur eines Shinto-Schreins angelehnt. Im Umkleidebereich dominiert Holz als Material. In der Nasszelle sind es vor allem Fliesen in Pastelltönen, große Badebecken runden die Erscheinung ab. Die Decken sind hoch, damit die Luft zirkulieren kann. Ein weiteres Charakteristikum im Sento ist seit fast 100 Jahren das Landschaftsgemälde: Wasser muss auf diesen Bildern zu sehen sein, ebenso wie der Vulkan Fuji und eine Abbildung von Kiefern, die in der japanischen Kultur für Glück und Feierlichkeit stehen. Im Gegensatz zu den spirituell konnotierten Onsen, die auf der ganzen Welt bekannt sind, werden die Sentos nicht mit heißem Quellwasser gespeist. Sentos haben alltäglichen Reinigungscharakter und dienen der Hygiene. Darüber hinaus übernehmen sie auch die wichtige Funktion eines sozialen Treffpunkts in ihrem jeweiligen Viertel - vor allem für Tokios ältere Bevölkerung.
Dokumentationsreihe, D 2019
Regie: (Alexandra Hardorf)
Dauer: 30 min.
Kategorie: Dokumentationsreihe