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EHEC-Erreger spezifiziert - europaweit mehr als 800 Erkrankungen

Von nachrichten.at/apa   27. Mai 2011 09:45 Uhr

EHEC-Keim: Vor allem erwachsene Frauen betroffen

HAMBURG. Den Mikrobiologen des Hamburger Hygiene-Instituts ist es gelungen, den EHEC-Erreger zu spezifizieren: Es handle sich um den Serotyp O104, der in Deutschland sehr selten vorkomme.

„Vielleicht ist das die Erklärung für den Verlauf der Erkrankungen“, sagte Hamburgs Gesundheitssenatorin. Es gebe eine hohe Anzahl von Komplikationen.

Der Serotyp O104 ist in diesem Jahr in Österreich noch nicht nachgewiesen worden - weder bei Lebensmitteln, bei Tieren oder bei Menschen. „Wir haben den deutschen Ausbruchsstamm nicht in Österreich, sonst hätten wir Krankheitsfälle“, sagte Rendi-Wagner.

Erkrankungen in Europa

Die Gefahr durch das lebensfährliche EHEC-Bakterium ist noch längst nicht gebannt. „Von Donnerstag auf Freitag sind etwa 60 neue HUS-Fälle, also schwere Verläufe dieser EHEC-Infektion, dazugekommen“, sagte der Direktor des Robert-Koch- Instituts (RKI), Reinhard Burger, am Freitag. Binnen einer Woche wurden bereits rund 800 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert.

Schweden habe bisher zehn Erkrankungen, Dänemark vier, Großbritannien drei und die Niederlande eine gemeldet. Die meisten Krankheitsfälle im Ausland beträfen Reisende aus Deutschland. Die Kommission mahnte Personen, die kürzlich Deutschland besucht haben, bei blutigem Durchfall unverzüglich zum Arzt zu gehen.

In Hamburg wurden bis Donnerstag 66 Patienten stationär behandelt, sie haben das Hämolytisch-Urämische Syndrom (HUS) oder zumindest bestand der Verdacht darauf. HUS ist eine schwere Verlaufsform der durch EHEC ausgelösten blutigen Durchfälle, bei der giftige Stoffwechselprodukte des Bakteriums zu Nierenschäden führen können. Die Betroffenen sind nach Angaben der Gesundheitssenatorin im Alter von neun bis 77 Jahren, davon 48 weiblich und 18 männlich.

Bis zum Freitag waren drei Frauen im Alter von 24, 83 und 89 Jahren aus nördlichen Bundesländern an der Krankheit gestorben. Die weitaus meisten Fälle gibt es in Hamburg. Dort könnte auch ein weiterer Todesfall auf eine EHEC-Infektion zurückgeführt werden. Ein 38-Jähriger wurde am Dienstag von der Feuerwehr tot in seiner Wohnung gefunden, nachdem sein Arbeitgeber ihn vermisst gemeldet hatte. Der Mann ist laut Obduktion an einer Durchfallerkrankung gestorben.

In Österreich scheint die deutsche EHEC-Epidemie nicht angekommen zu sein. Laut Gesundheitsministerium sind zu dieser Jahreszeit bis auf die von Lidl in Westösterreich ausgelieferten und schon zurückgezogenen Chargen vor allem österreichische Gurken im Handel. Bisher seien auch keine Krankheitsfälle in Österreich gemeldet wurden

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