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UNO-Friedensmission: Frankreich fordert Unterstützung von Österreich

Von nachrichten.at/apa   31. Oktober 2013 08:19 Uhr

Symbolbild
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WIEN/BANGUI. Frankreich wünscht sich im Falle einer UNO-Friedensmission in der Zentralafrikanischen Republik Beteiligung durch österreichische Soldaten.

"Wir sind überzeugt, dass Österreich mehr leisten könnte", erklärte der französische Botschafter in Wien, Stephane Gompertz. Es herrsche kein Mangel an Ressourcen - die Truppen seien "sehr gut ausgebildet". Es ist "nur eine Frage des politischen Willen", so Gompertz. Die momentane Situation in Zentralafrika bezeichnete der Diplomat als "katastrophal".

Erst am Dienstag hatte der UNO-Sicherheitsrat beschlossen, 250 Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik zu stationieren. Sie werden allerdings nur zum Schutz der UNO-Mitarbeiter und -Einrichtungen eingesetzt. Ob dieser Beschluss der Vereinten Nationen ein Zeichen für eine bevorstehende UNO-Mission sein könnte? "Es könnte ein politisches Anzeichen sein", Frankreich würde dies "sicher unterstützen, aber wir sind im Sicherheitsrat nicht alleine", betonte der Botschafter. Mit einer Entscheidung rechnete Gompertz im November. Derzeit sei aber die finanzielle Unterstützung der Truppen der Afrikanische Union (AU) dringender. 60 Millionen Euro seien notwendig, die EU hat ihre Unterstützung bereits zugesichert.

Eine Mission der Vereinten Nationen ist für Gompertz, seit fast zwei Jahren Botschafter in Wien, aber nicht zwingend notwendig. Die Situation müsse evaluiert werden und wenn man zum Schluss komme, dass die Truppen der AU gut genug vorbereitet und ausgebildet sind, sei es "natürlich besser, die Verantwortung den Afrikanern zu überlassen. Je mehr die Afrikaner die Lage selbst kontrollieren, desto besser". Frankreich wolle eine Verbesserung der Situation, ob durch Afrikanische Union oder UNO - "das ist uns egal", so der frühere französische Botschafter in Äthiopien.

Sollte es zu einem UNO-Einsatz kommen, würde Gompertz der österreichischen Regierung jedenfalls eine Beteiligung empfehlen - "darüber wären wir sehr glücklich und dankbar". Im Tschad ("United Nations Mission in the Central African Republic and Chad", MINURCAT) habe die Alpenrepublik bereits sehr gute Arbeit geleistet. "Auch für die Beteiligung in Mali (neun Personen im Rahmen der EU-Trainingsmission, Anm.) sind wir sehr dankbar", sagte er.

Das Engagement in der Region sei nicht nur eine "moralische Pflicht", sondern auch eine politische, humanitäre und sicherheitstechnische Frage. "Wir können die derzeitige Situation nicht dulden", strich der frühere Leiter der Afrikaabteilung im französischen Außenministerium hervor. Denn sie sei der ideale "Nährboden" für terroristische Gruppierungen.

Die Rebellenorganisation Seleka ("Allianz"), ein Zusammenschluss zweier Gruppen, die im März 2012 den damaligen Präsidenten Francois Bozize aus dem Amt putschte und seither mit Michel Djotodia den Interimspräsidenten stellt, treibe die Zerstörung der Strukturen im Land voran. Diese "Sicherheitsleere" könnten terroristische Gruppen für sich nutzen. "Wenn wir jetzt nicht handeln, könnten diese Gruppen später unsere Sicherheit, unsere Werte bedrohen", erklärte Gompertz. "Das ist nicht sicher, aber die Gefahr existiert."

Konflikte zwischen Christen und Muslimen

Gleichzeitig warnte Gompertz vor einem möglichen Ausweitung des religiösen Konfliktes in der Zentralafrikanischen Republik. Seit kurzem wird vermehrt Auseinandersetzungen zwischen Christen - etwa 50 Prozent der Bevölkerung - und Muslimen, die etwa zehn Prozent stellen, berichtet. Der Botschafter äußerte seine Sorge vor dem Einfluss der in Nigeria operierenden, radikal-islamistischen Sekte Boko Haram ("Westliche Erziehung ist verboten"), die auch in Zentralafrika "neues Feuer" legen könnte. "Wir wissen, dass sich Boko Haram für internationale Vernetzung interessiert", so Gompertz in Anspielung auf Kontakte der Terrorgruppierung zur Extremistenorganisation Al-Kaida im Islamischen Magreb (AQMI).

Instabilität in der Zentralafrikanischen Republik könnte zudem die gesamte Region negativ beeinflussen, insbesondere den Tschad und den Sudan, meinte der Franzose. Frankreich habe vor dem Risiko schon "sehr, sehr früh gewarnt". Aber die internationale Gemeinschaft habe sich "lange Zeit nicht dafür interessiert". Vorwürfe, möglicherweise zu lange gewartet zu haben, müsse man sich trotzdem nicht machen. "Es ist besser, jetzt etwas zu tun, als noch länger zu warten". Die Übergangsphase werde zwar lange dauern, aber "wir hoffen, dass es im Februar 2015 Wahlen geben kann.

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