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Südsudan: Lage spitzt sich zu - 50 Millionen Euro EU-Hilfsgelder

JUBA. Ein Bürgerkrieg droht, tausende sind auf der Flucht. Die Europäische Union stellt 50 Millionen Euro für humanitäre Zwecke im Südsudan bereit.

Südsudan

Humanitäre Hilfe für den Südsudan Bild: (Reuters)

"Der Südsudan steht am Rande einer humanitären Katastrophe, die wir um jeden Preis verhindern müssen", sagte die zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgiewa am Montag in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung. Die meisten auswärtigen Helfer hätten das afrikanische Land seit Ausbruch der Kämpfe verlassen.

Zehn-, wenn nicht gar Hunderttausende südsudanesische Bürger seien auf der Flucht. Diese Menschen benötigten dringend humanitäre Hilfe. Georgiewa rief Regierung und Rebellen auf, die Arbeit der Hilfsorganisationen nicht zu behindern.

Die internationale medizinische Nothilfeorganisation Ärzte ohne Grenzen teilte in einer Aussendung mit, dass in den betroffenen Gebieten des Südsudans die Hilfe aufgestockt wurde. Die Organisation appellierte zudem an alle Konfliktparteien, Gesundheitseinrichtungen und ihr Personal zu respektieren und den Menschen einen sicheren Zugang zu medizinischer Versorgung zu garantieren.

Regierung schickt Truppen in Rebellengebiete

Die südsudanesische Regierung hat am Montag versucht, zwei von Rebellen gehaltene Bundesstaaten zurückzuerobern. Die Sudanesische Volksbefreiungsbewegung (SPLM) sei Sonntagnacht (Ortszeit) nach Jonglei und ins ölreiche Unity entsandt worden, teilte die Regierung mit. Die Provinzen waren erst vorige Woche von Rebellen, die zum im Juli entlassenen Vizepräsidenten Riek Machar stehen, erobert worden.

"Die SPLM rückt vor", sagte der südsudanesische Außenminister Barnaba Marial der Nachrichtenagentur dpa. Trotz der Truppenentsendung bliebe die Regierung gegenüber den Rebellen aber verhandlungsbereit, fügte er hinzu. Jonglei ist mit über 1,3 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste der zehn Bundesstaaten des Südsudans. Die Hauptstadtregion Central Equatoria mit Juba hat rund 1,1 Millionen Einwohner.

Bürgerkrieg befürchtet

Hintergrund der kürzlich ausgebrochenen Unruhen ist ein Machtkampf von Präsident Salva Kiir mit seinem im Juli entlassenen Stellvertreter Riek Machar. Im Südsudan leben mehrere rivalisierende Volksgruppen. Kiir gehört der größten Volksgruppe, den Dinka, an. Diese dominieren die Regierungspartei und frühere Rebellentruppe SPLM (Sudanesische Volksbefreiungsbewegung), die gegen denSudan um die Unabhängigkeit kämpfte. Sein Rivale Machar ist dagegen ein Angehöriger der Lou Nuer. Es wird befürchtet, dass sich die Kämpfe zu einem Bürgerkrieg ethnischer Gruppen ausweiten.

Dem britischen Rundfunksender BBC sagte Machar, er führe die Rebellen an. Der Bundesstaat Unity sei vollständig unter seiner Kontrolle. Zugleich erklärte er seine Bereitschaft zu Verhandlungen. Voraussetzung sei allerdings die Freilassung inhaftierter Weggefährten. Kurz nach Beginn der blutigen Unruhen waren mehrere frühere Minister festgenommen worden. Machar sei mit seiner Frau am Wochenende in das Dorf Adok in Unity geflohen, sagte Informationsminister Michael Makuei.

Noch für Montag wurde ein Treffen zwischen Kiir und Rebecca Garang erwartet, sagte Makuei der dpa weiter. Rebecca Garang ist die Witwe des 2005 bei einem Hubschrauberunglück ums Leben gekommenen ersten südsudanesischen Präsidenten John Garang. Dieser hatte gemeinsam mit Kiir die SPLM gegründet. Seine Witwe unterstützt allerdings Machar.

Rückholaktionen laufen auf Hochtouren 

Derweil liefen die internationalen Rückholaktionen auf Hochtouren. Die Vereinten Nationen bringen alle nicht dringend benötigten Mitarbeiter ins benachbarte Uganda in Sicherheit. Der britische Außenminister William Hague rief seine Landsleute zum Verlassen des Landes auf.

Das US-Außenministerium teilte am Sonntagabend mit, man habe inzwischen etwa 380 US-Bürger und rund 300 Bürger anderer Länder ausgeflogen. Sie seien mit Charter- und Militärmaschinen nach Nairobi oder an andere sichere Orte gebracht worden. Kenia hat Truppen in die Region Jonglei entsandt, um 1.600 Kenianer heim zu holen. Deutschland hat seine Bürger bereits ausgeflogen.

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Artikel nachrichten.at/apa 23. Dezember 2013 - 18:42 Uhr
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