Lade Inhalte...

Aktuelle Meldungen

Steiermark: Wahlergebnisse in den Gemeinden

Von apa/nachrichten.at   21. März 2010 14:38 Uhr

GRAZ. Die Gemeinderatswahlen in der Steiermark brachten ein leichtes Minus für die SPÖ und ein im gleichen Ausmaß einen leichten Gewinn für die ÖVP. Die FPÖ bekam leicht weniger Stimmen als 2005, Grüne und KPÖ lagen ungefähr gleich.

Durchwegs schwere Verluste gab es für die Sozialdemokraten in den Hochburgen der Murz-Mürz-Furche und den Industriestädten, wobei aber durchwegs noch die Absolute gehalten werden konnte: In Bruck verlor die SPÖ 12,19 Prozentpunkte (auf 54,16 Prozent), in Knittelfeld 8,44 Prozentpunkte (auf 54,73 Prozent), in Deutschlandsberg 7,29 Prozentpunkte (auf 65,52 Prozent), Judenburg 7,03 Prozentpunkte (auf 61,13 Prozent) und in Mürzzuschlag 5,14 Prozentpunkte (auf 52,42 Prozent).

In den großen Umgebungsgemeinden der - nicht wählenden - Landeshauptstadt setzte es ebenfalls Verluste für die SPÖ: In Gratkorn ein Minus von 11,79 Prozentpunkten auf 67, 44 Prozent, in Seiersberg ein Minus von 6,67 Prozentpunkten auf 54,95 Prozent.

In der in der Öffentlichkeit zuletzt ins Gerede gekommenen obersteirischen Gemeinde Fohnsdorf - die ÖVP hatte den SPÖ-Bürgermeister Johann Straner wegen der finanziellen Situation der örtlichen Therme massiv unter Beschuss genommen - hielt die SPÖ im wesentlichen, ganz im Gegensatz zu anderen Industriestädten der Mur-Mürz-Furche: In Fohnsdorf sank die SPÖ von 73,76 auf 71,17 Prozent. Die ÖVP verlor leicht von 18,72 auf 18,41 Prozent, ihr verlorener Gemeinderatssitz ermöglichte der FPÖ den Einzug, die KPÖ hielt ihr Mandat. Fohnsdorf kämpft seit Jahren mit Arbeitsplatzproblemen aufgrund von AT&S-Abwanderung und Umstrukturierung bei der HTB.

Atypisch war das Ergebnis in der südsteirischen Bezirksstadt Leibnitz, wo drei Bürgermeister antraten: Gegen den amtierenden SPÖ-Bürgermeister traten der frühere Ex-ÖVP-Bürgermeister und dessen ebenfalls schwarzer Vorgänger an, was der ÖVP unterm Strich ein Minus von 17,49 Prozentpunkten (auf 28,22 Prozent) und der SPÖ einen Zugewinn von 11,41 Prozentpunkten auf 56,34 Prozent eintrug.

Hier sind alle Wahlergebnisse im Detail abrufbar.

Die Ergebnisse in den einzelnen Gemeinden (Auswahl):

In der Gemeinde Leoben musste die SPÖ einen herben Stimmenverlust von 8,61 Prozentpunkten hinnehmen. Dennoch bleibt SPÖ mit insgesamt 52,85 Prozentpunkten (2005: 61,46) stimmenstärkste Partei, verliert jedoch zwei Mandate. Auch der ÖVP blieb ein leichter Stimmenverlust nicht erspart. Sie kommt insgesamt auf 16,03 Prozentpunkte (2005: 17,38) oder 1.941 Stimmen. Die KPÖ fährt ebenfalls leichte Verluste ein und erhält insgesamt 10,29 Prozentpunkte oder 1.246 Stimmen. Die Grünen verlieren ganze 246 Stimmen. Dies führt mit nur 2,48 Prozentpunkten oder 300 Stimmen zum Verlust ihres Mandats. Als einzige Partei konnte die FPÖ einen Stimmenzuwachs verbuchen, nämlich 1,97 Prozentpunkte. Sie kommen auf insgesamt 8,15 Prozentpunkte oder 987 Stimmen. Dieses Wahlergebnis bringt kein zusätzliches Mandat ein.

Kaum Wählerbewegung zeigte bei den steirischen Gemeinderatswahlen am Sonntag die kleine Trendgemeinde St. Ilgen (Bezirk Bruck/Mur): Mit einer Stimme weniger als 2005 verlor die SPÖ bei 244 Wahlberechtigten und einer Wahlbeteiligung von 95,9 Prozent (93,14 Prozent) 1,51 Prozent, bleibt aber mit 61,37 Prozent und sechs der neun Mandate absolut voran.

Zumal es nur zwei kandidierende Listen gab, gewann die ÖVP analog 1,51 Prozentpunkte (fünf Stimmen) und hält nun mit 38,63 Prozent - ebenfalls wie bisher - drei Mandate. Aufgefallen war die kleine Gemeinde am Fuße des Hochschwab mit fast 40 Prozent vorgezogen abgegebenen Wahlstimmen.

Offenbar profitieren konnten die Freiheitlichen in Vordernberg (Bezirk Leoben) von ihrer ablehnenden Haltung zum Schubhaftzentrum: Die FPÖ konnte sich auf 16,52 Prozent und von einem Mandat auf zwei Mandate verdoppeln. Der absolut regierende SPÖ-Bürgermeister Walter Hubner musste zwar Einbußen von knapp zwei Prozentpunkten auf 77,98 Prozent hinnehmen, er konnte aber aufgrund einer "Nullnummer" der ÖVP (minus 6,86 Prozentpunkte auf 5,51 Prozent) seinen Mandatsstand auf 13 (12) sogar ausbauen.

In Grenzen konnte der wegen eines teuren Aussichtsturms unter Beschuss geratene SPÖ-Landessekretär Toni Vukan seine Verluste als Bürgermeister von Gosdorf (Bezirk Radkersburg) halten: Mit minus 4,15 Prozentpunkten und nunmehr 53 Prozent musste er zwar ein Mandat an die ÖVP abgeben, konnte die 2005 errungene jedoch Mehrheit halten.

Ebenfalls ein Minus mussten die Sozialdemokraten in der alten Industriegemeinde Thörl (Bezirk Bruck/Mur) hinnehmen: In der Heimat von Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser, der lange Jahre Bürgermeister war, fiel man von fast 70 auf knapp über 65 Prozent zurück und verlor ein Mandat, das zur ÖVP wanderte. Geringfügige Verluste musste auch die FPÖ hinnehmen, die unter zehn Prozent sank.

LH Franz Voves (S) konnte in seiner Wohngemeinde Vasoldsberg im Bezirk Graz-Umgebung offenbar nicht als Zugpferd für seine Partei punkten: Hier verlor die SPÖ kräftig um 13,99 Prozentpunkte auf 22,66 Prozent und muss drei Sitze in der Gemeindestube räumen. Das obersteirische Öblarn bleibt die stärkste BZÖ-Gemeinde, in Bad Radkersburg verlor Langzeit-Listenbürgermeister Peter Merlini seine Mehrheit an eine erstarkte ÖVP.

Im obersteirischen Öblarn - der ersten Kindergeldgemeinde Österreichs - verbuchte das BZÖ zwar sein bestes Kommunalergebnis, verlor dort aber trotzdem die Mehrheit. Die Liste des früheren Bürgermeisters Anton Knerzl (B) verlor ein Mandat auf vier Mandate, hat aber die Genugtuung, dass die FPÖ aus dem Gemeinderat flog. Die ÖVP legte hier massiv um 15,84 Prozentpunkte auf 44,25 Prozent zu und löste das BZÖ als Mehrheitsfraktion (zuvor 33,67, nun 28,54 Prozent) ab.

In Bad Radkersburg ging eine kleine Ära zu Ende: Bürgermeister Peter Merlini, seit elf Jahren im Amt, verlor mit seiner Namensliste ein Mandat und wurde von der ÖVP - aus der er ursprünglich kommt - überflügelt. Die Volkspartei gewann in der südöstlichsten Stadt Österreichs von 31,75 auf 47,85 Prozent hinzu. In Hartberg, einem der stärksten Bezirke der steirischen Volkspartei, verlor Bürgermeister Karl Pack - eines der Hauptthemen waren missglückte Spekulationsgeschäfte der Gemeinde gewesen - die Absolute von 53,8 auf 48,66 Prozent. Die Opposition profitierte offenbar, der SPÖ glückte ein ganz leichter Gewinn, die Grünen verdoppelten ihre Mandate auf vier.

In Fürstenfeld baute die ÖVP ihre Mehrheit von 47,06 auf die Absolute von 66,49 Prozent aus, die SPÖ brach von 32,37 auf 16,32 Prozent ein. Die FPÖ flog aus dem Gemeinderat, das BZÖ hat hier einen Mandatar. Die Liste "Für Recht auf nationale Zukunft" (FRANZ) des aus dem rechtsextremen Bereich kommenden Franz Radl verlor von 2,49 auf 1,43 Prozent, lediglich 49 von 4.971 Fürstenfeldern stimmten für sie. In der Geburtsgemeinde von Arnold Schwarzenegger, Thal bei Graz, verlor die den Bürgermeister stellende SPÖ von 58,09 auf 54,97 Prozent, die ÖVP legte von 16,48 auf 22,15 Prozent zu. Die hier immer sehr starken Grünen hielten mit 17,94 ihre drei Mandate.

Wahlergebnisse abrufen

Hier sind alle Wahlergebnisse im Detail abrufbar.

1  Kommentar 1  Kommentar