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Philip Glass komponierte Walt-Disney-Oper

MADRID/WIEN. US-Komponist Philip Glass (75) setzt mit "The Perfect American" seine Beschäftigung mit der Biografie großer Männer fort, die von seinem Erstling "Einstein on the Beach" über die Gandhi-Oper "Satyagraha" bis hin zum 2009 in Linz uraufgeführten "Kepler" reicht.

Philip Glass

Philip Glass Bild: epa

Wie bei "Kepler" wird erneut der Linzer Opernchef Dennis Russell Davies das neueste Glass-Baby aus der Taufe heben - allerdings in Madrid. Der seit 2010 amtierende dortige Operndirektor und einstige Intendant der Salzburger Festspiele, Gerard Mortier, hat sich die Uraufführung für sein Teatro Real gesichert.

Das Libretto für "The Perfect American" basiert auf dem Buch "Der König von Amerika", in dem der in Wien aufgewachsene Schriftsteller Peter Stephan Jungk die Schattenseiten des Vaters von Mickey Mouse beleuchtet. Auf die Zeichentrickhelden des Entertainmentriesen muss auf der Bühne also niemand hoffen. Wie Jungk widmen sich auch Glass und sein Librettist Rudy Wurlitzer lediglich den letzten drei Monaten des 1966 im Alter von 65 Jahren an Lungenkrebs verstorbenen Disneys. Der mittlerweile in den USA lebende Jungk zeigt den Unterhaltungspatriarchen als misogynen Egozentriker und Rassisten.
Der Disney-Konzern habe sich darüber alles andere als erfreut gezeigt, berichtete Glass im Dezember im Gespräch mit der spanischen Zeitung "El Pais". Er wolle sich jedoch nicht über seine Hauptfigur lustig machen, versicherte er: "Ich betrachte Disney als einen großen Visionär, der Brücken zwischen der Hoch- und der Populärkultur schlagen konnte."

Initiative von Gerard Mortier

Die Initiative zur Disney-Oper kam von Gerard Mortier, der das Werk für sein Engagement bei der New York City Opera vorgesehen hatte - das er dann aber aufgrund finanzieller Engpässe zugunsten von Madrid absagte. Das Projekt des Minimalisten Glass nahm er in seine neue künstlerische Wirkungsstätte mit, wobei "The Perfect American" nun eine Koproduktion des Teatro Real und der English National Opera ist.

Zugleich heißt es bei Glass stets "nach der Oper ist vor der Oper", nimmt der Tonsetzer laut Statistik in den Spielzeiten 2007/08 bis 2011/12 mit insgesamt 69 Aufführungen rund um den Globus doch klar die erste Position unter den noch lebenden Komponisten ein, gefolgt vom mittlerweile verstorbenen Hans Werner Henze (53 Opernaufführungen) und Glass-Landsmann John Adams (33). Deshalb folgt bereits am 12. April zur Eröffnung des Linzer Musiktheaters die Uraufführung des 24. Musiktheaterwerks von Glass, das auf dem Peter-Handke-Stück basierende "Spuren der Verirrten" - wieder mit Dennis Russell Davies am Pult.

 

"The Perfect American" von Philip Glass:

Uraufführung am Teatro Real Madrid am 22. Jänner mit dem Orquesta Sinfonica de Madrid unter Dennis Russel Davis. Regie: Phelim McDermott.

Weitere Aufführungen am 24., 27. und 30. Jänner sowie am 1., 3., 4. und 6. Februar in Madrid.

Danach an der English National Opera in London am 1., 6., 8., 13., 17., 20., 25., 27. und 28. Juni.

Karten unter http://go.apa.at/0RCSUcLX ; http://go.apa.at/JuPTO2Ga

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Artikel nachrichten.at/apa 18. Januar 2013 - 09:35 Uhr
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