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ORF Sport+ will Budget um 70 Prozent reduzieren

Von nachrichten.at/apa   18. Oktober 2013 13:13 Uhr

ORF-Generaldirektor Wrabetz und ORF-TV-Sportchef Trost präsentierten vor zwei Jahren den neunen Spartenkanal ORFSport+.    

WIEN. Drastische Einschnitte kündigt der ORF-Spartensender ORF Sport + an: Das Budget wird um 70 Prozent gekürzt. Auch "Sport Bild" auf ORFeins soll eingestellt werden.

Grund dafür ist der Wegfall der Gebührenrefundierung mit Jahresende. ORF-Sportchef Hans Peter Trost informierte deshalb in einem  Schreiben diese Woche verschiedene Sportverbände über "teilweise dramatische Budgetkürzungen". So werde das Budget von Sport + "um nahezu 70 Prozent" reduziert und die sonntägliche ORFeins-Sendung "Sport Bild" muss eingestellt werden, wie Trost mitteilte.

Für Österreichs Randsportarten geht es damit im ORF ans Eingemachte. Der ORF-Sportchef informierte die Sportverbände, dass es ihm somit unmöglich sei, neue Verträge abzuschließen oder bestehende Verträge zu verlängern. Dies betreffe alle Verbände und Veranstalter sowie das Antreten österreichischer Vereine bei internationalen Bewerben.

"Auch alle Magazinsendungen (Behindertensport, Schulsport) sind davon betroffen und werden mit Ende Dezember 2013 eingestellt, ebenfalls die geplanten Live-Übertragungen der Paralympics", so Trost. Bestehende Verträge würden bis zu deren Auslaufen natürlich erfüllt. "Was das für den österreichischen Sport bedeutet, ist mir bewusst, leider zwingen mich die Rahmenbedingungen zu diesem Schritt, den ich persönlich sehr bedaure."

Gravierende Folgen für heimische Verbände

Für die heimischen Sportverbände könnten die Einsparungen gravierende Folgen haben, wie etwa Peter Kleinmann, Präsident des österreichischen Volleyball-Verbandes (ÖVV), erklärte. "Das würde den österreichischen Sport ins Niemandsland versetzen." Kleinmann will die Causa im Präsidium der Bundessportorganisation (BSO) zur Sprache bringen. "Für den Volleyballverband ist diese Saison noch abgesichert, denn die Verträge mit Sport + laufen bis Saisonende. Bei anderen Sportarten ist das aber nicht so. Ohne Fernsehübertragung könnte auch kein österreichisches Team mehr in der Champions League spielen, da TV-Übertragungen für die Teilnahme Voraussetzung sind", so Kleinmann.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hatte bereits vor einigen Wochen bei einer Sitzung des ORF-Publikumsrats angekündigt, dass ORF Sport + im kommenden Jahr mit deutlichen Einschnitten rechnen muss, falls es nicht doch noch zu einer Verlängerung der Gebührenrefundierung für den ORF kommt. "Das ist eine ganz schwierige Situation, wo wir im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten versuchen, die Schäden für die Sportverbände möglichst gering zu halten", erklärte Wrabetz. Wegen der kostenintensiven Großereignisse Olympische Winterspiele und Fußball-WM seien 2014 im Sport interne Budget-Umschichtungen erforderlich.

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