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Neofaschist und Ex-Minister Tremaglia gestorben

ROM. Der ehemalige italienische Minister Mirko Tremaglia ist am Freitag im Alter von 85 Jahren gestorben. Der langjährige Parlamentarier und Neofaschist zählte zu den prominentesten Persönlichkeiten der italienischen Rechten.

Im Zweiten Weltkrieg hatte er für den Marionettenstaat des faschistischen Diktators Benito Mussolini - die Republik von Salo (1943-45) - gekämpft. Nach Mussolinis Tod und der Auflösung der faschistischen Partei gründete er mit dem rechtsextremen Politiker Giorgio Almirante die neofaschistische Gruppierung "Movimento Sociale Italiano" (MSI).

1972 wurde Tremaglia zum ersten Mal zum Abgeordneten gewählt. 1994 rückte er zum Vorsitzenden des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten des italienischen Abgeordnetenhauses auf, was internationalen Protest auslöste. Besonders kritisiert wurde, dass Tremaglia die Osimo-Verträge in Frage gestellt hatte, mit denen Italien mit dem damaligen Jugoslawien gemeinsame Grenzen festgelegt hatte.

In den Neunziger Jahren unterstützte Tremaglia mit Überzeugung die vom Rechtspolitiker Gianfranco Fini initiierte Umwandlung des MSI in die gemäßigtere Rechtspartei Alleanza Nazionale (AN), die eine Wahlallianz mit dem Medienzaren Silvio Berlusconi einging. 2001 wurde Tremaglia vom damaligen Premier Berlusconi zum Minister für die Auslandsitaliener ernannt. Fünf Jahre lang blieb er im Amt und galt dabei als Hardliner des Kabinetts Berlusconi. In seiner Funktion engagierte sich Tremaglia für das Wahlrecht seiner im Ausland lebenden Mitbürger. Das neue Wahlsystem, das ausländische Wahlkreise vorsieht, wurde erstmals bei den Parlamentswahlen 2006 eingeführt.

Tremaglia galt als ein typischer Vertreter der "alten Garde", die die inzwischen aufgelöste AN noch immer als politische und kulturelle Erbin des Faschismus betrachtete. Viele AN-Mitglieder, die inzwischen mehrheitlich Berlusconis Mitte-rechts-Partei "Volk der Freiheit" (PdL) übergetreten sind, waren selbst aktive Faschisten oder stammten aus faschistischen Familien.

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Artikel nachrichten.at/apa 30. Dezember 2011 - 17:41 Uhr
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