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Museumslegende Herbert Kneifel 102-jährig gestorben

LINZ. Die oberösterreichische „Museumslegende“ Herbert Kneifel ist gestern, Dienstag, im Alter von 102 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Sohn, der Bundesrat Gottfried Kneifel (V) auf Anfrage der APA am Mittwoch.

Herbert Kneifel

Bild: archiv

Herbert Kneifel war von 1937 bis 1976 Stadtarzt von Enns - nur unterbrochen von Militärdienst und Kriegsgefangenschaft, daneben unter anderem Ortsleiter des Roten Kreuzes, Korpsarzt der Feuerwehr, Vorstandsmitglied der Ärztekammer Oberösterreich, Militär- und Betriebsarzt, außerdem ÖVP-Stadtparteiobmann und Vizebürgermeister.

Vor allem in der Pension - seit 1980 - galt sein besonderes Interesse der Geschichte und der Archäologie seiner Stadt. Enns und sein Ortsteil Lorch bestanden schon zur Römerzeit als „Lauriacum“. Dort befand sich ein großer militärischer Stützpunkt der Römer und eine zivile Siedlung. Er war 42 Jahre lang ehrenamtlicher Obmann und Kustos des „Museumsverein Lauriacum“ und trat erst 2002 im Alter von 94 Jahren als vermutlich “ältester Museumschef der Welt“ ab. Unter seiner Leitung hat es sich zu einer wissenschaftlich anerkannten Institution entwickelt, es wurde auch mit dem Österreichischen Museumspreis ausgezeichnet. Bis zum vergangenen Sommer ist Kneifel noch täglich in das Museum gekommen und hat dort mitgewirkt, unter anderem bei Führungen.

Herbert Kneifel hatte mit seiner ersten, 1969 gestorbenen Frau zwölf Kinder und heiratete später noch einmal. Ihm wurden Ehrentitel wie Obermedizinalrat und Professor verliehen, er ist obendrein Träger zahlreicher Auszeichnungen. Die jüngste erhielt er im September des vergangenen Jahres: das Österreichische Ehrenzeichen für Wissenschaft und Kunst.

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Artikel apa/nachrichten.at 30. Juni 2010 - 13:12 Uhr
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