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Linzer Ars Electronica 2013 erinnert, vergisst und bewahrt

LINZ. Das diesjährige Linzer Ars Electronica "Total Recall - The Evolution of Memory" hat sich dem Gedächtnis verschrieben: dem Erinnern, Vergessen, Verdrängen, Bewahren, aber auch der viel diskutierten Datenspeicherung.

Ars Electronica Center

Das Ars Electronica Center Bild: Weihbold

Von 5. bis 9. September stehen Symposien, Ausstellungen und Konzerte - ein Highlight ist die Visualisierte Klangwolke - auf dem Programm. Details wurden am Dienstag in einem Pressegespräch bekannt gegeben.

Das titelgebende Festivalthema "wird immer akuter", erinnerte die künstlerische Leiterin Christine Schöpf an die drastische Zunahme von Speichermedien. Sie verwies zudem an einen schmerzhaften Aspekt: Erkrankungen, die zu Gedächtnisverlust führen und denen ein eigener wissenschaftlicher Schwerpunkt gewidmet ist. So ist das Symposium am 6. und 8. September heuer in die Bereiche Erinnerung des Menschen, der Natur und der Maschinen gegliedert, berichtete Schöpfs Kollege im Leitungsteam, Gerfried Stocker. Neben namhaften Wissenschaftern werden auch Personen, die von Demenz betroffen sind, erwartet.

Gestartet wird die Ars Electronica am Abend des 5. September in der Tabakfabrik mit "Wir sind hier". Die aktionistische Live-Performance nimmt 80 Jahre Bücherverbrennung zum Anlass, auf die aktuellen Tendenzen rund um Überwachung und Zensur aufmerksam zu machen. Der Soundtrack dazu stammt von FM Einheit, bekannt als Mitglied der Musikgruppe Einstürzende Neubauten. Der immer weitergehenden Technologisierung unseres Alltags widmet sich die Ausstellung "Il(l) Machine" im Brucknerhaus mit Arbeiten von 67 Studierenden aus Israel. Im Offenen Kulturhaus werden die Siegerarbeiten des Prix Ars Electronica gezeigt. Beim "Höhenrausch" am Dach des Gebäudes präsentiert Bill Fontana eine Collage aus Sounds, die er im Teilchenbeschleuniger des Schweizer Kernforschungszentrums CERN aufgenommen hat.

Nach Sam Auinger und Rupert Huber bringt heuer Wolfgang "Fadi" Dorninger den Linzer Mariendom zum Klingen, bei der Acht-Kanal-Soundinstallation "The Aural-Memory-Machine" werden am 7. September von Besuchern eingegebene Texte in Klänge umgewandelt. Am selben Tag geht am Donauufer die traditionelle Visualisierte Klangwolke über die Bühne: Bei "Bruckner lebt!" mit der Musik des oberösterreichischen Komponisten werden am Abend Smartphones und Tablets in Instrumente verwandelt, Harald Serafin als Sprecher ist ebenso beteiligt wie Elektro-DJ Parov Stelar. Am 8. September wird zur "Großen Konzertnacht" vor und im Kunstmuseum Lentos, im Donaupark und im Brucknerhaus geladen, bei der u.a. das Bruckner Orchester Philip Glass' 10. Symphonie spielt.

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Artikel nachrichten.at/apa 27. August 2013 - 12:56 Uhr
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