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Knapp 380 Tote bei Artillerieangriff in Sri Lanka

COLOMBO. Die Anzahl der Todesopfer bei einem schweren Artillerieangriff der Armee im srilankesischen Kriegsgebiet war nach Angaben eines Arztes in der Nacht auf Sonntag höher als bisher vermutet. Mindestens 378 Zivilpersonen habe der Angriff das Leben gekostet; mehr als 1.200 seien verletzt worden, erklärte der Mediziner V. Shanmugarajah.

Armee von Sri Lanka

Bild: MA MDA

Noch nie seit der Offensive gegen die tamilischen Rebellen habe es an einem Tag so viele Tote gegeben. Eine den tamilischen Rebellen nahestehende Website berichtete, es würden bis zu 2.000 Tote befürchtet. Die Regierungstruppen seien für den Angriff verantwortlich.

Die Streitkräfte wiesen diesen Vorwurf zurück. Sie haben die Kämpfer der separatistischen Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) in einem schmalen Küstenstreifen im Nordosten umzingelt. Die Regierung hatte vor zwei Wochen zugesagt, den Artilleriebeschuss einzustellen und auch auf Bombenangriffe aus der Luft zu verzichten, um Opfer unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden. Shanmugarajah arbeitet im Auftrag der Regierung im Kriegsgebiet.

Eine unabhängige Bestätigung für die Berichte von LTTE und Militär gibt es kaum mehr, da die Regierung Journalisten und internationalen Beobachtern den Zugang in das noch von den Rebellen gehaltenen Gebiet verweigert.

Rund 50.000 tamilische Flüchtlinge leben im Kampfgebiet
Im Kampfgebiet leben schätzungsweise 50.000 tamilische Flüchtlinge. Laut UNO-Angaben wurden bei der Offensive gegen die LTTE allein in den ersten drei Monaten fast 6.500 Zivilpersonen getötet. Die Regierung wirft den LTTE vor, die Menschen als Schutzschilde zu missbrauchen.

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch warf den Regierungstruppen am Samstag Dutzende Angriffe auf Krankenhäuser in der von den Rebellen kontrollierten Zone vor. Es lägen Informationen über mindestens 30 Angriffe seit Dezember vor, erklärte die in New York ansässige Organisation. Dutzende Menschen sollen dabei getötet worden sein. Die Streitkräfte erklärten, sie griffen bei ihren Einsätzen niemals Krankenhäuser an.

Nach einem Bericht über die Zustände in Flüchtlingslagern in Sri Lanka und angeblichen sexuellen Missbrauch dort wurden am Samstag drei Journalisten verhaftet. Ihnen wird nach Polizeiangaben vorgeworfen, dem Ansehen der Regierungstruppen geschadet zu haben. Demnach wurden die Mitarbeiter des in London ansässigen Fernsehsenders Channel 4 in der östlichen Stadt Trincomalee gefasst.

Die Tamilen-Tiger kämpfen seit 1983 für einen eigenen Staat der Tamilen. Der Konflikt hat schon mehr als 75.000 Menschen das Leben gekostet.
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Artikel apa/nachrichten.at 10. Mai 2009 - 15:47 Uhr
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