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Kinderpornos auf Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen platziert

Von nachrichten.at/apa   08. Mai 2015 10:58 Uhr

MAUTHAUSEN. Hacker haben die Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen angegriffen und dort Kinderpornos platziert. Die Seite wurde deaktiviert, wie die Gedenkstätte am Freitag mitteilte.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem "kranken, kriminellen Angriff", der zutiefst verabscheuungswürdig sei. Die Ermittlungen laufen.

Man bedaure den Hackerangriff, hieß es seitens der Gedenkstätte. Die externe Firma, die die Seite betreut, habe diese umgehend deaktiviert. Gemeinsam mit Experten des Innenministeriums werde daran gearbeitet, die Homepage so rasch wie möglich wieder in gewohnter Form zugänglich zu machen.

Die Hacker haben sich für ihren Angriff den 70. Gedenktag zur Beendigung des Zweiten Weltkriegs ausgewählt, am Sonntag finden in der Gedenkstätte Mauthausen die traditionellen Befreiungsfeiern statt. Mikl-Leitner betonte: "Es ist für mich nicht zu fassen, welche kranken Köpfe hinter solchen Taten stecken."

"Einfach nur widerlich"

Der Vorsitzende des Mauthausen Komitee Österreich Willi Mernyi hat sich nach dem Hack entsetzt gezeigt: "Dieser miese Hackerangriff und das Ersetzen der Inhalte durch kinderpornografische Darstellungen ist einfach nur widerlich." Wer sich über die Befreiungsfeiern am Sonntag informieren möchte, findet die Informationen dazu auf der Seite des Mauthausen Komitee unter www.mkoe.at.

Der Hackerangriff zeige, welchen Geistes die Täter sind, so Mernyi. Er wies darauf hin, dass die Mauern der Gedenkstätte in den vergangenen Jahren mehrmals geschändet wurden. Im Vorjahr wurden nur wenige Tage vor der Befreiungs-Feier auf einer Länge von 20 und einer Höhe von zwei Metern mit schwarzem Lackspray fremdenfeindliche und Nazi-Sprüche sowie ein Hakenkreuz auf die Mauer geschmiert. Am Friedhof der Mühlviertler Gemeinde wurde zudem auf ein türkisches Kindergrab ein Hakenkreuz gemalt.

"Tat eines kranken Geistes"

Fassungslos zeigt sich auch die Grüne Landessprecherin Maria Buchmayr vom Hackerangriff auf die Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen: „Diese Aktion ist ein Höchstmaß an Widerlichkeit und die Tat eines kranken Geistes. Es ist erschütternd, dass Menschen zu so einer Widerwärtigkeit fähig sind. Selbstverständlich muss alles getan werden, um den oder die Täter auszuforschen“. 

Dass diese Attacke in der Zeit der 70 Jahre Befreiungsfeiern und zwei Tage vor der großen Gedenkfeier in der Gedenkstätte Mauthausen durchgeführt wird, hält Buchmayer für keinen Zufall. Ebenso wie die Schmierereien im Vorjahr ebenfalls vor den Gedenkfeiern. "Es ist nicht nur eine Attacke gegen die Gedenkstätte, sondern gegen die zivilisierte, demokratische und Gesellschaft. Sie schmäht die Opfer auf unglaubliche Wiese und zeigt damit die Fratze einer hasserfüllten Ideologie."

 

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