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In Einkaufszentrum entführtes Baby in Bayern gefunden

Von apa/nachrichten.at   09. Juni 2010 15:55 Uhr

Baby in Salzburger Einkaufszentrum entführt

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Bild 1/8 Bildergalerie: Baby in Salzburger Einkaufszentrum entführt

Happy End wenige Stunden nach der Entführung eines drei Monate alten Mädchens aus dem Einkaufszentrum Europark in der Stadt Salzburg: Die Entführerin wurde am Nachmittag in Bayern, und zwar in Reit im Winkl im Chiemgau, gefasst. Das Baby ist wohlauf. Bei der mutmaßlichen Täterin handelt es sich um eine Tirolerin.

Die Frau wurde im Zuge der Fahndung von der bayerischen Polizei angehalten und anhand der übermittelten Fotos als mutmaßliche Täterin identifiziert. Sie stammt laut Pressestelle des Salzburger Landespolizeikommandos aus Tirol, ist 32 Jahre alt und lenkte einen Wagen mit Tiroler Kennzeichen. Ob es sich bei dem Baby im Auto um das entführte Kind handelt, sei zwar noch nicht zu hundert Prozent abgeklärt, die Polizei geht aber davon aus.

Die Eltern seien überglücklich, sagte Josef Holzberger vom Landeskriminalamt Salzburg. Die Hintergründe der Tat waren vorerst noch nicht bekannt.

In Einkaufszentrum Europark entführt

Die 34-jährige Salzburgerin war mit ihrem zweijährigen Kind und dem Baby im Europark shoppen, als sie im Erdgeschoß in einem Bekleidungsgeschäft von der etwa 30 bis 35 Jahre alten Frau angesprochen wurde.

Sie habe vor vier Wochen in Tirol selbst ein Baby entbunden, die Geburt sei drei Wochen nach dem errechneten Termin erfolgt und sehr schwierig gewesen, gab Einsatzleiter Josef Holzberger vom Landeskriminalamt die Worte der mutmaßlichen Entführerin wieder.

Danach fuhr die Mutter in den ersten Stock und stieß dort erneut auf diese Frau. Sie probierte dann mehrere Bekleidungsgegenstände. Durch einen Schlitz des Vorhangs bemerkte sie, wie das Fahrgestell, auf dem der Kindersitz angebracht war, wackelte, dachte sich aber nichts dabei. Als sie dann wieder aus der Kabine kam, war das Mädchen verschwunden. Die geschockte 34-Jährige verständigte zunächst das Verkaufspersonal, das beim Center-Management Alarm schlug, und dieses informierte die Polizei und setzte einen Alarm-Plan in Gang.

Von Kamera mit Tasche und weißer Windel fotografiert

Die Entführerin dürfte das Baby in einer dunklen Tragetasche, mit der sie schon davor gesehen worden war, mitgenommen haben. Überwachungskameras haben sie fotografiert, als sie mit der Tasche vom Lift kommend in die Tiefgarage geht, und auf dieser Tasche liegt eine weiße Windel. Die Polizei vermutet, dass sie den Europark noch verlassen konnte, ehe die Tore geschlossen wurden und nur mehr ein kontrolliertes Verlassen möglich war. Ob es sich tatsächlich um eine Tirolerin handelt, ist fraglich, zumindest sprach sie nicht den Dialekt, aber dennoch inländisch.

Europark wurde abgeriegelt

Die Besucher des Europarks wurden aufgefordert, den Europark zu verlassen, wobei nur mehr ein Ausgang und eine Garagenausfahrt offen waren, damit die Polizei jeden beim Verlassen genau kontrollieren konnte. Drinnen suchten Beamte und eine Suchhundestaffel sämtliche Winkel der großen Shopping-Mall ab, vom Baby fehlte aber jeder Spur. Danach nahmen sich die Ermittler noch genügend Zeit, um alle vorhandenen Spuren, etwa DNA, zu suchen und zu sichern. Alleine im und um den Europark waren 70 Uniformierte und 25 Beamte in Zivil im Einsatz, die Fahndung wurde aber auf ganz Österreich und Bayern ausgeweitet. Gegen 13.30 Uhr, also über dreieinhalb Stunden nach dem Vorfall, wurde das Einkaufszentrum wieder geöffnet.

Mutter vom Kriseninterventionsteam betreut

Die Mutter des Babys war schwer geschockt, konnte der Polizei aber laut Holzberger dennoch hilfreiche Hinweise geben. Sie wurde vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut. Der angebliche Südländer, der in ersten Meldungen als möglicher Mittäter genannt wurde, dürfte mit der Entführung nichts zu tun haben. Die angebliche Täterin hat sich laut Zeugen schon längere Zeit im Bekleidungsgeschäft aufgehalten und sich dort offenbar mehr für Babys als für Textilien interessiert.

Die Entführerin spricht keinen Tiroler Dialekt, Hinweise auf ausländische Herkunft gibt es nicht. Sie ist etwa 30 bis 35 Jahre alt, hat dunkles, etwas gewelltes Haar, ist rund 1,70 Meter groß und auffallend dick. Bekleidet war sie mit einer türkis-farbenen Tunika mit weißen Stickereien und Jeans.

Laut Center-Manager Christoph Andexlinger befanden sich zum Zeitpunkt der Entführung 2.000 bis 3.000 Kunden im Einkaufszentrum. Für derartige Vorfälle gebe es keine Krisenpläne, Teile von ähnlichen Alarm-Plänen habe man hier aber umsetzen können. Sowohl Polizei als auch Center-Management lobten gegenseitig die gute und rasche Zusammenarbeit.

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