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Hofburg-Wahl: Noch kein Kandidat fix zur Halbzeit

WIEN. Halbzeit ist beim Unterschriftensammeln für die Bundespräsidenten-Wahl am 24. April. Noch hat kein Kandidat die nötigen 6.000 Unterstützungserklärungen im Innenministerium eingereicht.

Wiener Hofburg

Die Wiener Hofburg ist der Sitz des Bzundespräsidenten. Bild: Wodicka

Die Bewerber der Nationalratsparteien wissen nicht, wie viel Unterschriften sie bisher haben. Irmgard Griss hat "gut die Hälfte", Elfriede Awadalla etwas weniger - und Richard Lugner hält es für möglich, diesmal zu scheitern.

Aus den Wahlkampfbüros von Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) war in seltenem Gleichklang "keine Zahl bekannt" zu hören. Auch die FPÖ teilte auf APA-Anfrage nur mit, dass man derzeit keine seriöse Auskunft geben könne. Aber Anfang der Woche seien bereits mehr als 3.000 Unterschriften in der Bundesparteizentrale eingelangt. In diesen Parteien organisieren Bezirks- oder Landesorganisationen die Sammlung, in der ÖVP auch die lokalen Bünde. Die schicken die Unterschriften dann gesammelt nach Wien. Im Büro des FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer geht man davon aus, dass schon nächste Woche die notwendige Zahl in Wien eingetroffen sein wird.

Der Parteistrukturen bedient sich auch der - als unabhängig auftretende - Ex-Grünen-Chef Alexander Van der Bellen. Sein Team nannte ebenfalls keine Zahl. Aber Wahlkampfmanager Lothar Lockl hat keinen Zweifel, dass man es schafft: "Wir sind gut im Plan und optimistisch", sagte er zur APA.

Keine genaue Zahl war von Irmgard Griss zu bekommen. Nur so viel: "Es ist eine große Hürde für eine parteilose Kandidatin, die notwendigen 6.000 Unterschriften zu erreichen. Trotzdem haben wir gut die Hälfte." Ziel der ehemaligen OGH-Präsidentin sei es, mindestens 10.000 Unterstützungserklärungen zu erreichen. "Wir wollen ein Signal setzen, dass mit uns bei der Wahl zu rechnen ist", sagte ein Sprecher gegenüber der APA.

Richard Lugner war sich zur Halbzeit nicht sicher, heuer noch einmal die 6.000er-Hürde zu nehmen. "Wir liegen hochgerechnet bei 5.000 Unterschriften", sagte er zur APA. Wie er darauf kommt, verriet er nicht, die Anzahl der gesammelten Unterschriften hielt er geheim. Für nächste Woche seien "stärkere Aktionen" geplant, unter anderem eine Postwurfsendung. Denn: "Wenn wir so weitermachen, schaffen wir es nicht", gestand Lugner ein - der bereits mit Aktionen wie Kino-Gutschein für die Unterschrift oder Stretchlimousinen-Fahrt samt Gratis-Sekt zum Unterschreiben am Magistrat aufgefallen ist. 1998 hatte Lugner die Kandidatur mit 8.279 Unterschriften locker geschafft.

Ziemlich gut lief es in den ersten zwölf Tagen für die linke Hofburg-Bewerberin Elfriede Awadalla. Sie zählt bis Donnerstagabend 2.917 beglaubigte Unterstützungserklärungen. "Wir liegen im Plan, aber es ist keine gmahde Wiesn", sagte Awadallas Sprecher Sebastian Reinfeldt zur APA. Nach der Mobilisierung der Szene gehe es nun darum, stärker in der Öffentlichkeit aufzutreten. Keinen Zwischenstand bekannt geben wollte der EU-Gegner Robert Marschall.

Besonders schwierig ist das Unterschriftensammeln für die Privatpersonen, die gerne in die Hofburg einziehen würden. Der Steirer Gernot Pointner etwa hat "leider bis dato noch viel zu wenige" Unterschriften beisammen. Die steirische Energetikerin Karin Kolland ortet großes Interesse an ihrer Kandidatur, nannte aber keine Zahl. Der pensionierte Richter Martin Wabl hofft, dass es in den letzten zwölf Tagen besser läuft, weil es sich sonst wohl auch im vierten Anlauf nicht ausgehen wird.

Ohne Parteistrukturen, die österreichweit für sie sammeln, stehen die Chancen für diese Kandidaturanwärter nicht recht gut, bis 18. März 6.000 Unterstützer zu finden. Sie fühlen sich nicht nur - wie auch Griss oder Van der Bellen - durch die Tatsache behindert, dass Unterstützungswillige persönlich während der Amtsstunden aufs Gemeindeamt müssen, sondern kommen auch in den Medien nur am Rande vor. Alle Kandidaten sollten in den Medien ihr Programm präsentieren können, fordert deshalb Kolland. Berichtet werde nur über die "Big Five" und Lugner, hadert Pointner mit der "subjektiv vorselektierten und damit unvollständigen Berichterstattung der Medien".

Immerhin nützen die meisten von ihnen Internet-Homepages und Facebook, um sich zu präsentieren. So ist heuer auch ein großer Kreis Kandidaturwilliger bekannt - neben den genannten u.a. noch der Autor und Künstler Adrien Luxemburg, der frühere Hochsee-Kapitän und jetzige Unternehmensberater Gustav Jobstmann, der Generalsekretär der "Interessensgemeinschaft liberales Waffenrecht in Österreich" Georg Zakrajsek, der Wiener Arzt Thomas Unden, Thomas Reitmayer vom Österreich-Ableger der deutschen Satire-Truppe "Die Partei" oder Erich Körner-Lakatos, Publizist und laut Presseinfo "Befürworter einer Flüchtlingspolitik a la Viktor Orban" oder der Steirer Peter Fetz.

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Artikel nachrichten.at/apa 06. März 2016 - 08:08 Uhr
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