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Fast 70 Tote bei Gefechten im Jemen

SANAA. Ungeachtet der Friedensgespräche in der Schweiz sind bei Kämpfen im Jemen zwischen regierungstreuen Einheiten und Rebellen am Wochenende mindestens 68 Menschen getötet worden.

Heftige Gefechte gab es am Samstag in der Nähe der Stadt Harad in Nordwesten des Landes, die regierungstreue Kräfte am Donnerstag von den schiitischen Aufständischen zurückerobert hatten.

Regierungseinheiten versuchten zugleich, auf die Hauptstadt Sanaa vorzurücken. Bei den Friedensgesprächen in der Schweiz gab es indes kaum Fortschritte. Nahe Harad gab es nach Angaben aus Militär- und Stammeskreisen aufseiten der Armee mindestens 28 Tote, bei den Aufständischen mindestens 40. Die in Saudi-Arabien ausgebildeten regierungstreuen Einheiten, versuchten daraufhin, die Hafenstadt Midi rund zehn Kilometer von Harad entfernt einzunehmen.

Nach wie vor kontrollieren die Aufständischen auch Sanaa und andere Gebiete. Die regierungstreuen Kräfte rückten allerdings auf die Hauptstadt vor. Aus Militär- und Stammeskreisen hieß es, dass Soldaten und Stammeskämpfer den von Rebellen kontrollierten Militärstützpunkt Nihm belagerten. Dieser befindet sich 40 Kilometer nordöstlich von Sanaa.

Eigentlich soll im Jemen derzeit eine Waffenruhe gelten, mit der die unter UN-Vermittlung stattfindenden Friedensgespräche in der Schweiz unterstützt werden sollten. Dennoch beschlossen die Konfliktparteien in der Schweiz ein "neutrales militärisches Komitee", das die Einhaltung der Waffenruhe überwachen solle, wie es aus Verhandlungskreisen hieß. Die UNO schlug ihrerseits die Schaffung eines "Deeskalationskomitees" vor, um die Gewalt zu überwinden.

Der fünfte Verhandlungstag in der Schweiz ging ohne Annäherung bei anderen Punkten am Samstag zu Ende, wie es aus Verhandlungskreisen weiter hieß. So gab es keine Einigung etwa zu einem künftigen Rahmen von Friedensgesprächen, zu Korridoren für humanitäre Hilfe in dem Land oder zur Fortsetzung eines Gefangenenaustauschs.

Zum Abschluss der Gespräche kündigte der UN-Sondergesandte für den Jemen, Ismail Ould Cheikh Ahmed, für Sonntagnachmittag eine Pressekonferenz in Bern an. Er hatte am Freitag die brüchige Waffenruhe in dem Land beklagt und sich "sehr beunruhigt" wegen der zahlreichen Verstöße gegen die Feuerpause gezeigt.

Eine von Saudi-Arabien geführte arabische Militärkoalition fliegt seit März Luftangriffe im Jemen. Ziel sind mutmaßliche Stellungen der schiitischen Houthi-Rebellen und ihrer Verbündeten.

Jemens sunnitischer Staatschef Abd Rabbo Mansour Hadi war im Februar aus der Hauptstadt Sanaa in die südliche Hafenstadt Aden geflohen. Als die Rebellen im März auf Aden vorrückten, setzte sich Hadi nach Saudi-Arabien ab und bat das Königreich um militärische Hilfe.

In dem Konflikt wurden nach UN-Angaben seit März mehr als 5.800 Menschen getötet, etwa die Hälfte von ihnen Zivilisten. Mehr als 27.000 weitere Menschen wurden verletzt.

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Artikel nachrichten.at/apa 20. Dezember 2015 - 09:14 Uhr
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