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"Disco"-Moderator Ilja Richter feiert Sechziger

BERLIN. Das Etikett "Kult" haben im deutschen Fernsehen nur wenige Sendungen verdient - die Musikshow "Disco" zu Recht. An diesem Samstag wird Ilja Richter 60 Jahre alt.

Ilja Richter, Roy Black

Ilja Richter (links) und Roy Black in "Wer zuletzt lacht, lacht am besten" (ORF2,1.07.2011, 14:25 Uhr) Bild: ORF

Seine Show führte zu Grabenkämpfen in deutschen Familien. Der Vater wollte "Tagesschau" schauen, die Kinder bettelten um "Disco" mit Ilja Richter. Legendär, wie der junge Richter in den 70er-Jahren das ZDF-Publikum mit "Hallo Freunde" und "Licht aus ... Spot an" begrüßte. Das Etikett "Kult" haben im deutschen Fernsehen nur wenige Sendungen verdient - die Musikshow zu Recht. An diesem Samstag (24.11.) wird Ilja Richter 60 Jahre alt. Da bleiben die Fragen, wie es damals in der "Disco" war, nicht aus. Schlaghosen und Glitzerkostüme, Marianne Rosenberg und Abba, das weckt Nostalgie.

Zum 40. Geburtstag der Show, die von 1971 bis 1982 lief, ist Richter mit einigen Stars von damals auf Jubiläumstour gegangen. Aber seine 50-jährige Karriere hat noch ganz andere Facetten - von der Peter-Zadek-Inszenierung bis "Forsthaus Falkenau", eine lange Liste mit Theaterstücken, Filmen und TV-Serien, Kabarett, Kolumnen und Büchern. Im Dezember werden Kinogänger seine Synchronstimme in Ang Lees Literaturverfilmung "Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger" hören. Zwischen zwei Theaterauftritten hat Richter gerade ein Hörspiel aufgenommen, er ist leidenschaftlicher Radiohörer.

Schon als kleiner Bub von neun Jahren stand er auf der Bühne des Berliner Renaissance-Theaters. Seine Mutter Eva Eppens war Schauspielerin, er drehte Filme mit Rudi Carrell und Theo Lingen. Seine erste Fernsehshow ("4-3-2-1- Hot & Sweet") hatte Richter schon mit 16 Jahren, noch als Teenager stürmte er die "Disco". Ist die Sendung Segen oder Fluch? Solche biblischen Begriffe nimmt er ungern in Anspruch. "Ich sehe das relativ pragmatisch." Nur wenn sich alles immer nur um "Disco" dreht, das mag er nicht.

Jüdischer Hintergrund

Ein Schlüsselmoment in seiner Karriere? Da überlegt der Schauspieler, der jüdische Wurzeln hat, nicht lange: das Theaterstück "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran" von Eric-Emmanuel Schmitt, die Geschichte über die Freundschaft zwischen einem jüdischen Jungen und einem muslimischen Kolonialwarenhändler. Er zitiert einen Satz, den Monsieur Ibrahim zum Jungen sagt: "Versuch es mal mit einem Lächeln, und du wirst sehen." Ist er ein fröhlicher Mensch? Das Wort "humorvoll" findet Richter besser. Er sieht sich als "Zweckoptimisten".

Richter stellt klar, dass er nicht in der Schweiz wohnt, wie im Internet zu lesen ist: "Ich bin Berliner." Wer die Lokalpresse verfolgt, weiß das sowieso, zumal sich der Schauspieler für den Erhalt der alten Berliner Gaslaternen einsetzt. 2009 stand er mit Dieter Hallervorden in Katharina Thalbachs Inszenierung "Die Socken Opus 124" auf der Bühne, es war die Wiedereröffnung des Schlosspark Theaters.

Momentan schreibt Richter, der einen elfjährigen Sohn hat, ein Buch über das Altern, eine Mischung aus Sachbuch und Autobiografie. Das Alter sollte man seiner Meinung nach nicht verniedlichen oder verharmlosen. "Aber man muss es auch nicht als dunkle, drohende Kraft darstellen, finde ich." Seinen Geburtstag will er "still und angenehm" feiern. Was gerade zur Lektüre auf seinem Nachttisch liegt? Passenderweise "Altern wie ein Gentleman" von Sven Kuntze.

 

Fan-Seite von Ilja Richter.

 

"DIsco" mit Ilja Richter (YouTube-Video):

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Artikel nachrichten.at/apa 22. November 2012 - 09:26 Uhr
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