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Asyl: Psychiatrische Klinik Wels könnte bald Quartier werden

WELS. Die Psychiatrische Klinik in Wels könnte bald als temporäres Quartier für rund 50 Flüchtlinge genutzt werden. Soziallandesrätin Gertraud Jahn (SPÖ) wäre angesichts des derzeitigen starken Zustroms aus Bürgerkriegsgebieten froh über diese Möglichkeit und will einen entsprechenden Vorschlag von ÖVP-Vizebürgermeister Peter Lehner sofort prüfen lassen.

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Lehner hatte Sonntagabend via Presseaussendung vorgeschlagen, im Gebäude der ehemaligen Psychiatrischen Klinik vorübergehend Flüchtlinge aus Syrien einzuquartieren. 50 Personen könnten dort befristet auf etwa sechs Monate untergebracht werden. Laut "Kurier" kann sich auch Bürgermeister Peter Koits (SPÖ) das gut vorstellen. Der landeseigene Spitalsträger gespag ist ebenfalls gesprächsbereit. In dem Gebäude sind derzeit noch 65 Patienten untergebracht. Bis Ende Oktober übersiedelt die Abteilung ins Klinikum Wels. Dann will die gespag die Immobilie verkaufen, seit Sommer laufe eine öffentliche Interessentensuche, so Sprecherin Jutta Oberweger.

"Ich finde den Vorschlag gut", sagte Jahn, "wenn ich eine Möglichkeit bekomme, vorübergehend jemanden unterzubringen, wäre ich froh." Sie braucht vor allem Übergangsquartiere. Denn die derzeitige Situation habe sich durch den plötzlichen, sehr starken Ansturm von - großteils syrischen - Flüchtlingen im August und September dramatisch zugespitzt: "Wir sind sehr fleißig im Aufbau von Quartieren, aber für ein dauerhaftes Quartier braucht man ein bis drei Monate."

Oberösterreich habe per 1. September seine Quote zu 88,9 Prozent erfüllt, rechnete Jahn vor. Bis vergangenen Freitag sei zwar die Absolutzahl an Plätzen um 120 gestiegen, die Quote aber sei - bedingt durch die aktuelle Spitze - auf 87,5 Prozent gesunken. Insgesamt stehe das Land derzeit bei 3.503 Plätzen, gemeinsam mit dem Bund seien es in OÖ 3.974. Bis Jahresende seien 320 weitere bereits weitgehend vereinbart, "wir werden sicher 400 schaffen", erwartet die Landesrätin. Größere Unterkünfte mit 50 Personen und mehr seien nicht dabei, sie setze mehr auf dezentrale Unterbringung. Als Übergangsquartier wäre ein so großes Gebäude wie in Wels aber hoch willkommen.

"Eine befristete Zwischennutzung wäre ohne Planungsaufwand kurzfristig machbar", ist Lehner überzeugt, der Bau sei in sehr gutem Zustand. Falls der Vorschlag in die Tat umgesetzt wird, werde er mit dem Welser "Bündnis für Menschlichkeit" über mögliche Maßnahmen zur Unterstützung und Integration - etwa Deutschkurse - beraten, kündigte er an. "Ich bin der Ansicht, dass wir jetzt handeln können und müssen", so Lehner angesichts der "unwürdigen Diskussion über Quoten und Zumutbarkeiten in Österreich".

Ablehnung kam von der FPÖ: Wels betreue bereits 180 Asylwerber, hauptsächlich aus Syrien und Afghanistan, so der freiheitliche Vizebürgermeister Andreas Rabl. "Eine zusätzliche Belastung der Bevölkerung ist in Anbetracht des aktuellen Ausländeranteils von 23,08 Prozent nicht zumutbar." Er vermisst eine "faire Lastenverteilung", da andere Gemeinden bisher gar keine Flüchtlinge aufgenommen hätten. Zudem sei bei einer befristeten Unterbringung keine dauerhafte, kontinuierliche Betreuung möglich, hält er den Vorschlag für "nicht durchdacht".

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Artikel nachrichten.at/apa 06. Oktober 2014 - 13:42 Uhr
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