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Arigona: Volkshilfe klärt „zehn große Irrtümer“ auf

LINZ. Die Volkshilfe, die die Familie Zogaj seit drei Jahren betreut, nannte am Donnerstag „zehn große Irrtümer“ im Zusammenhang mit der kosovarischen Familie. Diese würden immer wieder berichtet, die Volkshilfe versuchte, sie aufzuklären.

Arigona Zogaj Bild:

1. Um die finanziellen Angelegenheiten der Familie wird seit jeher spekuliert, doch: Der Staat müsse keinen teuren Rechtsanwalt für die Zogajs zahlen, Anwalt Helmut Blum stelle die rechtliche Betreuung kostenlos zur Verfügung, so die Hilfsorganisation.

2. Ebenso wenig lasse sich die Familie „vom Staat erhalten“. Mutter Nurije sei bis zuletzt als Hilfsarbeiterin beschäftigt gewesen und auch der Vater sei einer geregelten Arbeit nachgegangen, bis er im September 2007 das Land verlassen musste.

3. Nurije Zogaj habe auch kein Arbeitslosengeld kassiert.

4. Ein Großteil der Familie Zogaj sei „vorbestraft und kriminell“, heiße es außerdem oft. Aber kein einziges Mitglied der Familie Zogaj sei jemals in Österreich wegen eines Strafvergehens verurteilt worden, so die Volkshilfe.

5. Dass Arigona „in die Medien drängt“ ist für die Volkshilfe falsch. Weder die 18-Jährige noch ihre Mutter noch ihre Geschwister Albin (11) und Albona (10) hätten im heurigen Jahr ein Interview gegeben. Es seien im Gegenteil öffentliche Auftritte vermieden worden. Arigona habe auch eine Einladung zum Opernball abgelehnt.

6. Auch dass die Familie den Staat mit 110 Einsprüchen „zum Narren gehalten hat“, stimme nicht. Es habe deutlich weniger Einwendungen gegeben. Diese Zahl sei einmal in den Medien kolportiert worden und werde seitdem immer wiederholt. Mehrere Einwendungen seien in einem Asyl-Verfahren keine Seltenheit.

7. Die Volkshilfe unterstütze die Familie Zogaj nicht „mit Spendengeldern“, sondern betreue sie im Rahmen ihres Auftrages der Flüchtlings- und Migrantenbetreuung. Die Betreuungspflichten werden vom Innenministerium bzw. vom Land OÖ. gebietsweise an verschiedenste Hilfsorganisationen vergeben.

8. Die Mutter Nurije „stellt sich nur krank, damit sie nicht abgeschoben werden kann“, sei ein weiterer Irrtum. Die Mutter leide ärztlich nachgewiesen unter schwerer psychischer Beeinträchtigung und sei auf medizinische Hilfe und Medikamente angewiesen.

9. Oft heiße es, „Arigona braucht nur zu heiraten, um in Österreich bleiben zu können“. Doch erstens müsste sie trotzdem zuerst ausreisen. Und zweitens ginge das erst mit 21 Jahren. Arigona ist allerdings erst 18.

10. Die Zogajs seien „Scheinasylanten“, führt die Volkshilfe als letzten Irrtum an. Vielmehr sei das Haus der Familie niedergebrannt worden, sie hätten flüchten müssen. Ihr Problem sei gewesen, dass sie anfangs versucht hätten, im Kosovo zu bleiben. Andere, die gleich geflüchtet seien, hätten den Asylstatus noch erhalten.

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Artikel nachrichten.at/apa 15. Juli 2010 - 12:32 Uhr
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