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Anlagebauer Andritz mit starken Verlusten

WIEN. Der börsenotierte steirische Anlagenbauer Andritz hat 2009 Rückgänge bei allen Ergebniskennzahlen verbucht. Das Konzernergebnis nach Abzug von Minderheitsanteilen sank um 30,7 Prozent auf 96,8 Mio. Euro und lag damit unter den Erwartungen der Analysten, die im Schnitt mit einem Nettogewinn von 101 Mio. Euro gerechnet hatten.

Andritz-Chef Leitner

Andritz-Chef Leitner Bild: apa

Das Ergebnis vor Steuern ging um 28,9 Prozent auf 149,6 Mio. Euro zurück, der Umsatz um 11,4 Prozent auf 3,197 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Freitag vor der Bilanz-Pressekonferenz ad hoc mitteilte.

Das Ergebnis vor Zinsen und Ertragssteuern (EBIT) fiel mit 147,1 Mio. Euro um ein Drittel niedriger aus als 2008, beim operativen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) gab es einen Rückgang um 21,6 Prozent auf 218,2 Mio. Euro.

Der Auftragseingang sei mit über 3,3 Mrd. Euro nur um ein Zehntel unter dem hohen Wert von 2008 geblieben, heißt es in der Mitteilung. Der Auftragsstand per Ende 2009 erreichte einen Wert von rund 4,4 Mrd. Euro und lag damit etwas über dem Niveau von 2008.

Wegen des Umsatz-Rückgangs und einmaliger Restrukturierungsaufwendungen in der Höhe von rund 29 Mio. Euro sei das EBITA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) der Gruppe auf 164,1 Mio. Euro (2008: 233,2 Mio. Euro) gesunken, heißt es weiter. Die Rentabilität (EBITA-Marge) betrug 5,1 Prozent (2008: 6,5 Prozent) - ohne die einmaligen Restrukturierungsaufwendungen beträgt die EBITA-Marge 6,0 Prozent (2008: 6,8 Prozent).

Bei der kommenden Hauptversammlung will der Vorstand für das Geschäftsjahr 2009 die Zahlung einer Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorschlagen (2008: 1,10 Euro) - das entspreche einer Erhöhung der Ausschüttungsquote auf 52,9 Prozent (2008: 40,3 Prozent).

Bei Ilisu-Staudamm weiterhin im Spiel

Nachdem die Türkei nach wie vor am umstrittenen Ilisu-Staudamm festhält und nach Regierungsangaben auch die Finanzierung sichergestellt hat, sieht sich auch der steirische Turbinenbauer Andritz wieder im Spiel. Die Aufträge seien zwar nach dem Ausstieg der Exportkredit-Versicherer aus Österreich, Deutschland und der Schweiz auf Eis gelegt worden, aber wenn das Projekt fortgesetzt werde, dann werde Andritz auf jeden Fall dabei sein, sagte Andritz-Chef Wolfgang Leitner heute, Freitag, bei der Bilanzpressekonferenz in Wien.

Wann das sein wird, traut sich Leitner nicht einzuschätzen. „Zu Ilisu habe ich es aufgegeben, zeitliche Prognosen abzugeben. Aber ich nehme an, dass es sich in den nächsten Monaten entscheiden wird.“ Für Andritz gehe es bei dem Projekt um eine Größenordnung von 300 Mio. Euro. Allzu sicher ist sich Leitner über über das Geschäft aber nach wie vor nicht, „es kann immer alles schiefgehen“.

Nachdem sich Österreich im vergangenen Sommer aus politischen Gründen entschieden hatte, keine Staatshaftungen für die Finanzierung des umstrittenen Staudammprojektes in der Türkei abzugeben, hatte es bis vor wenigen Wochen so ausgesehen, als wäre der Deal für Andritz gestorben. Mitte Februar erklärte die türkische Regierung jedoch, man habe die Finanzierung des Projekts sichergestellt und halte weiterhin an dem Projekt fest.

International umstritten ist das Projekt unter anderem, weil dafür tausende Menschen abgesiedelt werden müssen und historische Kulturgüter zerstört werden.

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Artikel apa/nachrichten.at 05. März 2010 - 08:57 Uhr
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