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Albanien macht ersten Schritt Richtung EU-Beitritt

BRÜSSEL. Auf dem Weg zur EU-Mitgliedschaft hat Albanien den ersten wichtigen Schritt geschafft. Die Außenminister der EU leiteten den Beitrittsantrag Albaniens am Montag in Brüssel zur Prüfung an die EU-Kommission weiter.

Die Kommission muss nun das Für und Wider eines albanisches Beitritts abwägen. Sollte sie für eine Aufnahme des Balkanlandes plädieren, kann der Ministerrat den Beginn der Beitrittsverhandlungen beschließen. Bis dahin werden jedoch noch Monate vergehen. Mit der Einschaltung der Kommission ist aber der Beginn des Aufnahmeprozesses eingeleitet.

Albanien hatte Ende April - kurz vor der Parlamentswahl - förmlich die EU-Mitgliedschaft beantragt, was als Wahlkampf-Gag des konservativen Ministerpräsidenten Sali Berisha kritisiert worden war. Das Land war am 1. April in die NATO aufgenommen worden und ist seit 2006 mit der EU über ein Stabilisierungs- und Assoziationsabkommen verbunden. Mindestens jeder vierte der 3,4 Millionen Einwohner lebt unter dem Existenzminimum, das monatliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei wenig mehr als 200 Euro. Damit zählt der Balkan-Staat zu den ärmsten Ländern Europas.

Die EU-Kommission hat bisher mehrfach vor allem Korruption und das ungehinderte Agieren der organisierten Kriminalität in Albanien kritisiert. Das Land ist bei der Umsetzung der für einen EU-Beitritt erforderlichen Reformen säumig, auch deswegen, weil die Parlamentsarbeit seit den Wahlen Ende Juni gelähmt ist. Die oppositionellen Sozialisten erkennen ihre knappe Niederlage nicht an und boykottieren die Sitzungen der Volksvertretung.

Derzeit sind Kroatien, die Türkei und Mazedonien Beitrittskandidaten. Mit Mazedonien gibt es aber noch keine Verhandlungen. Montenegro hatte im Dezember 2008 einen Beitrittsantrag gestellt, den der Ministerrat ebenfalls an die Kommission weitergeleitet hat. Serbien will noch heuer einen Beitrittsantrag stellen. Damit bliebe von den Westbalkan-Staaten, denen die EU im Jahr 2003 eine grundsätzliche Beitrittsperspektive in Aussicht gestellt hat, nur noch Bosnien-Herzegowina übrig.

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Artikel apa/nachrichten.at 16. November 2009 - 17:44 Uhr
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