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Spezial

Tiere des Jahres 2019

Von Ulrike Griessl   12. Januar 2019 00:04 Uhr

Europäische Wildkatze

Auf gefährdete Arten hinzuweisen und das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Natur und Tieren zu schärfen – das will der Naturschutzbund mit der jährlichen Wahl der Tiere des Jahres erreichen.

Die Wildkatze - Tier des Jahres 2019

Der Naturschutzbund hat die Europäische Wildkatze (Felis silvestris silvestris) zum Tier des Jahres 2019 gewählt. Sie ist eine der seltensten heimischen Säugetierarten. Ursprünglich im Großteil Europas beheimatet, findet man heute nur noch Restvorkommen in den Nachbarländern. Auch in Österreich gab es bis in die 1950er Jahre Wildkatzen. Seither gelingen nur noch vereinzelt Nachweise. Deshalb heftet sich der Naturschutzbund seit 2008 an die Fersen des versteckt lebenden Tieres und sammelt über die Koordinations- und Meldestelle seit 2009 sämtliche Hinweise zu Wildkatzen. Grund für das fast gänzliche Verschwinden der Wildkatze war vor allem die völlige Fehleinschätzung ihrer „Schädlichkeit“ und die daraus resultierende Verfolgung durch den Menschen bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Der Edelkrebs - Wassertier 2019

Früher war der Edelkrebs, auch Europäischer Flusskrebs genannt, weit verbreitet, doch heute sind die Bestände des Edelkrebses in Österreich höchst gefährdet. Ihre Lebensräume werden durch Gewässerverunreinigungen und -verbauungen eingeschränkt. Ganz besonders macht dem Edelkrebs aber die Konkurrenz durch landesfremde Krebse und vor allem die eingeschleppte Krebspest zu schaffen. „Und nicht nur der Edelkrebs leidet darunter, auch alle anderen heimischen Krebsarten sind betroffen“, heißt es in der Begründung des Naturschutzbundes für die Ernennung dieses Tieres. Der Edelkrebs ist die größte Art der in Europa heimischen Krebse. Er kann eine Größe von ca. 20 cm erreichen und bis zu 20 Jahre alt werden.

Der Bergmolch - Lurch des Jahres 2019

An die Farbenpracht des Bergmolchs kommt kein anderer österreichischer Lurch heran. Mit seinem orangeroten Bauch zählt er zu den imposantesten heimischen Amphibienarten. Vor allem zur Paarungszeit im Frühjahr bieten die Männchen einen prächtigen Anblick im Teich. Sie imponieren dann mit blauer Färbung und deutlichem Leopardenlook aus schwarzen Flecken sowie vielen Punkten an Armen und Beinen. Durch seine plakative Färbung eignet sich der Bergmolch laut Naturschutzbund ideal, um stellvertretend auf die Rückgänge der Amphibien aufmerksam zu machen. Wie sein Name sagt, lebt der Bergmolch in den waldreichen Mittelgebirgen und in alpinen Lagen bis auf etwa 2400 Meter.

Der Goldfisch – eine Gefahr - „Alien“ 2019

Dieser Süßwasserfisch wurde zum Alien des Jahres gekürt, weil er nicht in Europa heimisch ist, aber durch Aussetzung in unseren Gewässern dennoch vorkommt. Dem Ökosystem schadet der Allesfresser, denn er ernährt sich von Eiern, Larven und Pflanzenteilen sowie verschiedenen Kleintieren. Viele davon, wie etwa Wasserflöhe, sind für die Wasserqualität wichtig, da sie das Wasser durch ständiges Filtern säubern.

Goldfisch

Goldfische reduzieren diese Tiere drastisch. Auch unsere heimischen Amphibien leiden unter den Goldfischen, weil ihr Laich und die Kaulquappen für diese „Aliens“ willkommene Leckerbissen sind. Der Naturschutzbund appelliert an alle, keine Goldfische freizusetzen – auch nicht im eigenen Gartenteich!

Die Kleine Hufeisennase - Fledermaus 2019

Mit einem Gewicht von vier bis sieben Gramm zählt die Hufeisennase zu den kleinsten heimischen Fledermausarten. Im Sommer nutzt sie Dachböden zur Aufzucht ihrer Jungen, von November bis März hält sie in Höhlen, Stollen und Kellern Winterschlaf. In vielen Gebieten Europas gab es für die Kleine Hufeisennase im vergangenen Jahrhundert dramatische Populationseinbrüche. Gründe dafür sind vor allem der Einsatz von Giften sowie Quartier- und Habitatverluste. Aktuelle Populationstrends zeigen eine Erholung der Bestände, aber es gibt noch immer viele Regionen, die die Kleine Hufeisennase bisher nicht wieder besiedeln konnte.

Die Ameisenspringspinne - Spinne 2019

Zur Familie der Springspinnen zählen weltweit 6089 und in Europa 345 Arten. Die Gattung Myrmarachne ist in Europa mit drei Arten vertreten, in Mitteleuropa kommt nur Myrmarachne formicaria vor. Sie gilt nicht als gefährdet. Im Gegensatz zu vielen anderen Springspinnen und deren gedrungenem Körper hat Myrmarachne formicaria einen länglich-zarten Körper. Sie wird bis zu sechseinhalb Millimeter lang und ähnelt einer Ameise. Wie alle Springspinnen baut auch die Ameisenspringspinne kein (Fang-)Netz, sondern lauert ihrer Beute auf.

Die Pinzgauer Ziege - Nutztier 2019

Sie stammt aus dem Salzburger Pinzgau und wäre beinahe ausgestorben. Der schnellen Intensivierung in der Landwirtschaft konnte diese Nutztierrasse nicht folgen und so ging der Bestand dramatisch zurück. Der Gesamtbestand 2018 betrug etwa 1018 Tiere.

Die Pinzgauer Ziege

Bei der Pinzgauer Ziege handelt es sich um eine milchbetonte extensive Rasse, die auch für die Fleischproduktion und in der Landschaftspflege eingesetzt wird. Gebirgsbauern haben die Ziegen wegen ihrer besonderen Eignung zur Milcherzeugung gehalten. Die Milch wurde mit entrahmter Kuhmilch vermischt und zu Pinzgauer Almkäse (Bierkas) verarbeitet. Ziel ist die Erhaltung der alten Linien dieser ursprünglichen Rasse.

Die Feldlerche - Vogel 2019

Birdlife Österreich hat die Lerche zum Vogel des Jahres 2019 gewählt. Damit folgt auf den Star, Vogel des Jahres 2018, ein weiterer Vogel der Agrarlandschaft.
Diese Auswahl steht laut Birdlife in direktem Zusammenhang mit der Forderung nach einer grundlegenden Änderung der europäischen Agrarpolitik. Denn der Rückgang bei den Beständen dieses ehemaligen häufig gesichteten Vogels sei alarmierend: Die Hälfte der Feldlerchen sei in den vergangenen 20 Jahren verschwunden.
Die Feldlerche steht als Jahresvogel stellvertretend für andere Feldvögel wie Rebhuhn und Grauammer, denen es zum Teil sogar noch schlechter geht.

Die Rostrote Mauerbiene - Insekt 2019

Der Naturschutzbund und die Österreichische Entomologische Gesellschaft haben die Rostrote Mauerbiene zum Insekt des Jahres gewählt. Sie wollen damit auf die Bedeutung von bestäubenden Insekten und den Schutz von Wildbienen aufmerksam machen. „Die Rostroten Mauerbienen spielen als Bestäuber von Blütenpflanzen eine herausragende Rolle“, heißt es in der Begründung zur Ernennung. Denn für Osmia bicornis gebe es kaum eine Pflanze, deren Pollen sie nicht sammle und damit auch zu deren Bestäubung beitrage.

Der Tigerschnegel - Weichtier 2019

Der Tigerschnegel ist in Mitteleuropa verbreitet, trotzdem kennen ihn nur relativ wenige Menschen. Hauptgrund dafür ist, dass diese Art fast nur nachts unterwegs ist. Diese Schnecke beeindruckt nicht nur durch ihre Größe und ihr Aussehen, sondern auch durch ihr spezielles Fortpflanzungsverhalten. Der große Vorteil dieser nachtaktiven heimischen Schneckenart ist, dass sie ein Feind der ungeliebten Spanischen Wegschnecke ist. Der Tigerschnegel erbeutet zwar selten die ausgewachsenen Tiere, frisst aber gerne Eier und Jungtiere der Wegschnecke.
Der Tigerschnegel erreicht eine Länge von etwa 20 cm und gehört deshalb zu den größten Schnecken Europas.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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