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Spezial

Das Glück auf zwei Rädern

20. April 2019 00:04 Uhr

Das Glück auf zwei Rädern
Familienausflug mit dem Rad: Es gibt in ganz Oberösterreich unzählige Radwege zu entdecken, vom Inn bis zur Enns.

Die Oberösterreicher treten gern in die Pedale, nicht nur in der Freizeit – steigen auch Sie auf mit einer neuen OÖN-Serie! Mit welchen Zielen sechs unterschiedliche Rad-Typen in ihre Saison starten.

Radfahren wird immer vielfältiger, vom Carbon-Renner über Mountain- oder E-Bike bis zum Citybike mit Kinder-Anhänger nutzen es immer mehr Landsleute für Freizeit, Alltag oder Arbeitsweg. Neue Technik und optimale Ausrüstung vom Helm bis zu den Schuhen machen das Radeln inzwischen selbst bei Aprilwetter zum Vergnügen. Auch die "digitale Welt" hat am Radl Einzug gehalten, mit Navigation und Tracking unserer Ausfahrten bis zum elektronischen Schloss, das Alarm gibt, wenn Ihr Rad gestohlen wird.

Wo es so viel Neues zu entdecken gibt, wo interessante Rad-Typen unterwegs sind, da liefern wir gerne Lesestoff dazu. Die OÖNachrichten haben zum Auftakt der neuen Rad-Serie Oberösterreicher gefragt, wie sie mit dem Bike in die neue Saison gestartet sind – die Antworten dazu lesen Sie unten.

 


Abstand vom Profisport – Christina Kollmann, Mountainbikerin

Abstand vom Profisport
Kollmann-Forstner

Christina Kollmann-Forstner wird es heuer etwas ruhiger angehen. Die 31-jährige Mountainbikerin aus Schladming, die seit mehr als zehn Jahren im Bezirk Ried im Innkreis lebt, wurde im vergangenen Jahr bei der Mountainbike-Marathon-Weltmeisterschaft in Italien Zweite. Nach dem größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere wird Kollmann-Forstner heuer etwas kürzertreten.

"Es hat sich bereits im November herauskristallisiert, dass jetzt einmal die Familienplanung Priorität hat", sagt die erfolgreiche Mountainbikerin. Das Radfahren will sie aber keineswegs vernachlässigen, auch eine Fortsetzung der Karriere in einigen Jahren ist nicht völlig ausgeschlossen.

"Im Inn- und Hausruckviertel gibt es viele Strecken, die optimal für den Fitness- und Leistungsaufbau sind. Hier habe ich mir immer wieder die Grundlagen für die nationalen und internationalen Rennen geholt", sagt Kollmann-Forstner. Radfahren könne sie jedermann empfehlen. "Es bietet sich für Anfänger sicher besser als Laufen an. Allerdings sollte man es zu Beginn nicht übertreiben und auch die Rumpfmuskulatur kräftigen."
 

Der Mann ohne Auto – Edmund Brandner, Ganzjahresradler

Der Mann ohne Auto
OÖN-Redakteur E. Brandner

Für Edmund Brandner gibt es keinen Fahrrad-Saisonbeginn, weil er das ganze Jahr über radelt. Der OÖN-Lokalredakteur im Salzkammergut verkaufte vor neun Jahren sein Auto und erledigt seither fast alles mit dem Rad: Er fährt damit zur Arbeit, zum Einkaufen, in den Urlaub und am Wochenende auf groben Stollen ins Gebirge. Einmal pro Jahr überquert er die Alpen mit dem Mountainbike, und auch die Liebe zum Rennrad hat der 49-Jährige inzwischen entdeckt. In Summe sitzt Brandner jährlich rund 7500 Kilometer im Sattel.

Dabei hat er keinerlei sportliche Ambitionen. "Ich radle nicht, um mir etwas zu beweisen", sagt der Gschwandtner (Bezirk Gmunden). "Mir geht es um den Genuss, um das Naturerlebnis. Radfahren ist ein herrlicher Stressausgleich. Andere meditieren oder gehen in die Kirche. Ich fahre mit dem Rad. Wenn du beim Kurbeln deinen Rhythmus findest, schleicht sich Glücksgefühl ein."

Und Brandners Lieblingsroute mit dem Trekkingbike? "Der Radweg von Bad Ischl nach Salzburg auf der ehemaligen Trasse der Salzkammergutbahn." Nachsatz: "Am besten bei Ostwind."
 

Europa, coast to coast – Wolfgang Fasching, Mental-Coach, Radlegende

Europa – coast to coast
Extrem-Radler Wolfgang Fasching

Ein ehrgeiziges Ziel nennt Radlegende Wolfgang Fasching für die noch junge Saison 2019: "Europe – coast to coast" nennt sich sein neuestes Projekt, bei dem er von Gibraltar bis an das Nordkap 6000 Kilometer radeln will.

"Seit Ende meiner aktiven Karriere mit den "Race Across America"-Siegen sitz ich im Winter nicht mehr auf dem Rad, auch nicht auf dem Ergometer: Ich halte mich mit Laufen, Bergsteigen, Eisklettern und vielen Skitouren fit", sagt Fasching.

Die neue Radsaison hat er mit einem privaten Trainingslager iim spanische Calpe gestartet und dem schon einige längere Touren im Hausruck hinzugefügt – ausgehend von seiner Heimatgemeinde Neukirchen bei Lambach.

Zu einer speziellen "Lieblingstour" hält Fasching sich bedeckt: "Es gibt eigentlich keine, Radfahren ist in Oberösterreich einfach unglaublich toll und macht mir überall Freude. Eine Runde über die Großalm ist aber immer ein Highlight", lässt er sich schließlich doch noch entlocken. Der Gasthof Großalm liegt idyllisch zwischen Traunsee und Attersee auf rund 700 Metern Höhe – ideal zum Einkehren auf der Tour.
 

300 km an einem Tag – Ingrid Probst, Ambitionierte Rennradlerin

300 km an einem Tag
Ingrid Probst hat ein großes Ziel.

Es war der Stressabbau, der die Linzerin Ingrid Probst vor knapp 30 Jahren auf das Rad steigen ließ. Ausgleich zum Beruf fand die Personalberaterin zunächst auf dem Mountainbike, später dann auf dem Rennrad. Die Geschwindigkeit und Möglichkeit, längere Distanzen zurücklegen zu können, haben für die 55-Jährige nach wie vor ihren Reiz. "Dieses Jahr möchte ich beim Rennen Fuga 300 vom Großglockner nach Grado die 300-Kilometer-Marke einer Tagestour knacken", sagt sie.

Im Winter wurden regelmäßige Spinning- und Krafteinheiten absolviert, weiters eine Woche auf Fuerteventura und eine weitere Woche auf Mallorca mit ihren Vereinskollegen von RDD Puchenau im Trainingslager verbracht. "Wenn es das Wetter zulässt, fahre ich auch im Winter draußen, meist im Flachen, etwa in Richtung Mauthausen." Im Frühjahr zählt die Weißwurst-Etappe nach Passau zu ihren Klassikern. Besonders schön sei auch eine Tour ins Mostviertel mit dem Sonntagsberg als sportliche Herausforderung und gemütlichen Einkehrmöglichkeiten.
 

Blaa Alm als Saisonziel – Andrea Schenner, "Agathawirt"-Chefin

Blaa Alm als Saisonziel
Andrea Schenner am Hallstättersee

Den Winter über hat sich die Chefin des Bike-Hotels Agathawirt in Bad Goisern eher mit Schneeschaufeln und Langlaufen fit gehalten. Der Schnee hindert die Biker im Inneren Salzkammergut auch jetzt noch an Ausfahrten in höher gelegene Gebiete, aber der Saisonstart war trotzdem ein Erfolg: "Den Hallstättersee haben mein Partner und ich schon ein paar Mal umrundet, das Ostufer ist immer wieder ein landschaftliches Highlight!", schwärmt Schenner. Ihre Lieblingstouren wie Predigtstuhl-Ewige Wand-Hütteneck müssen heuer noch ein wenig warten.

Ihr Saisonziel sieht Schenner in der Region: Die Blaa-Alm-Runde soll es sein, eine ziemlich fordernde, lange Ausfahrt mit vielen Höhenmetern über den Pötschenpaß hinüber ins Ausseerland. "Ich bin ein Fan der Blaa-Alm-Runde mit Abstecher zum Altausseer See, da ich die Ruhe des Sees und des Rettenbachtals unglaublich schätze – außerdem gibt es dann da ja noch die Rettenbachalm zum Einkehren", sagt Schenner. Für die rund 50 Kilometer werde aber noch ein wenig Training nötig sein, damit auch die Kondition reicht, um zurück nach St. Agatha zu kommen.

 

Training mit Profi – Gerhard Eder, Amateur-Racer

Training mit Profi
Gerhard Eder im Firmen-Dress

Als Ausdauertraining den Winter über nutzt der Chef von "Matten Eder" vor allem das Skaten, Indoor-Radeln ist gar nicht so sein Thema. "Dann schon lieber eine knackig-kalte Runde mit dem Mountainbike", sagt Gerhard Eder, dessen Firmen-Team mit den schwarzen Dressen vielen "Donauradweg-Trainierern" bestens bekannt ist.

Zum Start in die Rennradsaison gönnt er sich ein Trainingslager in Italien mit dem ehemaligen Profi Max Lelli aus der Maremma. "Eine ordentliche Portion Pasta nach dem Training gehört da auch dazu", sagt Eder. Sein Saisonziel für heuer ist eine eigene Transalp-Variante: "Eine sechstägige Tour über rund 1200 Kilometer von Linz über die Alpen nach Slowenien und zurück bis nach Bozen, mit möglichst vielen schönen Pässen und Höhenmetern", schildert er seine Routenplanung.

Lieblingstour ist für Eder zu Hause im Mühlviertel die Runde über Pelmberg nach Linz und zurück nach St. Georgen an der Gusen oder auch das Gusental hinauf bis Hirschbach, Ottenschlag und von oben kommend über Pelmberg wieder ins Donautal.
 

 

Ex-Radprofi tritt für RLB OÖ in die Pedale

 

Ex-Radprofi tritt für RLB OÖ in die Pedale
Vom Bike in die Bank: Ex-Radprofi Roman Rametsteiner motiviert seine Raiffeisen-Kollegen zum Radeln.

Der Übergang in das Leben nach der Karriere ist für Profisportler oftmals eine große Herausforderung. Mehr als 15 Jahre hat Roman Rametsteiner sein Leben dem Radsport gewidmet. Als Firmenkundenbetreuer in der Raiffeisenlandesbank OÖ ist ihm ein zweiter erfolgreicher Karriere-Weg gelungen. "Ich habe rechtzeitig vor dem Ende meiner Profi-Zeit ein Wirtschafts-Studium abgeschlossen und mir so eine gute Basis geschaffen", so der 42-jährige Gallneukirchner. Schon in jüngeren Jahren hat sich Rametsteiner für die Finanzwelt interessiert und sich mit Wertpapieren beschäftigt. Das Mountainbike ist für den zweifachen Vater auch heute noch wichtig. "Ich versuche neben Familie und Beruf regelmäßig Zeit für Sport zu finden. 30.000 km im Jahr auf dem Rad, wie zu Spitzenzeiten, sind aber nicht mehr vorstellbar."

Spitzensport als gute Vorbereitung

Die Zeit als Profi hätte ihn gut für den Job in der Raiffeisenlandesbank OÖ vorbereitet. "Es gibt viele Parallelen: Ausdauer, Durchsetzungsvermögen, akribische Vorbereitung, und das Ziel, besser als die Konkurrenz zu sein, sind Dinge, die man in der Wirtschaft sehr gut brauchen kann", so Rametsteiner. Auf der Strecke hat den EM-Bronzemedaillen-Gewinner von 2003 vor allem auch seine mentale Stärke ausgezeichnet: "Bei meiner Paradedisziplin, dem Olympischen Cross-Country, hieß es immer: Auf die Plätze, fertig, los! Eineinhalb Stunden Adrenalin pur mit 200 Puls, ständig geht es bergauf und bergab, jeder Fahrer ist auf sich alleine gestellt. Im Ziel war ich völlig erschöpft, dafür konnte ich oft in der Nacht nach einem Rennen nicht einschlafen, weil ich noch so aufgedreht war." Neben der Strecke hat es Rametsteiner bereits in der aktiven Zeit verstanden, sich ein gutes Netzwerk aufzubauen. "Auch deshalb ist mir der Schritt in die Wirtschaft leichter gefallen."

Radsport hat sich enorm weiterentwickelt

Als Vizestaatsmeister, mehrfacher Sieger und Streckenrekordhalter des Raiffeisen Granitmarathons in Kleinzell hat Roman Rametsteiner die heimische Rad-Szene über viele Jahre mitgeprägt und bestimmt. Seine ersten Rennen hat er im Alter von 16 Jahren bestritten, sein großes Talent wurde im Radclub des Onkels entdeckt und gefördert. "Der Radsport in Oberösterreich hat sich enorm weiterentwickelt. Nicht nur die Teilnehmerzahlen bei großen Rennen haben sich vervielfacht, vor allem im Breitensport und im Tourismus sind die Möglichkeiten mit Infrastruktur-Initiativen und E-Bikes viel breiter geworden."

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