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Der Ibmersee: Die Natur ist jedoch nicht die einzige Facette im Bezirk Braunau.

"Was keiner glaubte, ist nun unter Dach und Fach"

BEZIRK BRAUNAU. Jetzt ist es fix: Im Bezirk Braunau gibt es ab 1. Jänner einen gemeinsamen regionalen Tourismusverband Braunauer Touristiker kämpften für grenzübergreifende Strukturen im neuen Tourismusgesetz – und hatten Erfolg

Von Marina Mayrböck, Bianka Eichinger, Thomas Streif, 08. November 2018 - 17:04 Uhr

Eine zweijährige, intensive Arbeitszeit endet für Braunauer Touristiker mit einem Paukenschlag: Gemeinsam haben sie für eine Änderung im neuen Tourismusgesetz gekämpft und können jetzt mit einem eigenen, grenzüberschreitenden Verband durchstarten. Wäre ihnen der Plan nicht aufgegangen, wären alle Tourismusverbände des Bezirkes Braunau von der Auflösung bedroht gewesen.

Ein Entwurf für das neue Tourismusgesetz, der 2016 erstmals zur Sprache kam, sieht 200.000 Nächtigungen pro Verband vor, das schafft im Bezirk Braunau kein einziger. Eine Bezirkslösung wurde angestrebt und ein Gesetz, das eine Kooperation mit Salzburg und Bayern anerkennt. Denn mit den Nachbarn im Boot kann diese Übernachtungs-Hürde locker genommen und so die Eigenständigkeit vor Ort gewahrt werden. Diese Variante der Zusammenarbeit für die Grenzregion wurde tatsächlich im Gesetzesentwurf verankert und nun der offizielle Start des neuen Tourismusverbandes per 1. Jänner 2019 bekanntgegeben.

"Wir haben es geschafft. Was keiner geglaubt hat, ist nach zwei Jahren intensiver Arbeit unter Dach und Fach. Es gibt einen gemeinsamen regionalen Tourismusverband, der den Bestand der vielen kleinen Besonderheiten des Bezirkes erhalten wird, der das erfolgreiche Konzept der grenzüberschreitenden touristischen Zusammenarbeit fortführen kann und der stark genug ist, um wirklich kräftige Impulse für den Bezirk und die Region zu setzen", freut sich Wolfgang Reindl vom Tourismusverein "Seelentium".

Einzigartig im Land

Der neue Verband ist aus heutiger Sicht der einzige im Land, der diese grenzübergreifende Option des neuen Gesetzes wahrnimmt. Diese sieben Tourismusgemeinden fusionieren zu einem Verband: Braunau, Mattighofen, Franking, Munderfing, Lochen, Perwang und Hochburg-Ach. Die Gemeinden Haigermoos, Helpfau-Uttendorf, Kirchberg, Palting, St. Radegund, Weng und Ostermiething werden ab 1. Jänner ebenfalls dem neuen Verband beitreten. Grenzüberschreitend sind dabei die bayerischen Städte Burghausen, Simbach und Tittmoning sowie die Salzburger Gemeinden Lamprechtshausen und St. Georgen.

Unterstützt wird der Aufbau der grenzübergreifenden Strukturen in der Dreiländerregion aus Mitteln des EU-Förderprorammes "Interreg", von Leader-Oberinnviertel-Mattigtal und der Wirtschaftskammer. "Derzeit fließen über 20 Prozent der LEADER-Fördermittel in tourismus-relevante Projekte. Daher ist es von großem Vorteil, wenn wir in Zukunft einen starken und schlagkräftigen Partner in diesem Bereich haben", sagt LEADER-Geschäftsführer Florian Reitsammer.

Gesucht wird derzeit ein Name für den neuen Verband und eine Geschäftsführung. Wer sich für diesen Vollzeit-Job interessiert, kann sich noch bis 16. November bewerben und zwar per E-Mail: inwert@speed.at. Sitz des neuen Tourismusverbandes wird Braunau sein, die bisherigen Mitarbeiter in Mattighofen, Franking und Seelentium werden weiter vor Ort die Betreuung wahrnehmen.

 

Ob die Touristen-Info in Schärding geöffnet bleibt, ist noch unklar.  
Bild: (TV Schärding)

Alle Tourismusgemeinden des Bezirkes Schärding treten Donau OÖ bei

Einigkeit herrscht auch im Bezirk Schärding: Wenn der TV Schärding dem künftigen Tourismusverband Donau OÖ 2020 beitritt, sind alle derzeitigen sieben Tourismusgemeinden – Schärding, Andorf, Kopfing, Freinberg, Vichtenstein, Engelhartszell und Waldkirchen – des Bezirkes Schärding Teil der Organisation. Unsicher ist jedoch, ob die gut frequentierte Tourist-Info an der Alten Innbrücke in Schärding weiterhin geöffnet bleiben wird.
„Momentan ist noch sehr vieles unklar. Der künftige Tourismusverband Donau OÖ stellt zwar 40 Prozent der Tourismuseinnahmen auf Gemeindeebene für örtliche Tourismusaufgaben bereit, aber damit kann der derzeitige Service an der Alten Innbrücke mit dem jetzigen Personalstand verständlicherweise nicht aufrecht erhalten werden. Der TV Schärding erarbeitet daher mit der Stadtgemeinde und weiteren strategischen Partnern ein Konzept für den Aufbau einer Stadtmarketingorganisation. Demnächst wird ein Leaderprojekt eingereicht“, so Tourismuschefin Bettina Berndorfer. Dass die Tourist-Info in der Barockstadt weiterhin betrieben wird, hält auch Friedrich Bernhofer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Donau OÖ, für sinnvoll: „Das können und werden auch künftig die Schärdinger in Eigenverantwortung entscheiden. Wegen der großen Zahl an Tages- und Nächtigungsgästen in Schärding wäre das sicher sinnvoll.“

Der künftige TV Donau OÖ wird vor allem für das Tourismus-Marketing im In- und Ausland zuständig sein und weiters mit zwei bis drei neuen Regionalbetreuern eng mit den Tourismusgemeinden und -betrieben zusammenarbeiten. „Für die Tourismusaufgaben vor Ort beabsichtigt der Verband zum Unterschied von anderen, 40 Prozent der Tourismusabgaben den Mitgliedern zur Verfügung zu stellen“, so Bernhofer. Dass alle sieben Tourismusgemeinden des Bezirkes Schärding geschlossen Mitglied im neuen Verband sind, freut Bernhofer. „Die jahrelange vertrauensvolle, konstruktive und erfolgreiche Zusammenarbeit in unserer Werbegemeinschaft war für den Beschluss meines Erachtens ausschlaggebend.“

 

"Unser Vorteil ist, dass wir seit 20 Jahren eigenständig arbeiten"
Die Therme Geinberg ist der größte Tourismusbetrieb im gesamten Innviertel.  
Bild: Hartl

"Unser Vorteil ist, dass wir seit 20 Jahren eigenständig arbeiten"

Auf rund 250.000 Nächtigungen kam der größte Innviertler Tourismusverband s’Innviertel im vergangenen Jahr. Damit war man weit von einer Fusionierung mit anderen Tourismusverbänden entfernt. Insgesamt 18 Gemeinden aus den Bezirken Ried und Braunau gehören zum s’Innviertel.

„Unser Vorteil ist mit Sicherheit, dass wir seit 20 Jahren eigenständig arbeiten und uns schon jetzt intensiv mit dem Tourismusstrategiepapier 2022 beschäftigen können“, sagt s’Innviertel-Geschäftsführer Gerald Hartl im OÖN-Gespräch.

Die Situation für den Tourismus im Innviertel sieht Hartl überwiegend positiv, nicht zuletzt dank des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Region. „Das Innviertel ist eine Region, die sich seit vielen Jahren äußerst positiv entwickelt, davon profitiert auch der Tourismus.“

Auf die Frage, wie er die Entwicklung der Region einschätzt, antwortet Hartl: „Ich sehe das Innviertel auch in den kommenden Jahren klar am aufsteigenden Ast. Es ist eine Region, die sehr lebenswert ist und enorm viel zu bieten hat.“

Einer Kooperation mit den anderen Tourismusverbänden in der Region steht Hartl grundsätzlich positiv gegenüber. „Natürlich ist ein Miteinander mit den anderen Tourismusverbänden wichtig. Jeder von uns will schließlich das Beste für das Innviertel.“

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