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Vom Archivar bis zum Gärtner: Sie halten unsere Hochschulen am Laufen

Von Julia Popovsky und Herbert Schorn   18. Oktober 2018 09:33 Uhr

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LINZ. Hunderte Mitarbeiter sind an Kepler-Uni und Fachhochschule im Einsatz, damit der Laden läuft. Doch wie sehen sie ihre Uni? Julia Popovsky, Herbert Schorn (Text) und Volker Weihbold (Fotos) fragten nach.

„Ich gehöre fast schon zum Inventar“

Für eifrige Mensa-Besucher ist Karin Hackl keine Unbekannte. "Ich gehöre ja schon fast zum Inventar", erzählt die Linzerin, die seit knapp 28 Jahren in der Mensa der Johannes-Kepler-Uni in Linz-Dornach arbeitet. Ab halb elf sitzt die 54-Jährige hinter der Kassa und kassiert das Geld für rund 400 bis 500 Essen pro Tag.

Dabei kommt auch der Spaß nicht zu kurz: "Ein paar Gäste kenne ich schon jahrelang, mit denen darf auch ein bisschen herumgeblödelt werden." An manchen Tagen ist Hackl Kassiererin, Fundbüro und Auskunft in einem. Sie sammelt nicht nur vergessene Gegenstände auf, sondern hat auch stets die passende Wegbeschreibung parat. Das Flair des Uni-Campus genießt sie gerne bei einem Spaziergang.

"Arbeit ist extrem spannend"

Viele Schritte am Campus legt auch Robert Pirngruber zurück, der dort seit 27 Jahren als Gärtner tätig ist. Gemeinsam mit seinen drei Kollegen und zwei Lehrlingen bearbeitet der 55-Jährige das rund 17 Hektar umfassende Areal des Campus. "Unser Arbeitsplatz ist groß, aber überschaubar und mit den Leuten hier ist super zusammenzuarbeiten, von der obersten Chefetage bis hin zum Haustechniker", sagt Pirngruber. Da bleibt zwischen Rasenmähen, Blumen spritzen und Sträucher schneiden ab und zu Zeit, um "ein bisschen zu ratschen und sich auszutauschen".

Zu welcher Jahreszeit es am Campus am schönsten ist, will er nicht verraten: "Ich habe da keine Präferenzen. Für mich sind alle vier eine Herausforderung, alleine vom Wetter her gesehen", erzählt der Teamleiter. Erschwert wird die Arbeit weder durch herumlaufende Enten, noch durch Studierende, die auf den Bänken sitzen: "Da gab es noch nie Probleme."

Nicht mehr wegzudenken ist die Uni aus dem Leben von Andreas Reichl, der seit eineinhalb Jahren im Universitätsarchiv arbeitet, das in die Uni-Bibliothek eingegliedert ist. Zuvor war er am Zeitgeschichteinstitut tätig. "Ich bin in der Nähe aufgewachsen und habe hier als Kind schon gespielt", erzählt Reichl, der an der JKU studiert hat. Diese Tradition hat sich fortgesetzt, mittlerweile erkundet er mit seiner knapp zweieinhalbjährigen Tochter den Campus.

Zuständig ist der 36-Jährige für den Sammlungsbereich des Archivs, der etwa Fotos und Presseartikel umfasst. Als "Jäger und Sammler" ist er immer auf der Suche nach neuen Archivstücken: "Die Arbeit ist extrem spannend, weil man einen umfangreichen Einblick in das Uni-Geschehen erhält." Scheu, im Archiv vorbeizuschauen, muss keiner haben: "Ich freue mich, wenn ich mit den Leuten reden und ihnen rasch weiterhelfen kann."

„Wir finden immer eine Lösung“

Sich eine Lehrveranstaltung anrechnen lassen. Das Masterzeugnis ausdrucken. Einen neuen Raum für ein Seminar finden. Katrin Schett weiß alles und kann alles. Zumindest, was das Studieren am Campus der Fachhochschule in Hagenberg betrifft. Von ihrem Büro aus im obersten Stockwerk des FH-1-Gebäudes, in dem sie mit zwei Kolleginnen sitzt, betreut die 35-Jährige als Studiengangsassistentin drei Studien. „Wir sind quasi der psychosoziale Notdienst für 200 Leute“, sagt sie und lacht.

Das Büro ist eine Art Info-Drehscheibe für Lehrende und Studierende: „Wir sind für die Wehwehchen des täglichen Lebens zuständig“, sagt Schett, die aus Sandl (Bezirk Freistadt) stammt. Nachsatz: „Ohne uns geht gar nichts.“

Oft geht die Betreuung weit über Auskünfte und Formulare hinaus: Wenn Studenten sich das Studium nicht mehr leisten können, legen Schett und ihre Kolleginnen bei Lehrenden ein gutes Wort ein, die gute Kontakte zu Firmen haben. Studierende aus dem Ausland werden nicht selten zu Behörden begleitet. „Mir macht die Vielseitigkeit Spaß“, sagt Schett, die Public Management studiert hat und nebenbei als Kräuterpädagogin arbeitet.

Nicht weniger turbulent geht es im Info-Büro des Campus Steyr zu. Dort ist Maria Kaiserreiner tätig. Sie beantwortet Anfragen am Telefon, verteilt die Post und hilft Lehrenden sowie Studierenden bei Problemen weiter – von der Suche nach dem richtigen Raum bis zum Aufbewahren von Fundstücken. Die 23-Jährige ist seit acht Jahren an der FH, machte hier die Lehre zur Verwaltungsassistentin, die sie mit der Matura abschloss, wie die Niederösterreicherin aus Stadt Haag erzählt: „Im Büro zu arbeiten, war immer mein Traum.“

„Den Traumjob gefunden“

Faszinierend findet auch Elisabeth Lechner ihren Arbeitsplatz: Sie ist eine von zwei Mitarbeiterinnen der Bibliothek an der FH in Wels. Hier werden 40.000 Bücher und 60.000 E-Books verwaltet. „Bibliotheken haben mich schon immer fasziniert“, sagt die 23-Jährige. „Hier ist so viel Wissen an einem Platz versammelt.“ 30.000 Bücher werden jährlich entlehnt, dazu kommen 900.000 Downloads von E-Books. Sie liebt die Arbeit mit ihren Büchern, von der Literatursuche mit Studenten bis zum Aufstellen der neuen Exemplare im Regal: „Ich habe meinen Traumjob gefunden.“

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