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Suche nach der perfekten Welle

Von Peter Affenzeller   05. August 2017 00:04 Uhr

Suche nach der perfekten Welle
Riversurfen in Kanada: Gewaltige Wellen und Weißwasser-Walzen flössen schon Zuschauern Respekt ein, wer hier stürzt, muss sich auf eine Vollwäsche inklusive Schleudergang einstellen.

Fluss-Surfer im Salzkammergut wollen Ebensee zum Mekka für Wellenreiter machen.

Live the Search – Die Suche nach der perfekten Welle ist für Surfer eine Art Lebensmotto.

Max Neuböck, 24, aus Ebensee ist ein leidenschaftlicher Wellenreiter – und dieses Hobby will er jetzt zum Beruf machen: Mit seinem Vater Horst, 54, hat er das Projekt einer "künstlichen Welle" an der Traun ausgetüftelt. Sie soll sich als neue Attraktion in der "Wassersportarena Traunsee" Ebensee als Mekka für Surfer etablieren.

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Max Neuböck mit dem Plan für einen „Bypass“ an der Traun

"Ich habe mit sechs oder sieben Jahren schon beim Familienurlaub in Ibiza mit dem Surfen angefangen und es dann immer intensiver betrieben, hier im Salzkammergut gibt’s sogar einen eigenen Surfclub", erzählt Neuböck: Das Wellenreiten dürfe man nicht mit dem Kite- oder Windsurfen verwechseln, hier gehe es wirklich um "Surfen", wie es sonst nur am Meer bei ausreichend hohen Wellen möglich sei. Der "Rivermates Surfclub Salzkammergut" hat immerhin mehr als 60 Mitglieder, von denen einige sogar im Winter oder bei "Sauwetter" aufs Wasser gehen: "Die Wasserführung der Flüsse ist entscheidend, wenn’s kalt ist oder regnet, macht einem das mit einem dickeren Neoprenanzug ja nichts aus", sagt Neuböck. Der Lebensstil der Surfer, entspannt und ein wenig "unangepasst", sei "irgendwie auch typisch für das Salzkammergut": Vielleicht neben den vielen Flüssen und Seen eine Erklärung dafür, warum der Sport gerade hier so beliebt ist.

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Surf-Action bei Hochwasser ist nicht ganz ungefährlich

 

Österreichweites Aufsehen haben bisher eher "künstliche Wellen" mit leistungsstarken Pumpen erregt, die in Städten aufgebaut und als Sommer-Attraktion von Sponsoren betrieben wurden. Die Idee einer "künstlichen Welle" in der Traun dagegen soll ohne Pumpen auskommen, nur mit dem natürlichen Gefälle.

Für das Projekt haben die Neuböcks sich professionelle Planer aus den USA geholt, die Firma hat Erfahrung mit Wassersport-Anlagen bis hin zu Wildwasserkanälen für Olympische Spiele. Herausgekommen ist dabei ein "Surfspot" an einer Geländestufe neben der Traun, der knapp eine Million Euro kosten soll.

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Eine 3D-Ansicht des künstlichen „Wellen-Kanals“

 

"Wir wollen für das Wellenreiten auch Kurse anbieten, Ausrüstung verleihen und Hobbysportlern aus ganz Europa die Möglichkeit bieten, ihren Sport das ganze Jahr auszuüben", sagt Neuböck: Kaltes Wasser sei mit den üblichen Neoprenanzügen kein Problem. Zwei hydraulische Schilde sollen Wasserzufuhr und Wellenhöhe so regeln, dass bei jedem Wasserstand im Fluss optimal gesurft werden kann. "Bisher gab es eine natürliche Welle bei der Rudolfsbrücke, aber die hat nur bei Hochwasser ab Ende April funktioniert und ist durch Veränderungen im Flussbett fast verschwunden", berichtet Neuböck: Künstliche Anlagen gebe es in Europa wenige, am bekanntesten sei der "Eisbach" in München mit einer starken lokalen Surf-Szene.

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Surfer am Eisbach in München als Touristenattraktion

Tageskarte um 20 Euro

Derzeit bereiten die Neuböcks ihr Projekt für die Behörden-Verfahren vor: Hochwasserschutz, Fischerei, Wildbach- und Lawinenverbauung, Raumordnung und viele andere Interessen müssten berücksichtigt werden, damit der Tourismus in der Region seine neue Ganzjahres-Attraktion bekommen könne. "Die Stelle ist optimal dafür, mit einer guten Zufahrt, genug Platz für Parkplätze und die nötigen Gebäude für Umkleide, Buffet und Ausrüstungs-Verleih", sagt Max Neuböck. Mit Tageskarten um etwa 20 Euro soll das Surfen ein leistbares Vergnügen sein, auch geeignet für Gruppen und Schulklassen. Ausgebildete Rettungsschwimmer sollen die Sicherheit der Surfer garantieren, wer stürzt, plumpst lediglich ins Wasser und wird samt Board in den stehtiefen Auslauf gespült. Derzeit bemühen sich die Neuböcks noch um Förderungen von Land und EU und suchen auch Sponsoren in der Surfindustrie – die Bewilligungen vorausgesetzt, könnte schon 2018 Baubeginn sein.

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