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Rohrbomben-Opfer Theo Kelz: „Ich gebe niemals auf“

„Es war die richtigste Entscheidung meines Lebens“, sagte Theo Kelz, dem vor zehn Jahren beide Hände transplantiert wurden, beim österreichischen Chirurgenkongress in Linz. Der Inspektor war vor knapp 16 Jahren ein Bombenopfer von Franz Fuchs. Heute tourt Kelz mit seinem Motorrad quer durch die Welt und genießt sein aktives Leben.

Kelz

Abenteurer Kelz mit der BMW in Bolivien Bild: Kelz

Die Österreichische Gesellschaft für Handchirurgie tagte im Rahmen des Kongresses, der bis gestern dauerte. Theo Kelz sprach dort über sein zweites Leben mit transplantierten Händen. Der damals 46-Jährige war im Jahr 2000 weltweit der zweite Mensch mit einer Doppelhandtransplantation. Der Erfolg des Transplantationsteams der Universitätsklinik Innsbruck sorgte für internationales Aufsehen. Der Kärntner gilt als jener Patient, der mit seinen zwei „fremden“ Händen am besten zurecht kommt und dem es auch medizinisch gesehen extrem gut geht. Theo Kelz gab im OÖN-Interview Einblick in sein heutiges Leben:

OÖN: Würden Sie heute die Tortur der Transplantation und der Rehabilitation wieder auf sich nehmen?

Kelz: Es war die richtigste Entscheidung damals. Ich wollte die Tansplantation unbedingt und habe 15 Transplantationszentren angeschrieben. Nur die Uniklinik Innsbruck traute sich diese Operation zu. Ich hatte das tollste Ärzteteam damals, geleitet von Univ. Prof. Raimund Margreiter und Univ.-Prof. Hildegunde Piza.

OÖN: Wer hat Sie in der schwierigen Zeit unterstützt?

Kelz: Meine Familie hat mich durch diese Zeit getragen und war immer an meiner Seite. Ohne meine Frau hätte ich das wohl nicht durchgestanden. Ich habe etwa 5000 Therapiestunden hinter mir, um die Funktionstüchtigkeit der Hände zu trainieren.

OÖN: Haben Sie noch Probleme mit den Händen?

Kelz: Die Hände waren mir von Anfang an nie fremd. Nur bei Kälte habe ich Probleme mit der Durchblutung und mit der Feinmotorik hapert es noch. Beim Zuknöpfen zum Beispiel tue ich mir noch schwer.

OÖN: Arbeiten Sie wieder als Polizist?

Kelz: Ich glaube, es ist einer der wichtigsten Aspekte, dass man wieder in Alltag und Beruf integriert werden kann. Ich habe meinen Pensionsantrag einfach zerrissen, ich brauchte wieder eine Aufgabe. Neun Monate nach der Transplantation begann ich zu arbeiten. Nach einer Umschulung bin ich heute für die zentrale Koordinierung von Einsätzen tätig. Ich habe auch eine Mediatorenausbildung absolviert und halte Vorträge zu meinen zwei Büchern, die ich mit meinem Freund Siebert Lattacher über das Erlebte geschrieben habe.

OÖN: Müssen Sie noch Medikamente einnehmen?

Kelz: Ich nehme nur mehr ein Mittel gegen eine eventuelle Abstoßung. Die Ärzte sagen, ich sei jener mit dem weltbesten Ergebnis nach einer Doppelhandtransplantation. Dass ich die Immunsuppressiva reduzieren konnte, liegt auch an meiner Willensstärke – manche sagen Sturheit dazu. Mein Motto heißt: Ich gebe nie auf.

OÖN: Woraus beziehen sie Lebenskraft und -freude?

Kelz: Leider ist meine Frau im Vorjahr gestorben, aber ich bin seit einigen Wochen Opa. Das Biken und Schwimmen halten mich fit. Bis auf Australien, habe ich mit meiner BMW schon alle Kontinente bereist. Ich bin immer alleine unterwegs, da bekomme ich mehr Zugang zu den Einheimischen. Ich brauche so ein aktives Leben. Bald breche ich mit dem Motorrad Richtung Murmansk auf.

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Artikel Von Christine radmayr 05. Juni 2010 - 00:04 Uhr
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