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Spitalsfusion Steyr und Kirchdorf: "Es war keine politische Entscheidung"

STEYR/KIRCHDORF. VP-Landesrätin Haberlander unterstützt Pläne der Gespag – Kritik kommt von den Grünen.

Spitalsfusion Steyr und Kirchdorf: "Es war keine politische Entscheidung"

Heute um 15 Uhr werden die Mitarbeiter in Kirchdorf (Bild) und Steyr informiert. Bild: Volker Weihbold

Es war eines der meistdiskutierten Themen am Wochenende: die Fusion der Spitäler Steyr und Kirchdorf. Der Aufsichtsrat der Landes-Spitalsholding Gespag hatte am Freitagabend, wie berichtet, beschlossen, die Krankenhäuser mit 1. Jänner 2020 zum "Pyhrn-Eisenwurzen Klinikum" mit zwei Standorten zu verschmelzen. Heute, Montag, werden um 15 Uhr die Mitarbeiter in beiden Häusern informiert.

Im Aufsichtsrat stimmten acht von neun Eigentümervertretern und die fünf Betriebsräte dafür.

Nur die Gesundheitssprecherin der Grünen Oberösterreich, Ulrike Schwarz, war dagegen. "So ein überfallsartiger Beschluss kann die regionale Versorgungssicherheit gefährden", sagt sie. Es hätten vorher Mitarbeiter, Experten und auch die niedergelassenen Ärzte eingebunden werden sollen. Es habe keinen Diskussionsprozess und kein gesundheitspolitisches Konzept gegeben. Schwarz kritisiert die schwarz-blaue Landeskoalition, die sieben von 14 Vertretern im Aufsichtsrat stellt.

Vorbild Salzkammergut

VP-Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander, die nicht im Aufsichtsrat ist, sagt, dass es "keine politische Entscheidung" gewesen sei, sondern eine des Krankenhausträgers. Der Vorschlag sei nicht von oben herab verordnet worden. Die Entwicklung sei aus den beiden Krankenhäusern heraus geschehen, die zuletzt immer enger zusammengewachsen seien. "Der Schritt lag auf der Hand." Sie unterstütze die Pläne zu hundert Prozent. Der Vorgang sei transparent gewesen. Nun gebe es genug Zeit für die Umsetzung.

Gespag-Geschäftsführer Karl Lehner sagt, die Maßnahme sei wohlüberlegt und für die langfristige Absicherung beider Standorte wichtig. "Wir haben sehr gute Erfahrungen mit der Zusammenlegung von Bad Ischl, Gmunden und Vöcklabruck zum Salzkammergut-Klinikum 2014 gemacht."

Die damalige Fusion war ein politischer Auftrag aus der Spitalsreform 2011. Seit dieser Reform werden auch die Gynäkologie, Chirurgie, Orthopädie und Physikalische Medizin in Steyr und Kirchdorf nur noch von jeweils einem Primar statt von zwei geleitet.

Das Steyrer Spital hat 1915 Mitarbeiter und 621 Betten, jenes in Kirchdorf 645 Beschäftigte und 239 Betten. Derzeit werden die Spitäler von jeweils drei Direktoren geführt. Ab 2020 werden es drei für beide Standorte sein. Die Positionen werden ausgeschrieben. In der Verwaltung sollen Jobs nicht nachbesetzt werden.

 

Standorte, Personen

 

Die Landes-Spitalsholding Gespag hatte bei der Gründung 2002 16 Spitals-Standorte. Davon existieren noch zehn – wobei zwei (Wagner-Jauregg, Frauen-/Kinderklinik) seit 2015 zum Kepler-Uniklinikum gehören. Gespag-Spitäler sind in Steyr, Kirchdorf, Freistadt, Rohrbach, Schärding, Bad Ischl, Vöcklabruck, Gmunden (letztere drei Salzkammergut-Klinikum).

Gespag-Geschäftsführer sind Karl Lehner und Harald Schöffl. Aufsichtsrat: für die VP Franz Mittendorfer (Vorsitzender), Christiane Frauscher, Walter Aichinger, Ulrike Mursch-Edlmayr, für die FP Brigitte Povysil, Walter Ratt, Gerald Waitz, für die SP Julia Röper-Kelmayr, für die Grünen Ulrike Schwarz, fünf Betriebsräte.

 

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Artikel Alexander Zens 15. Oktober 2018 - 00:05 Uhr
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