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Politikbarometer: FPÖ holt die ÖVP im Land ein

LINZ. Eine Landtagswahl wäre derzeit ein knappes Rennen um Platz eins. Die FPÖ kommt im aktuellen OÖN/Spectra-Politikbarometer auf 32 bis 36 Prozent, die ÖVP auf 33 bis 37 Prozent. Die SPÖ stürzt weiter ab.

Pühringer, Haimbuchner

Landeshauptmann Pühringer, Regierungspartner Haimbuchner Bild: APA

Mit 32-36 Prozent zieht die FPÖ landespolitisch mit der bisher dominierenden ÖVP fast gleich. Die Volkspartei hat mit 33-37 Prozent nur noch einen Prozentpunkt Vorsprung. Die SPÖ unterbietet das Ergebnis der jüngsten Landtagswahl (18,4 Prozent) noch einmal. Die Partei, die 2003 noch 38,3 Prozent hatte, hält nun bei 14-16 Prozent.

Oberösterreichs Volkspartei muss um Platz eins im Land zittern. Wären am Sonntag Landtagswahlen, käme die FPÖ unter Parteichef Manfred Haimbuchner auf 32 bis 36 Prozent der Stimmen.

Das ist das Ergebnis des aktuellen Politikbarometers von OÖNachrichten und dem Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra. Die ÖVP kommt in der Umfrage auf 33 bis 37 Prozent – und liegt damit im Mittelwert nur noch einen Prozentpunkt vor den Freiheitlichen.

"Das Image-Tief der Bundesregierung bekommt die ÖVP auch in Oberösterreich zu spüren, und die FPÖ profitiert davon", sagt Spectra-Geschäftsführer Peter Bruckmüller. "Gleichzeitig präsentiert sich Manfred Haimbuchner als konstruktiver Realpolitiker. Dabei hilft ihm die schwarz-blaue Regierungs-Zusammenarbeit in Oberösterreich."

Das zeige sich bei den Vertrauenswerten Haimbuchners, sagt Bruckmüller. Zwar liegen die drei freiheitlichen Landesregierungsmitglieder – Manfred Haimbuchner Günther Steinkellner, Elmar Podgorschek – weiter auf den letzten drei Plätze der Skala.

Umfrageergebnis zu den Politikern (PDF):



PDF Datei (1.24 MBytes.)

"Dass aber Haimbuchner und Steinkellner einen positiven Saldo haben, ist für FP-Politiker bemerkenswert", sagt Bruckmüller.

Denn die FPÖ polarisiere stark. 62 Prozent der Oberösterreicher haben "keine gute Meinung" von der FPÖ. "Haimbuchner und Steinkellner können sich als Personen davon abkoppeln", sagt Bruckmüller. Und FP-Landesrat Podgorschek sei weitgehend unbekannt. Nicht einmal jeder dritte Oberösterreicher weiß, wer er ist.

Die Mehrheit der Oberösterreicher weist nach wie vor eher der ÖVP die Rolle des bestimmenden Regierungspartners zu. Auf die Frage, wer den Ton in der schwarz-blauen Landeskoalition angebe, sagen 48 Prozent der Befragten, das sei die ÖVP. 26 Prozent sehen die Freiheitlichen als tonangebende Kraft.

Umfrageergebnis zur Mindestsicherung für Flüchtlinge (PDF):



PDF Datei (651.66 KBytes.)

 

Dies obwohl Themen wie die Kürzung der Mindestsicherung für Asylberechtigte die Landespolitik zuletzt prägten. "Die ÖVP hat den Schwenk auf diese Linie schon so bald gemacht, dass dieses Thema sowohl der FPÖ als auch der ÖVP zugeschrieben wird", sagt Bruckmüller.

Weiter dramatisch nach unten geht es für Oberösterreichs SPÖ. Die Partei, die 2003 noch ein Wahlergebnis von 38,3 Prozent erzielt hat und dann auf 24,9 Prozent (Landtagswahl 2009) und 18,4 Prozent (2015) fiel, hält nun bei Umfragewerten zwischen 14 und 16 Prozent.

Damit nähert sich Oberösterreichs SPÖ einem Niveau an, das man aus Bundesländern wie Tirol kennt. Mit dem Unterschied, dass Oberösterreich ein Industriebundesland ist und die SPÖ hier einmal – anders als in Österreichs Westen – fest verankert war.

"Die SPÖ wirkt führungslos"

Spectra-Chef Bruckmüller überrascht das nicht. "Die Partei wirkt führungslos, hat Probleme, einen neuen Parteichef zu finden." So könne man das historische Tief der jüngsten Landtagswahl nicht auffangen. Im Gegenteil: "Es geht weiter nach unten." Und wer auch immer als neuer Parteichef komme – "es wird schwer, hier wieder Boden gutzumachen", sagt Bruckmüller.

Im Aufwind sind unterdessen Oberösterreichs Grüne, die mit 11 bis 13 Prozent die SPÖ langsam in Reichweite bekommen. "Die Grünen profitieren von ihrer Oppositionsrolle – und wie auch die Freiheitlichen von einem gewissen Mitnahmeeffekt durch die Präsidentschaftswahl", sagt Bruckmüller.

Landespolitisch keine Rolle spielen derzeit die Neos. Sie liegen bei ein bis drei Prozent.

Urteil über die Landesparteien (PDF):



PDF Datei (44.63 KBytes.)

Stimmungslage

60 Prozent der Befragten gaben an, dass sie das Gefühl haben, aktuell in einer „schwierigen Zeit“ zu leben. Nur

35 Prozent sagten, sie empfinden die Zeit als „glücklich“ (5 Prozent keine Angabe). Damit hat sich die Stimmung im Vergleich zum Juni des Vorjahres verdüstert. Damals war noch eine knappe Mehrheit der Ansicht, in einer „glücklichen Zeit“ zu leben.

82 Prozent der Befragten erwarten, dass wir „schwierigen Zeiten“ entgegensehen, lediglich elf Prozent rechnen mit „besseren Zeiten“. 98 Prozent gaben an, „gerne“ in Oberösterreich zu leben.

Politikbarometer: Zur Umfrage

Gemeinsam mit dem Linzer Marktforschungsinstitut Spectra präsentieren Ihnen die OÖNachrichten auf dieser Doppelseite mit dem Politikbarometer einen kompakten Überblick über die aktuelle politische Ausgangslage in Oberösterreich.

Diese Umfrage vom Mai 2016 ist der erste Politikbarometer seit der Landtagswahl Ende September 2015. Mit dem Politikbarometer liefern OÖNachrichten und Spectra ein Stimmungsbild der Landespolitik.
Die Ergebnisse des OÖN-Politikbarometers basieren auf der Befragung von 500 Personen in Oberösterreich. Die Sonntagsfrage („Wen würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre“) ist ein Stimmungsindikator dafür, wie die Parteien in der Gunst der Wähler zum Zeitpunkt der Befragung liegen.
Aus Gründen der Seriosität geben wir keine punktgenauen Ergebnisse, sondern eine Schwankungsbreite an.

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Artikel Markus Staudinger 07. Mai 2016 - 00:05 Uhr
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