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Parlament: Linzer Architekt kämpft um sein Projekt

LINZ. Andreas Heidl gewann 2008 den Wettbewerb für Plenarsaalumbau – Parlament will aber neu ausschreiben.

Parlament: Linzer Architekt kämpft um sein Projekt

Architekt Andreas Heidl Bild: (Reiter)

Maximale Transparenz hat Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ) für die Sanierung des Parlamentsgebäudes versprochen: Spätestens seit gestern steht fest, dass rund um dieses mindestens 260 Millionen Euro schwere Projekt schon vor Baubeginn Nebel zu lichten sind: Es ist nämlich noch gar nicht klar, ob die Parlamentsdirektion das Projekt ausschreiben darf. Denn 2008 gab es schon einen Wettbewerb für den Umbau des Nationalratssitzungssaals. Und der Sieger des damaligen Bewerbs, der Linzer Architekt Andreas Heidl, wehrt sich nun dagegen, dass das umsonst gewesen sein soll.

Noch im heurigen Februar gab es eine Absichtserklärung für Heidls Projekt. Doch im Oktober hat die Parlamentsverwaltung das Verhandlungsverfahren in Folge des Architektenwettbewerbs widerrufen. Jetzt soll die gesamte Parlamentssanierung inklusive Nationalratssaal ausgeschrieben werden. Es habe sich herausgestellt, dass es mit der zunächst beabsichtigten Umbau des Saals nicht getan sei, sondern dass das gesamte Gebäude saniert werden müsse, sagt Parlamentsdirektor Harald Heidl. Man habe nach Wegen gesucht, um Heidls Pläne zu integrieren, sei aber zu der Erkenntnis gekommen, dass dies nicht ohne ökonomische und juristische Risiken möglich sei – deshalb der Widerruf.

Architekt Heidl hat gestern dagegen Einspruch beim Bundesvergabeamt erhoben: „Ich muss das machen, sonst gebe ich alle rechtlichen Möglichkeiten aus der Hand“, sagt er. Heidl verweist auf die Absichtserklärung vom Februar und fragt, was die Unterschrift des damaligen Parlamentsdirektors wert sei. Er kritisiert, dass das neue Vergabeverfahren nicht mehr anonymisiert sein soll. Heidl sieht keine schlagenden Argumente gegen sein Saalprojekt.

Parlamentsdirektor Heidl, seit März im Amt, sagt, Heidl habe keinen definitiven Auftrag bekommen und in dem Memorandum stehe nur, dass man sich bemühen werde, Heidls Projekt zu verwirklichen. Man strebe ein nicht-anonymisiertes Verfahren an, weil die Projekte von 2008 schon bekannt sind. Innerhalb von sechs Wochen entscheidet nun das Bundesvergabeamt, ob Heidls Wettbewerbssieg 2008 vergeblich war oder nicht.

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Artikel Heinz Niederleitner 30. Oktober 2012 - 00:04 Uhr
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