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Nachfolger gesucht: In Oberösterreich mangelt es an Kassenärzten

LINZ. Bei den Hausärzten steht eine Pensionierungswelle bevor – Schon jetzt sind 16 Stellen unbesetzt.

(Symbolfoto) Bild: APA

52 Jahre alt ist der durchschnittliche Allgemeinmediziner in Oberösterreich. In den nächsten zehn Jahren wird fast die Hälfte der Hausärzte in Pension gehen. Einen Nachfolger zu finden, ist aber schwierig. Während die Lage in den Spitälern derzeit weitgehend stabil ist, verschärft sich im niedergelassenen Bereich der Ärztemangel. Binnen eines Jahres hat sich die Zahl der unbesetzten Kassenstellen in etwa verdoppelt.

Derzeit sind laut Oberösterreichischer Gebietskrankenkasse (OÖGKK) 16 Hausarzt-Stellen unbesetzt. Betroffen sind vor allem ländliche Regionen, aber auch Städte wie Braunau und Wels. Und was neu ist, sind unbesetzte Facharzt-Stellen: Davon gibt es derzeit sechs, etwa in Enns und Linz.

Die Ärztedichte bei den Allgemeinmedizinern mit Kassenvertrag liegt in Oberösterreich etwas über dem bundesweiten Durchschnitt (siehe Grafik). Bei den Kassen-Fachärzten ist unser Bundesland hinten, wenn auch Wien hier das Bild etwas verzerrt. Die OÖGKK teilt mit, dass man die fachärztliche Versorgung seit zehn Jahren konsequent ausbaue. Und bei den behandelten Fällen pro Arzt sei man ganz vorne dabei.

Grafik:

 

Jungärzte nehmen wenig Risiko

Oberösterreichs Ärztekammer-Präsident Peter Niedermoser sagt, dass derzeit die Versorgung mit Hausärzten noch gut sei, die Nachbesetzung offener Stellen sei aber die Herausforderung, die noch größer werde. Es gebe in ganz Europa einen Mangel.

Junge Leute wollten heute oft nicht mehr viel Geld in eine Ordination investieren und damit einen Betrieb gründen, sondern im gesicherten Umfeld eines Krankenhauses arbeiten. Das liege auch an unsicheren politischen Rahmenbedingungen, sagt Niedermoser. Immer mehr Mediziner werden außerdem zu Wahlärzten, wo die Nachfrage steigt.

"Es braucht ein ganzes Bündel an Maßnahmen bei den Kassenärzten, und es geht nicht nur um mehr Geld", sagt Niedermoser. Neben der Deckelung der Honorare sieht er die aktuellen Regelungen zur Hausapotheke kritisch. Auch sollten Ärzte andere Ärzte anstellen können. Eine weitere Maßnahme seien Primärversorgungszentren, wie sie derzeit von Land und Kassen forciert werden.

"Es zwickt immer öfter, vor allem bei den Hausärzten, aber auch bei Kinderärzten", sagt OÖGKK-Obmann Albert Maringer. Er ergänzt aber auch: "Österreich liegt nach wie vor weltweit an der Spitze, was die Zahl der praktizierenden Ärzte je Einwohner anlangt."

Maringer kritisiert, dass der Zugang zum Medizinstudium beschränkt wurde. Positiv sei, dass der Bund zuletzt die "Lehrpraxis" auf den Weg gebracht habe, Das ist quasi eine Turnus-Ausbildung im niedergelassenen Bereich.

Höchste Honorare

Oberösterreichische Kassen-Allgemeinmediziner bekommen übrigens bundesweit die höchsten Honorare. Die Fachärzte liegen eher hinten. Niedermoser erkennt Ersteres an, sagt aber, dass man "Geld in die Hand nehmen muss", wenn man die Versorgung erhalten und ausbauen wolle.

Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP) schlägt vor, die Öffnungszeiten der niedergelassenen Ärzte besser abzustimmen, etwa zu Tagesrandzeiten. Mit dem Hausärztlichen Notdienst habe man schon einiges erreicht.

Alle sind der Meinung, dass den Bürgern bewusst gemacht werden müsse, nicht sofort in die für das System teurere Spitalsambulanz zu gehen, sondern zum Hausarzt. 

 

Lesen Sie dazu auch: "Bei der Gesundheit braucht es Mut und ein besseres politisches Klima" – Leitartikel von Alexander Zens

 

 

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Artikel Alexander Zens 11. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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