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Gastkommentar: Keine Sympathie für die AHS

In der Vorwoche diskutierte Bildungsministerin Claudia Schmied mit Anneliese Edlinger und Dietmar Mascher (OÖN) im Wissensturm ihre Bildungspolitik. Dem Gespräch war klar zu entnehmen, dass sich der bildungspolitische Ehrgeiz der Ministerin auf zwei Ziele konzentriert: auf den Schulversuch „Neue Mittelschule“ und auf die Zentralmatura für die AHS. An Oberösterreichs Schulen ist man freilich nicht davon überzeugt, dass gerade in diesen Punkten der dringendste Handlungsbedarf besteht.

Wie immer man zur Gesamtschule stehen mag, die flächendeckende Umsetzung ist sicher erst in der nächsten Legislaturperiode möglich – und auch nur dann, wenn die SP eine Zweidrittelmehrheit im Parlament findet und das Bildungsbudget kräftig erhöhen kann. Kurzfristig, ja nicht einmal mittelfristig führt diese Politik zu wirksamen Veränderungen auf Schulebene, und ihr Ausgang ist höchst ungewiss.

Claudia Schmied begeistert die Öffentlichkeit gerne mit der Aussage „Es gibt mehr Geld für die Schulen.“ Diese Aussage müssen wir wohl konkretisieren. Es gibt mehr Geld für die Schulen, die sich am Schulversuch „Neue Mittelschule“ beteiligen. Andere Schulversuche an Einzelstandorten, die mit Mehrkosten verbunden wären, haben derzeit keine Aussicht auf ministerielle Genehmigung. Und angesichts der angespannten Budgetlage ist nicht zu erwarten, dass sich das in absehbarer Zeit ändern wird.

Fazit: Wenn eine AHS mehr Geld für mehr Schulqualität haben will, muss sie der sozialdemokratischen Lieblingsidee der Gesamtschule nahetreten. Sonst gibt es eben nichts. Für die alte Sozialdemokratie war das „bürgerliche“ Gymnasium ohnedies immer ein bildungspolitisches Feindbild, und auch die neue bemüht sich vor allem um dessen Abschaffung, zumindest in der Unterstufe.

Statt mehr Geld für den laufenden Schulbetrieb bietet Claudia Schmied den Gymnasien die Zentralmatura als Reformvorhaben an. Wozu? Die Ministerin sagte im Wissensturm, sie wolle damit eine Matura schaffen, „die etwas wert ist, vom Bodensee bis zum Neusiedlersee“. Ist die AHS-Matura in der jetzt üblichen Form nichts wert? Derzeit entsteht der Eindruck, dass jedes Gymnasium mehr oder weniger beliebig individuelle Matura-Richtlinien festlegt. Das ist falsch. Alle Aufgaben müssen vom Landesschulrat – also sehr wohl zentral – genehmigt werden. Und die korrigierten Klausuren werden vom Vorsitzenden und von einem Zweitbeurteiler zumindest stichprobenartig überprüft.

Im Übrigen schneiden die AHS-Maturanten als Studierende an Universitäten und Fachhochschulen mit Abstand am besten ab. Wenn man also den Wert der österreichischen Matura erhöhen möchte, scheint es wenig effektiv zu sein, ausgerechnet bei der AHS zu beginnen. Vielmehr wäre es logisch, gleiche Anforderungen (und ähnliche Lernbedingungen) für alle Schulformen zu schaffen, die eine allgemeine Studienberechtigung vergeben (AHS, BHS, Berufsreifeprüfung). Das ist freilich ein verdammt heißes Eisen. Daher beginnt die Ministerin dort, wo es am einfachsten ist, wo aber der geringste Handlungsbedarf besteht.


Von Christian Schacherreiter, Direktor des Peuerbach-Gymnasiums

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Artikel 20. Januar 2009 - 00:04 Uhr
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