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"Es wird ein Comeback geben"

Grünen-Landessprecherin Maria Buchmayr sprach im OÖN-Sommerinterview über grüne Gegenwart und Zukunft.

"Es wird ein Comeback geben"

Maria Buchmayr: "Jeder soll überlegen, wo sein Platz ist." Bild: Alexander Schwarzl

Als Landessprecherin steht Maria Buchmayr an der Spitze der oberösterreichischen Grünen. Im OÖN-Sommerinterview spricht sie über Grün-Politik abseits des Nationalrats, politische Comebacks und Zukunftshoffnungen.

 

OÖNachrichten: Angesichts der Hitzewelle müssten die Grünen doch mit dem Thema Klimawandel punkten können. Warum hört man von ihnen dazu so wenig?

Maria Buchmayr: Also, Umwelt- und Klimapolitik ist das grüne Thema schlechthin. Und in Oberösterreich ist Rudi Anschober als Umweltlandesrat höchst aktiv. Im aktuellen Parlament gibt es eigentlich keine Fraktion, die sich darum kümmert. Daran sieht man, wie sehr die Grünen im Parlament fehlen.

Aber man könnte auch außerhalb es Parlaments agieren. Oder stimmt für die Grünen die Befürchtung: Weg vom Nationalrat, weg vom politischen Radar?

Na, Werner Kogler ist höchst engagiert, Klimapolitik ist auch für ihn und die Bundesgrünen das Hauptthema. Natürlich ist es wesentlich schwieriger, eine Plattform in der Öffentlichkeit zu bekommen, wenn man nicht mehr die Möglichkeiten eines Nationalratsklubs hat, wiewohl unsere Bundesräte engagierte Arbeit leisten. Und ich bin sicher, 2022 wird es ein Comeback im Nationalrat geben.

Soll Werner Kogler an der Spitze der Grünen bleiben?

Man kann ihm nur Respekt zollen, dass er in dieser schwierigen Situation zugegriffen hat. Er ist auch jetzt der Mensch, der es schafft, die Grünen zusammenzuhalten. Was 2022 sein wird, darüber muss man nachdenken. Jetzt im Moment ist er für mich absolut der Richtige.

Rudi Anschober hat nach wie vor die mit Abstand stärkste Präsenz in der Öffentlichkeit. Soll er bei der Landtagswahl 2021 wieder Spitzenkandidat sein?

Wir sind jetzt in der Mitte der Legislaturperiode. Das heißt: Es ist für mich noch nicht an der Zeit, zu sagen der soll Ester sein, die Zweite usw. Jeder von uns soll sich überlegen, wo er seinen Platz für die Zukunft der Grünen sieht, und dann werden diese Entscheidungen gemeinsam getroffen.

Wo sehen Sie sich am liebsten?

Das sind natürlich Entscheidungen, über die ich genauso nachdenken werde.

Es gibt bei den Grünen Personen, die nach vorne drängen, etwa Stefan Kaineder im Landtag oder Bundesrat David Stögmüller. Sind sie Kandidaten für die vorderste Front?

Selbstverständlich, beide sind hochqualifizierte junge Politiker.

Gerade bei Kaineder hat man den Eindruck, er will mehr?

Ja, Ehrgeiz gehört zu einem politischen Charakter durchaus dazu.

An der finanziellen Sanierung der Bundesgrünen mussten sich auch die Landesgruppen beteiligen. Wie viel hat Oberösterreich gezahlt?

Es gibt das Abkommen, darüber Stillschweigen zu bewahren. Es ist aber eine erkleckliche Summe, die wir aufgebracht haben.

Warum ist das so ein Geheimnis? Die Grünen waren doch immer für Transparenz, gerade auch bei Parteifinanzen.

Es hat jede Landesgruppe nach ihren Möglichkeiten beigetragen. Es ist in diesem Fall nicht nötig, Summen zu kommunizieren.

Wegen dessen Rede auf einem AfD-Kongress in Thüringen haben Sie im Landtag den Rücktritt von FP-Landesrat Elmar Podgorschek gefordert, FPÖ und ÖVP blockten ab. War’s das?

Damit geben wir uns sicher nicht zufrieden, auch unsere Online-Petition für seinen Rücktritt läuft nach wie vor, es gibt viele Unterschriften. Es sind demokratiefeindliche und gefährliche Aussagen, die Podgorschek gemacht hat, und es ist unserer Ansicht nach unmöglich, danach in einer Regierungsfunktion zu sein.

 

Wenn Sie wählen müssten zwischen ...

Flip-Flops oder Sneakers?
Je nach Gelegenheit, wo ich bin.

Fahrrad oder Straßenbahn?
Im Sommer Fahrrad. Ich bin eine begeisterte Mountainbikerin.

All-Inclusive-Klub oder Abenteuerurlaub?
Abenteuerurlaub natürlich.

Peter Pilz oder Martha Bißmann?
Weder noch, eher noch Martha Bißmann.

Frankfurter oder Debreziner?
Hm, Frankfurter, mit ganz viel Kren.

 

Mein liebster Ort

... in Oberösterreich sind die oberösterreichischen Berge, gerne bin ich zum Beispiel auf dem Dachstein. Ich schaue, dass ich so oft wie möglich auf einen Berg steigen kann, vor allem jetzt im Sommer. Je höher, desto kühler ist es.

der Liebste Platz ...

Auf dem Dachstein-Gletscher

 

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Artikel Heinz Steinbock 10. August 2018 - 00:04 Uhr
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