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Bis 2020 entsteht ein neuer Spitalskonzern im Land

LINZ. Gespag und KUK: Ausschreibung der Chefposten ab Samstag

Präsentierten gestern das Vorhaben: Haimbuchner (l.), Luger, Stelzer, Haberlander, Strugl Bild:

Von "einer der größten Weichenstellungen" in Oberösterreichs Gesundheitswesen sprach gestern, Mittwoch, Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) bei der Präsentation der neuen Gesundheitsholding. In dieser werden die Landes-Spitalsholding Gespag und der 74,9-Prozent-Anteil des Landes am Kepler-Uni-Klinikum (KUK) verschränkt.

Binnen eines Jahres soll das rechtlich und organisatorisch abgewickelt sein. Dann wird der neue Spitalskonzern mit insgesamt 14.500 Beschäftigten der größte Arbeitgeber im Land sein.

7,5 Prozent Kostensenkung

Wie berichtet, soll die Verschränkung 7,5 Millionen Euro Einsparung pro Jahr bringen. In vollem Ausmaß ab 2025, wie Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander (VP) bestätigte. Dieses Synergiepotenzial werde im nicht-medizinischen Bereich gehoben, in IT, Beschaffung, Verwaltung und Instandhaltung. Derzeit betragen die Kosten hier 100 Millionen Euro im Jahr. Die 7,5 Millionen seien ein sehr ambitioniertes Mindestziel, sagte Haberlander. So wie Stelzer betonte sie, dass es darum gehe, medizinische Versorgung auf höchstem Niveau zu sichern.

 

Landeshauptmann-Stellvertreter Manfred Haimbuchner (FP) sprch von einer "hoch vernünftigen Reform": "Das Steuergeld muss bei den Patienten ankommen." Landeshauptmann-Stellvertreter Michael Strugl (VP) sieht die Gesundheitsholding als "Startschuss für eine weitere Entwicklung im Gesundheitswesen". Der Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) hob die Einigung auf einen gemeinsamen IT-Provider innerhalb der Holding hervor.

Linz-Anteil: "Vertrag bis 2023"

Der 25,1-Prozent-Anteil der Stadt Linz am KUK bleibt bestehen. Spekulationen darüber, dass Linz früher aussteigen könnte, kommentierte Luger gestern nur damit, dass es einen bestehenden Vertrag bis 2023 gebe.

Über die künftigen Chefs in Holding und KUK wollten die Politiker nicht viel sagen. Schon am Samstag gehe es mit der Ausschreibung los, so Haberlander.

Ex-Elisabethinen-Chef Franz Harnoncourt, der derzeit in Deutschland tätig ist, gilt als klarer Favorit auf den Vorsitz der Dreier-Geschäftsführung in der Gesundheitsholding.

SP-Gesundheitssprecher Peter Binder kritisierte gestern, dass die Holding keine Antwort auf zu lange OP-Wartezeiten und zu niedrige Pflege-Entlohnung sei. Ulrike Schwarz von den Grünen sagte, man hätte diesen Schritt schon früher und kostengünstiger setzen können. 

 

Gespag und KUK

Die2002 gegründete Gespag beschäftigt inklusive Mehrheitsbeteiligungen rund 8000 Mitarbeiter und betreibt sechs Spitäler an acht Standorten (Steyr, Kirchdorf, Freistadt, Rohrbach, Schärding und Salzkammergut-Klinikum in Bad Ischl, Vöcklabruck, Gmunden). Geschäftsführer sind Karl Lehner und Harald Schöffl.

Das Kepler-Uni-Klinikum (KUK) mit mehr als 6000 Mitarbeitern entstand 2015 aus Frauen- und Kinderklinik, Wagner-Jauregg (beide Gespag) sowie Linzer AKH (Stadt). Geschäftsführer sind Elgin Drda und Heinz Brock.

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Artikel (az) 08. November 2018 - 00:04 Uhr
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