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Alois Jung: Gerichtspräsident mit Reformdrang

Gerichtspräsident mit Reformdrang

Will neun Bezirksgerichte schließen Bild: OÖN

Bitte um Erlaubnis zur Reform – es kommt selten vor, dass betroffene Institutionen selbst die Politik dazu drängen: Alois Jung, der Präsident des Oberlandesgericht (OLG) Linz, hat das jüngst in den OÖNachrichten getan. Jung, der als OLG-Präsident für alle Gerichte in Oberösterreich und Salzburg zuständig ist, möchte neun der insgesamt 28 Bezirksgerichte in Oberösterreich schließen. Das allein durch die Gebäudemieten eingesparte Geld könne er anderswo im Justizapparat viel sinnvoller einsetzen, sagt er.

Seine Gerichtslaufbahn begann der heute 64-jährige Jurist nach seinem Studium in Wien selbst an einem Bezirksgericht – und zwar mit dem Gerichtsjahr in Aigen/Schlägl. Als Richter war er später drei Jahre lang an den Bezirksgerichten Freistadt und Unterweißenbach tätig. Sowohl Aigen als auch Unterweißenbach wurden übrigens in der ersten Welle von Gerichtszusammenlegungen 2003 aufgelassen – was sich, wie auch die übrigen Gerichtszusammenlegungen, auf den Justizapparat keinesfalls negativ ausgewirkt hätte, sagt Jung.

Auch seine Herkunft weist Jung – dessen weiterer Karriereweg ihn über Landesgericht und Staatsanwaltschaft Linz zum Oberlandesgericht führte – nicht als Zentralisten ohne Ahnung vom Landleben aus: Jung stammt aus Ulrichsberg (Bezirk Rohrbach), seine Eltern führten dort ein Gasthaus und ein kleines Transportunternehmen. Was nicht zuletzt seinen Blick für ökonomische Zusammenhänge wohl auch geschärft habe, sagt Jung.

Seit 1993 ist der Absolvent des Stiftsgymnasiums Wilhering Richter am Oberlandesgericht, als OLG-Vizepräsident oblag ihm ab 1997 unter anderem die Aufgabe, Sparvorgaben des Ministeriums in der Justizverwaltung umzusetzen. Mit Reformvorschlägen – etwa zu einer Änderung der Zuständigkeiten in der Strafgerichtsbarkeit – meldete er sich schon damals zu Wort. 2005 folgte Jung seinem Vorgänger Helmut Hubner als Präsident des Oberlandesgerichts. Heuer beginnt Jung selbst sein letztes Jahr am Oberlandesgericht – er geht Ende 2011 mit Vollendung des 65. Lebensjahrs in Pension.

Eine private Leidenschaft bereitet Jung derzeit eher Kummer denn Freude: Dem LASK hält der Fußballfan aber trotz schwerer Zeiten die Treue. „Auch wenn es derzeit nicht immer leicht fällt.“ Selbst kickt der verheiratete Vater einer Tochter (14) und eines Sohns (20) im SV Justiz, dem Fußballverein der oberösterreichischen Gerichtsbarkeit.

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Artikel 18. Januar 2011 - 00:04 Uhr
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