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Achleitner: "Ich habe das Feuer für die Politik"

LINZ. Ein halbes Jahr lang hat er sich auf seine neue Aufgabe in der Politik vorbereiten können – nun geht es für den Ex-Eurothermen-Chef Markus Achleitner los. Im Interview spricht er über seine Pläne und Prinzipien.

 

OÖNachrichten: "Politik war in meiner Lebensplanung nicht vorgesehen", haben Sie im Juni gesagt, als Sie als Nachfolger von Michael Strugl vorgestellt wurden. Jetzt hatten Sie ein halbes Jahr Zeit, sich vorzubereiten. Sind Sie fit?

Markus Achleitner: Ich bin fit und freue mich, dass es endlich losgeht. Ich habe das Feuer für die Politik. In diesem Standortressort laufen die meisten Fäden zusammen, um den Wirtschaftsstandort Oberösterreich weiter zu stärken. Ich möchte ein Wirtschafts- und Forschungsprogramm "Oberösterreich 2030" entwickeln, das wir mit allen, die in der Wirtschaft und Forschung tätig sind, erarbeiten, und so eine Basis schaffen, um in die EU-Top-Ten-Regionen zu kommen.

In Oberösterreich herrscht quasi Vollbeschäftigung. Auf der anderen Seite klagen viele Unternehmen über einen hartnäckigen Fachkräftemangel. Wie kann man dem entgegenwirken?

Ich plane dafür ein eigenes Programm, weil wir an vielen Stellschrauben drehen müssen. Wir haben zum Beispiel eine zu große Zahl an Jugendlichen, die nach der Pflichtschule nicht in den Arbeitsmarkt kommen. Denen müssen wir Chancen geben.

Es gibt die Debatte, ob Asylwerber ihre Lehre beenden dürfen, obwohl sie schon einen negativen Asylbescheid haben. Viele Wirtschaftstreibende sprechen sich dafür aus, die Bundesregierung ist dagegen. Auf welcher Seite stehen Sie?

Auf der praktikablen Seite. Wir haben 10.000 Asylberechtigte bei uns, die noch keinen Arbeitsplatz haben. Auf die müssen wir schauen. Ich weiß schon, dass es für die von Ihnen angesprochenen Lehrlinge unangenehm ist. Wichtig ist aber, dass die, die bleiben dürfen, integriert werden. Und das gelingt am besten durch Arbeit.

Wie sehen Sie generell das Thema Zuwanderung, vor allem im Hinblick auf den angesprochenen Fachkräftemangel?

Es wird uns gar nichts anderes übrig bleiben, als dass wir Menschen von außerhalb Österreichs zu uns holen, weil wir eine stabile Wirtschaftsentwicklung haben. Das betrifft zum Beispiel IT-Techniker, da haben wir in ganz Österreich zu wenige, die können wir nicht allein nur durch unseren Arbeitsmarkt decken, sondern da brauchen wir Zuzug. Das halte ich für gut und gescheit, weil Oberösterreich ein weltoffenes Land ist, das sehr stark durch den Export profitiert.

Ihr Vorgänger Michael Strugl hat in Linz-Pichling den Bau eines Stadions vorbereitet. Dieser Plan könnte nun an einer Volksbefragung scheitern.

Wo auch immer heute ein Infrastrukturprojekt gebaut wird, egal, ob es ein Stadion ist, eine Straße oder eine Stromleitung, wird ein Teil der Bevölkerung dagegen sein. Da muss die Politik beurteilen, ob es übergeordnete Interessen gibt, und danach entscheiden.

Sie gelten als gesellig, als Stimmungsmacher, als leidenschaftlicher Volksmusiker. Wird dafür in der Politik Platz bleiben?

Den Achleitner gibt es nur so, wie er ist. Er wird seine Familie, seine Freunde, seinen Humor und seine Musik nicht an der Tür zur Politik abgeben. Ich bin ein Mann, der gerne draußen ist und hören will, was die Leute sagen. Daher bleibe ich auch bei der Musik.

>>> Mehr zur Personal-Rochade im Landtag lesen Sie hier

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Artikel Wolfgang Braun und Ulrich Jelinek 06. Dezember 2018 - 19:44 Uhr
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