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Eklat um Inserat der Kepler Society: Geschäftsführer muss gehen

Ein Inserat der Kepler Society, des Absolventen-Klubs der Universität Linz, im Werbeheft für den Linzer Burschenbund-Ball schlägt hohe Wellen. Geschäftsführer Johannes Pracher wird seinen Job verlieren. Die Kepler Society soll generell neu organisiert werden

Johannes Pracher, Geschäftsführer der Kepler Society, muss gehen. Bild: JKU/OÖN

„...und bleiben wir doch treu.“ Mit dieser Zeile aus dem Treuelied der SS wirbt die Kepler Society in einem Inserat für das Werbeheft zum Burschenbund-Ball und wollte damit offenbar Ballbesucher werben, nach dem Studium dem Absolventenverein der Johannes Kepler Universität beizutreten. Im Treuelied heißt es „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu.“

Thomas Diesenreiter, Vorsitzender Kulturplattform Oberösterreich (KUPF) hat gegen den Verein, seinen Geschäftsführer Johannes Pracher und den Vereinspräsidenten Gerhard Stürmer Anzeige wegen Wiederbetätigung eingebracht, wie er in den sozialen Medien schreibt.

"Eindeutige Grenzüberschreitung"

Dass er die Anzeige am Samstag bei der Oberstaatsanwaltschaft Linz eingebracht hat, bestätigte er auch gegenüber den OÖNachrichten. Der Satz sei ein eindeutig und oft gebrauchter Code in rechtsextreme Kreisen, sagt Diesenreiter. Er wolle niemandem etwas unterstellen, aber die Verwendung sei auf jeden Fall eine "eindeutige Grenzüberschreitung“.

Während Pracher auf Anfrage der OÖNachrichten darauf verweist, dass es am Montag dazu eine Stellungnahme geben werde, ist aus Unikreisen bereits zu vernehmen, dass das Inserat nicht ohne Folgen bleiben wird. Das Rekotorat sei von der Vorgangsweise der Kepler Society nicht informiert gewesen und entrüstet. Es werde „dienstrechtliche Konsequenzen für Pracher“ geben, heißt es. Denn Pracher ist Angestellter der JKU. Er müsse gehen. Dabei werde es aber nicht bleiben. Gerhard Stürmer solle die Kepler Society neu ausrichten. Eine offizielles Statement der JKU soll es im Laufe des Nachmittags geben.

JKU "distanziert sich mit Nachdruck" von Inserat

Am Sonntagnachmittag nahm die Johannes Kepler Universität offiziell Stellung: "Dieses Inserat der Kepler Society ist inakzeptabel und widerspricht diametral der Haltung der JKU", sagt Rektor Meinhard Lukas. "Eine antifaschistische Gesinnung ist Teil der DNA der JKU. Eine solche unmissverständliche Haltung erwarten wir auch von den Repräsentanten jener Organisationen, die so wie die Kepler Society der JKU nahestehen. Immerhin geht es um das Ansehen unserer Universität", betont Lukas weiter.

Obwohl die Kepler Society ein eigenständig geführter Verein ist, werde die JKU ihren Einfluss in der Generalversammlung und im Vorstand geltend machen, dass das Inserat Konsequenzen hat, heißt es in der Aussendung weiter.

Neujahrsempfang soll abgesagt werden

Rektor Lukas habe den Vorstandsvorsitzenden der Kepler Society, Gerhard Stürmer, ersucht, einen kommissarischen Geschäftsführer einzusetzen und den anstehenden Neujahrsempfang der Kepler Society abzusagen. Lukas erwartet sich "eine außerordentliche Generalversammlung der Kepler Society".

Abgesehen davon habe er die Vizerektorin für Personal, Brigitte Hütter, beauftragt, auch die nötigen dienstrechtlichen Schritte zu setzen, da der Geschäftsführer der Kepler Society an der JKU angestellt ist. Darüber hinaus hat Lukas die Rechtsabteilung der JKU und Rechtsanwalt Wolfgang Moringer mit der rechtlichen Prüfung des Inserats beauftragt.

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Artikel Heinz Steinbock und Dietmar Mascher 13. Januar 2019 - 13:49 Uhr
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