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Umfrage: FPÖ auf dem Weg zur Volkspartei

WIEN. SPÖ und ÖVP verlieren immer mehr an Boden, "Kanzlerbonus" für Strache; Schwarz-Blau ist jetzt die beliebteste Koalitionsvariante der Österreicher.

Mitterlehner, Faymann

Die momentan unbeliebteste Koalitionsvariante: Rot-Schwarz Bild: APA

Die FPÖ hat sich außerhalb jeder Schwankungsbreite auf Platz eins festgesetzt. Der "Kanzlerbonus" ist zum Oppositionsführer Heinz-Christian Strache gewandert. Rot-Schwarz steckt im Image-Tief, den parteiintern größten Konkurrenzdruck im Regierungsduo verspürt derzeit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (VP). Diesen Befund untermauert Teil zwei einer großen OGM-Umfrage (1013 Befragte) im Auftrag der führenden Bundesländerzeitungen, in der die Präferenzen zur Bundespolitik erhoben wurden.

Altes Muster gilt nicht mehr

Zwei Jahre vor der planmäßigen Nationalratswahl 2018 liegt die FPÖ mit 31 Prozent (Schwankungsbreite plus/minus 3,1 %) klar vor SPÖ und ÖVP, die gleichauf bei 23 Prozent im Tief stecken. Wobei der blaue Höhenflug längst nicht mehr nach dem Muster jung/männlich/bildungsfern zu erklären ist.

Die FPÖ weist im Vergleich zu den anderen Parteien "die ausgeglichenste Wählerstruktur" auf, betont OGM-Chef Wolfgang Bachmayer. Indizien, dass die Protestpartei auf dem Weg zu einer Volkspartei ist.

Auch die Vorstellung, dass Heinz-Christian Strache die Regierungsgeschicke des Landes lenkt, scheint immer weniger Österreicher abzuschrecken. Im Gegenteil: Bei der fiktiven Frage nach der Präferenz bei einer Kanzlerdirektwahl lässt Strache mit 23 Prozent Amtsinhaber Werner Faymann (SP, 17 Prozent) klar hinter sich. Ob bei Männern, Frauen, Unter-Dreißig- oder Bis-Fünfzig-Jährigen, der "Kanzlerbonus" ist in all diesen Gruppen zum Oppositionsführer gewandert. Einzig in der Gruppe "50 plus" halten die Befragten Faymann für die beste Kanzlerwahl.

Schwenk ohne Wirkung

Auch innerhalb der Koalition liegt der Kanzler mit zwei Punkten nur knapp vor Vizekanzler Mitterlehner (15 Prozent). Faymanns "mehrheitstauglicher Schwenk in der Flüchtlingspolitik" habe ihm bisher wenig gebracht. Das könne auch eine Frage der Glaubwürdigkeit sein, sagt Bachmayer.

Fast logisch ist angesichts des Befundes für die Koalition, dass weder in der SPÖ noch in der ÖVP – zumindest aus Wählersicht – die Frage der Spitzenkandidatur geklärt ist (siehe Artikel unten).

Die nächste Ernüchterung für die ehemaligen Großparteien brachte die Frage nach der beliebtesten Koalitionsvariante. Nur noch zehn Prozent der Befragten würden eine rot-schwarze Neuauflage bevorzugen. Nur noch unter den deklarierten Wählern von SPÖ und ÖVP findet die ehemalige Große Koalition eine relative Mehrheit (jeweils 36 Prozent Zustimmung).

Quer durch die Parteienlandschaft ist die einst so umstrittene schwarz-blaue Variante mit 27 Prozent am beliebtesten. Deutlich mehr FP-Sympathisanten (62 Prozent) wünschen sich als Partner die ÖVP als die SPÖ (26 Prozent). Insgesamt ist die Zustimmung für das "frühere No-go" Rot-Blau mit 16 Prozent aber "schon sehr gewachsen", sagt Bachmayer.

OGM-Umfrage (PDF):



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Artikel Lucian Mayringer 09. April 2016 - 00:05 Uhr
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