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Trauer um die Opfer von Parndorf: In Österreich läuteten die Glocken

WIEN/LINZ. Gedenkgottesdienst im Wiener Stephansdom, Demonstrationen für humane Asylpolitik in Wien und in Oberösterreich

Trauer um die Opfer von Parndorf: In Österreich läuteten die Glocken

Der Demonstrationszug startet auf dem Linzer Friedensplatz Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Um 19 Uhr erklang am Wiener Stephansdom die nur selten geläutete Pummerin. Zugleich wurden in ganz Wien und in den anderen österreichischen Diözesen die Kirchenglocken geläutet: Als Zeichen des Mitgefühls und des Respekts vor den Opfern.

In einem Gedenkgottesdienst im Stephansdom, den Kardinal Christoph Schönborn leitete, gedachte auch das offizielle Österreich der 71 Menschen, die in dem bei Parndorf gefundenen Schlepper-Lkw zu Tode gekommen waren. Fast die gesamte Bundesregierung nahm an dem Gedenkgottesdienst teil, an der Spitze Kanzler Werner Faymann (SP) und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner (VP), sowie Nationalratspräsidentin Doris Bures.

"Es ist genug! Genug des Sterbens, genug des Leides und der Verfolgung. Wir können nicht mehr wegschauen", eröffnete Schönborn den Gottesdienst. Und der Kardinal appellierte an die Verantwortung der Gesellschaft: Es sei endlich an der Zeit, "aus der Starre zu erwachen und uns entschieden der wohl größten humanitären Herausforderung Europas in den letzten Jahrzehnten zu stellen."

Am Ende des Gottesdiensts entzündete Kardinal Schönborn eine Gedenkkerze für die Opfer – und lud alle Teilnehmer des Gottsdienstes ein, ebenfalls eine Kerze zu entzünden und so den Altarraum in ein "Lichtermeer des Gedenkens" zu verwandeln.

Tausende Demonstranten

In Oberösterreich und Wien wurde auch für eine humane Asylpolitik demonstriert. In Linz startete um 18 Uhr eine Kundgebung der "Plattform Solidarität OÖ" auf dem Friedensplatz, wo 71 Kerzen im Gedenken an die Opfer von Parndorf angezündet wurden, danach marschierten die rund 2000 Teilnehmer zum Hauptplatz. Aufgerufen zur Linzer Demonstration hatte die "Plattform Solidarität OÖ".

"Wir stehen hier, weil wir ein Zeichen setzen wollen, wegen der unmenschlichen Asylpolitik in Europa sterben Menschen", sagte ein Redner. Man müsse "die Solidarität wieder einklagen". Der IS-Terror wurde am Friedensplatz in der "Ursachenforschung" nicht erwähnt.

Demonstriert wurde am Abend auch in Wels und Steyr.

20.000 in Wien

"Mensch sein in Österreich" war auch das Motto einer Großkundgebung mit Beginn in der Wiener Mariahilferstraße. Die Demo war von einer Privatperson organisiert, unterstützt wurde sie von NGOs wie Volkshilfe und "SOS Mitmensch". In Wien folgten rund 20.000 Personen dem Aufruf. Der Ring wurde gesperrt, am Abend zogen die Demonstrationsteilnehmer zur Abschlusskundgebung in Richtung Parlament. (bock)

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Artikel 01. September 2015 - 00:04 Uhr
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