Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Sonntag, 18. November 2018, 13:29 Uhr

Linz: 5°C Ort wählen »
 
Sonntag, 18. November 2018, 13:29 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Innenpolitik

Peter Launsky-Tieffenthal: Grundlinienspieler auf glattem Parkett

Grundlinienspieler auf glattem Parkett

Peter Launsky-Tieffenthal Bild:

Wenn Peter Launsky-Tieffenthal Tennis pielt, dann stets von der Grundlinie, abwartend, den Ball im Spiel haltend. Ans Netz stürmen, abvollieren und dann jubelnd die Faust ballen, das ist nicht seins. Ähnlich verhält sich der 53-jährige Sprecher des Außenministeriums bei der Arbeit. Das hat sich bewährt. Allerdings geht es im Brotberuf des Wieners nicht um Spiel, Satz und Sieg, sondern nicht selten um Leben und Tod. Rund 300.000 Österreichern in Not helfen die 1300 Mitarbeiter des Außenamtes pro Jahr.

Oft geht es um scheinbare Kleinigkeiten, verlorene Pässe, verletzte Urlauber, die einen Arzt suchen. Es gibt aber auch die großen Herausforderungen. Den mit der Todesstrafe bedrohten Bad Ischler Arzt Eugen Adelsmayr aus Dubai herausholen. Gestern, kurz vor sechs Uhr früh, hatte die Mission Adelsmayr ihr vorläufig glückliches Ende gefunden. Vorher hatte Peter Launsky-Tieffenthal gemeinsam mit Experten des Außenministeriums wochenlang einen sensiblen Schritt nach dem anderen gesetzt, ein fragiles Gebäude aus „Vertrauen, Offenheit und Ehrlichkeit“ errichtet. Schließlich waren sowohl der oberste Staatsanwalt als auch der stellvertretende Emir von Dubai bereit, Adelsmayr vorübergehend zu seiner todkranken Frau nach Bad Ischl zu lassen. Für den Nachfahren einer polnischen Großmutter und eines böhmischen Großvaters ist das kein Grund, abzuheben. Das sei ein Teamerfolg gewesen, sein Privileg sei es, diese Erfolge der Öffentlichkeit mitteilen zu dürfen. Und jetzt sonnt sich sein Chef, Außenminister Michael Spindelegger, im bilateralen Erfolg? Das ist für den polyglotten Wiener kein Thema: „Mein Chef ist der Teamkapitän, er hat sich stark eingebracht und mitgeholfen.“

Launsky-Tiefenthal weiß, wie er sich auf glattem internationalen Parkett zu verhalten hat. Geduld steht an oberster Stelle. Manche Fälle, wie jener des in Mali entführten Salzburger Paares, brauchten acht Monate für ein Happy End. Manchmal hilft alle Diplomatie nichts. Dann muss er wieder sprechen. Öffentlich und zu den Hinterbliebenen. Etwa zur Mutter des im Irak getöteten Soldaten Bert Nussbaumer. Mehr als 26 Jahre dauert die Diplomaten-Karriere des Kinofreaks schon an. Vier Jahre Washington, vier Jahre L. A., acht Jahre Indien, Saudiarabien. Ein Lieblingsplatz hat sich nicht eingebrannt, aber die Erkenntnis, dass es nichts gibt, das die Heimat ersetzt. Seit etwa vier Jahren ist er nun bereits Sprecher des Außenamtes. Allerdings nicht mehr lange. Bald zieht es Launsky-Tieffenthal wieder in die Ferne: Er wechselt als Botschafter nach Neu Delhi, Indien.

Kommentare anzeigen »
Artikel Helmut Atteneder 29. September 2011 - 00:04 Uhr
Mehr Innenpolitik

Kopftuchverbot in Volksschulen - SPÖ "grundsätzlich gesprächsbereit"

WIEN. Die SPÖ ist "grundsätzlich gesprächsbereit" bezüglich eines Kopftuchverbots für Volksschülerinnen, ...

Bundesheer: Neue Kasernen sollen aus Holz sein

WIEN. Das Verteidigungsministerium schreibt eine Kaserne aus Holz aus.

Gesetzesnovelle: Das ändert sich beim Zivildienst

WIEN. Das neue Zivildienst-Gesetz wird am Mittwoch vom Ministerrat beschlossen.

"In der Wählergunst hält sich die Koalition stabil auf hohem Niveau"

LINZ. Politikbarometer: ÖVP bleibt im Bund voran, dahinter FPÖ und SPÖ Kopf an Kopf.

Regierung will demnächst Kopftuchverbot in Volksschulen beschließen

WIEN. Die Regierungsparteien wollen kommende Woche im Parlament einen Initiativantrag für ein ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS