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Entacher: „Es wurde der Meinungsfreiheit zum Sieg verholfen“

In ersten Pressemeldungen war vom „siegreichen Feldherrn“ die Rede. Wie General Edmund Entacher seine Wiedereinsetzung als Generalstabschef sieht und wie er jetzt zur Wehrpflicht steht, darüber sprach er mit den OÖNachrichten.

Entacher wehrt sich gegen seine Entlassung

Bild: APA (Parigger/Archiv)

OÖN: Herr General, wie fühlen Sie sich?

Entacher: Sehr erleichtert. Die Message ist klar: Es wurde der Meinungsfreiheit zum Sieg verholfen.

OÖN: Haben Sie mit der Entscheidung der Berufungskommission zu Ihren Gunsten gerechnet?

Entacher: In der Eigenbewertung habe ich mich selbstverständlich im Recht gefühlt. Schließlich habe ich mein ganzes Berufsleben lang gewissenhaft und auch erfolgreich meinen Dienst versehen.

OÖN: Von wem haben Sie die Nachricht erhalten? Von Verteidigungsminister Norbert Darabos?

Entacher: Nein, sondern von meinem Anwalt Martin Riedl. Der hat übrigens exzellent und hochprofessionell gekämpft.

OÖN: Wann und wie werden Sie Minister Darabos gegenübertreten?

Entacher: Morgen (heute, Dienstag, Anm. d. Red.) früh. Ich werde ihm dann ganz einfach meinen Dienstantritt melden.

OÖN: Ist Ihr Verhältnis zum Minister jetzt gestört?

Entacher: Das Verhältnis zum Minister war persönlich immer gut. Es geht jetzt aber nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um professionelle Arbeit. Dabei ist es nicht um jeden Preis erforderlich, sich täglich zu umarmen.

OÖN: Laut Gerüchten soll dem Generalstab jetzt Macht entzogen werden – aufgrund Ihrer Rückkehr?

Entacher: Es gibt eine Ministerweisung zur Umstrukturierung. Es muss dazu jetzt eine Vorlage geben – die die damit beauftragte Sektion 1 in enger Abstimmung mit dem Generalstab bis 16. Dezember vorlegen muss. Dann wird verhandelt. Aber Sie wissen ja, der Teufel liegt bekanntlich im Detail.

OÖN: Auslöser für Ihre Absetzung war ein Interview, in dem Sie sich zur Wehrpflicht bekannt und damit gegen die Position des Ministers Stellung bezogen haben. Wie stehen Sie heute zur Wehrpflicht?

Entacher: Ich habe meine Meinung nicht geändert. Warum sollte ich auch, es gibt schließlich keine anderen Erkenntnisse. Das heißt, solange der Gesetzgeber nichts anderes entscheidet, gibt es nichts Besseres als die Wehrpflicht mit Milizsystem. Schließlich ist in Zeiten sinkender Budgets auch nicht genug Geld für Nachwuchs da. Zudem bezweifle ich, dass es das sonst notwendige neue Dienst- und Pensionsrecht geben wird.

OÖN: Sie sind 62 Jahre alt. Wie lange wollen Sie im Militär aktiv bleiben?

Entacher: Vom Pensionsrecht wäre 65 die Grenze. Wenn ich Lust und Laune habe, bleibe ich so lange. Mein Vertrag als Generalstabschef läuft aber bis Februar 2013. Da wäre es dann eher sinnvoll, mit Dezember 2012 zu gehen.

 

E. Entacher

Der „rote General“ wurde 1949 in Großarl geboren und ist bei der Truppe sehr beliebt. Der Witwer ist Vater zweier Kinder und Virginia-Raucher. 2008 wurde General Edmund Entacher mit der Funktion des Chefs des Generalstabes betraut.
 

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Artikel Eike-Cl. Kullmann 08. November 2011 - 00:04 Uhr
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