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Tschechiens Ärzte kommen: Zweite Kündigungswelle in den Spitälern

PRAG. Tschechiens Ärzte verlassen die Krankenhäuser in Scharen. Sie protestieren damit gegen die niedrigen Löhne und die schlechten Arbeitsbedingungen. Viele von ihnen gehen nach Österreich und Deutschland.

Tschechiens Ärzte kommen: Zweite Kündigungswelle in den Spitälern

Tschechiens Ärzten reicht es. In vielen Regionen haben bereits vier von fünf Ärzten gekündigt. Bild: Reuters

Kaum hat das neue Jahr begonnen, kommen wieder beunruhigende Nachrichten aus den tschechischen Krankenhäusern: Die Kündigungswelle der Ärzteschaft setzt sich fort. Wie der Ärztegewerkschaftsbund Tschechischer Ärzte (LOK-SCL) erklärte, ist jetzt die zweite Phase der Kampagne „Danke, wir gehen“ gestartet worden. Erneut wird eine Kündigungswelle die Spitäler überrollen, nach der kaum noch Mediziner in den Kliniken verbleiben dürften. Die Situation nimmt rasant dramatische Ausmaße an. In etlichen Bezirken fehlen bereits vier von fünf angestellten Ärzten.

Schon 3800 Kündigungen

Viele von ihnen haben den Weg in die Nachbarländer Österreich und Deutschland angetreten. Die gut ausgebildeten Ärzte werden dort wohlwollend aufgenommen. Sachsens Kliniken sanieren mit den tschechischen Kollegen ihr Personalproblem. Denn von dort sind die Ärzte in die immer noch besser bezahlenden westdeutschen Bundesländer oder gar in solche Spitzenverdienstregionen wie die Schweiz, Norwegen und Kanada abgewandert, wo es nicht nur ein höheres Gehalt, sondern auch stressärmere Arbeitsbedingungen gibt.

Wie Martin Engel, Sprecher der tschechischen Ärztekampagne, erklärte, hatten bis Ende des vergangenen Jahres 3800 Ärzte ihre Kündigung eingereicht. Man werde an diesem Druckmittel festhalten, sollte das Gesundheitsministerium keine Abhilfe gegen die schlechte Bezahlung der Ärzte schaffen. Derzeit verdiene ein Klinikarzt je nach Dienst zwischen 50.000 und 70.000 Kronen monatlich (2000 bis 2800 Euro). Dies stehe in keinem Verhältnis zu dem Verdienst von Facharbeitern.

Die Politiker sind empört. Staatspräsident Vaclav Klaus bezeichnet diejenigen Ärzte, die ihren Arbeitsplatz verließen, als „unverantwortlich“. Der Gesundheitsminister habe seine volle Unterstützung bei der Ausarbeitung und Einführung der Gesundheitsreform, so Klaus. Gesundheitsminister Leos Heger (TOP 09) seinerseits erklärte, die Regierung arbeite daran, eine baldige Lösung für das Problem der Bezahlung der Klinikärzte zu finden. Unter den gegenwärtigen Umständen sei aber eine sofortige Gehaltserhöhung nicht umsetzbar.

Zu den Plänen der Regierung, das Gesundheitswesen zu reformieren, gehört eine Erhöhung der Krankenhauszuzahlungen. Statt wie bisher 60 Kronen sollen künftig 100 Kronen pro Tag von den Patienten zugezahlt werden. Zudem plant Premier Necas eine Zusammenlegung von Krankenversicherungen, um die damit einzusparenden Kosten direkt dem Gesundheitswesen zur Verfügung stellen zu können.

Gegenwärtig sind 59 Krankenhäuser von der Kündigungswelle betroffen. Die Regierung erwägt Maßnahmen, um ambulante Ärzte zum Klinikdienst zu verpflichten.

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Artikel Von Jindra Kolar 10. Januar 2011 - 00:04 Uhr
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