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Trump und Kim: Kommt es zum Gipfel oder nicht?

Der US-Präsident denkt laut über eine Verschiebung des Treffens am 12. Juni in Singapur nach.

Trump und Kim: Kommt es zum Gipfel oder nicht?

Donald Trump mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Moon Jae-in. Bild: Reuters

Die Gedenkmünzen des Weißen Hauses für das am 12. Juni in Singapur geplante Treffen zwischen Kim Jong-un und Donald Trump liegen schon in den Schubladen. "Ich vermute, der Wert wird steigen, wenn der Gipfel nicht stattfindet", frotzelt "New York Times"-Reporter Glenn Trust über das Gedenksouvenir eines Ereignisses, dessen Zustandekommen der Präsident nach dem Treffen mit Südkoreas Staatschef Moon Jae-in im Weißen Haus selbst infrage stellte.

"Es gibt eine sehr substanzielle Chance, dass es nicht stattfinden wird", so Trump. "Vielleicht passiert es zu einer anderen Zeit." Dagegen verbreitete Moon Zuversicht. Sein Nationaler Sicherheitsberater Chung Eui-yong sieht die Gipfel-Chance "bei 99,9 Prozent".

Trump heizte das Rätselraten an, als er die zentrale Forderung nach einer einseitigen bedingungslosen Atomabrüstung Nordkoreas aufweichte. "Es wäre sicher besser, wenn wir alles in einem Rutsch erledigen könnten. Aber muss es so sein? Ich denke, ich möchte mich nicht darauf festlegen."

Experten zeigen sich irritiert über das strategische Durcheinander. "Trump hatte ernsthaft geglaubt, er werde eine vollständige Denuklearisierung erreichen", sagt Michael J. Green vom "Center for Strategic and International Studies". Jetzt realisiere er, dass es dazu nicht kommen wird. "Deshalb suchen sie nach einem Weg, zu sagen, der Gipfel werde zur atomaren Abrüstung führen."

Jean H. Lee vom "Wilson Center" sagt, nun rächten sich die "unrealistischen Erwartungen". So etwas öffentlich zu verhandeln, sei ohne Beispiel. "Ich wünschte, sie hätten all das bedacht, bevor Trump den Gipfel zugesagt hatte."

Der Präsident hatte bei dem Besuch einer südkoreanischen Delegation im Weißen Haus im März spontan dem Vorschlag eines Gipfeltreffens mit Kim zugestimmt. Die Kim-Dynastie erreichte damit ein seit Jahrzehnten verfolgtes Ziel, ohne etwas aufgeben zu müssen.

Münzenwert dürfte steigen

Experten hatten davor ebenso gewarnt wie vor der Erwartung, Nordkorea werde seine Atomwaffen einseitig aufgeben. In der Vergangenheit bestanden die USA deshalb stets auf Mehrparteien-Gesprächen, an denen auch China beteiligt war. Bisher bleibt es bei den Vorbereitungen für das Gipfeltreffen. Diese Woche wollte eine US-Delegation noch mit ihrem Gegenüber aus Nordkorea Tagesordnung und Logistik des Gipfels verhandeln. Zuletzt tauchten die Nordkoreaner erst gar nicht auf. Erscheinen sie auch diesmal nicht, dürfte der Wert der Gipfel-Gedenkmünzen sprunghaft in die Höhe schnellen.

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Artikel Thomas Spang aus Washington 24. Mai 2018 - 00:04 Uhr
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