Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Donnerstag, 19. Juli 2018, 23:27 Uhr

Linz: 21°C Ort wählen »
 
Donnerstag, 19. Juli 2018, 23:27 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Präsidentenwahl in Tschechien: Zeman und Drahos in der Stichwahl

PRAG. Bei der Präsidentenwahl in Tschechien zeichnet sich eine Stichwahl zwischen dem amtierenden Präsidenten Milos Zeman und dem ehemaligen Chef der Wissenschaftsakademie, Jiri Drahos, ab.

Milos Zeman mit Ehefrau Ivana bei der Stimmabgabe Bild: (Reuters)

Keine Überraschung gibt es diesmal in Prag nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl. In der Stichwahl in zwei Wochen treten jene zwei Bewerber gegeneinander an, von denen es erwartet wurde: der amtierende, mit Vorliebe provozierende Staatschef Milos Zeman und der vornehme, bedachtsame und konfliktfreie frühere Chef der Wissenschaftsakademie Jiri Drahos, ein "Anti-Zeman".

Der Wunsch nach einer Veränderung auf der Prager Burg ist groß. Vor allem wegen des Umgangs mit den Vollmachten des Staatsoberhauptes seitens Zemans und seiner häufigen kontroversen Auftritte und Aussagen, die nicht selten auch negative Aufmerksamkeit im Ausland auslösen. Die meisten Bewerber, die nicht in die Stichwahl kommen, haben schon zur Abwahl Zemans aufgerufen, genauso wie mehrere Parteien etwa die konservative Demokratische Bürgerpartei (ODS) oder die Christdemokraten (KDU-CSL). Demgegenüber stellten die Kommunisten (KSCM) und die rechtspopulistische Partei "Freiheit und direkte Demokratie" (SPD) von Tomio Okamura erneut ihre Unterstützung für Zeman in Aussicht.

Obwohl sich Zeman freut, dass er in der ersten Runde fast 40 Prozent der Stimmen erhalten hat, während es vor fünf Jahren nur 24 Prozent gewesen waren, wird er es in der Stichwahl kaum einfacher haben. Vor allem, wenn die Wähler der erfolglosen Bewerber der ersten Runde den Aufforderungen ihrer Favoriten Gehör schenken.

Außerdem präsentiert sich Drahos gezielt als Kontrast zu Zeman, vor allem was das Auftreten in der Öffentlichkeit angeht. Auch ist Drahos mit keiner Partei verbunden. Damit unterscheidet er sich von Zemans Rivalen bei der Wahl 2013, Karel Schwarzenberg, der Außenminister in der damals von mehreren Affären erschütterten Regierung des konservativen Premiers Mirek Topolanek (ODS) war. So kann Drahos glaubwürdiger als überparteiliche und unabhängige Persönlichkeit auftreten, was man von diesem Amt allgemein erwartet.

Video: In Tschechien verweigert Amtsinhaber Zeman bewusst den Präsidentschaftswahlkampf. Wer bei der Stichwahl die besseren Chancen hat, berichtet ORF-Korrespondent Ernst Gelegs aus Prag.

Zeman ist sich offensichtlich der Qualitäten von Drahos bewusst. Deswegen hat sich Zeman entschlossen, seine wohl kräftigste Waffe einzusetzen: sein rhetorisches Können und seine Redefertigkeit. Im Wahlkampf vor der ersten Runde ignorierte er demonstrativ jegliche TV-Debatte mit anderen Kandidaten, womit er seine Behauptung untermalte, dass er "keinen Wahlkampf" führe. Zeman war sich der Teilnahme in der Stichwahl offenbar so sicher, dass er die erste Runde eher als eine Übung betrachtete. Jetzt wolle er doch zu TV-Duellen mit Drahos antreten; nicht nur einem, wie Zeman sagte.

Der Politologe Ladislav Mrklas vom Prager privaten CEVRO-Institut rechnet in den kommenden zwei Wochen mit einem sehr offenen und harten Wahlkampf, den Tschechien "noch nicht erlebt" habe. "Zeman weiß sehr gut, dass es um alles geht, während Drahos eine Chance spürt", meinte er.

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten,at/apa 13. Januar 2018 - 19:36 Uhr
Mehr Außenpolitik

Israel: Streit um Gesetz

TEL AVIV. Jüdischer Charakter des Landes soll gestärkt werden

Trump will sich erneut mit Putin treffen

WASHINGTON. Trotz der massiven Kritik in den USA an seinem gemeinsamen Auftritt mit Wladimir Putin in ...

Spanische Justiz verzichtet auf Auslieferung von Puigdemont

MADRID/BARCELONA. Die spanische Justiz verzichtet auf eine Auslieferung des in Deutschland festgenommenen ...

Ausnahmezustand in der Türkei endet nach zwei Jahren

ANKARA. Der vor zwei Jahren in der Türkei verhängte Ausnahmezustand ist beendet.

Trump bleibt wegen Putin-Gipfel unter Druck

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump bleibt wegen seines hoch umstrittenen Auftritts mit Kremlchef ...
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS