Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Mittwoch, 12. Dezember 2018, 22:31 Uhr

Linz: 0°C Ort wählen »
 
Mittwoch, 12. Dezember 2018, 22:31 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Huawei-Finanzchefin in Haft - China übt schwere Kritik an USA

PEKING. Chinesische Staatsmedien haben mit scharfer Kritik an den USA auf die Festnahme der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou reagiert.

Mengs Festnahme schlägt hohe Wellen. Bild: Afp

Es sei "zweifelsohne wahr und bewiesen", dass die USA alles versuchten, um Huaweis Expansion in der Welt einzudämmen, heißt es in der englischsprachigen "China Daily" am Freitag.

"Für die Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen ist politisches Vertrauen dringend nötig. Doch Washington hat geholfen, dieses politische Vertrauen zu untergraben, indem es seine Verbündeten überredet und gedrängt hat, einer Zusammenarbeit mit Huawei aus dem Weg zu gehen."

Die einflussreiche "Global Times" wirft den USA vor, auf "einen verabscheuungswürdigen Schurkenansatz" zurückzugreifen, da sie Huaweis 5G-Marktvorstoß nicht aufhalten könnten. Über ein juristisches Verfahren versuchten die USA, den chinesischen Netzwerkausrüster "zu unterdrücken". Der Vorfall zeige, dass sich China in einem "komplizierten Wettbewerb" mit den USA befinde. "Peking benötigt Entschlossenheit und Weisheit, um seine eigenen Interessen zu schützen."

Beide Zeitungen betonten, es sei nicht klar, warum Meng festgenommen worden sei. Insidern zufolge sollen unter anderem mutmaßliche Verstöße gegen Iran-Sanktionen der USA ein Grund sein. Es werde ermittelt, ob der chinesische Telekomkonzern das britische Geldhaus HSBC für illegale Transaktionen mit dem Iran genutzt habe, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Huawei und HSBC lehnten eine Stellungnahme ab.

Die Tochter des Huawei-Gründers war am 1. Dezember nach Aufforderung der US-Behörden im kanadischen Vancouver in Gewahrsam genommen worden, dem selben Tag, an dem US-Präsident Donald Trump und der chinesische Staatschef Xi Jinping beim G-20-Gipfel in Buenos Aires miteinander speisten. Zwei US-Regierungsvertretern zufolge wusste Trump nichts von den Plänen, Meng festzunehmen. Die kanadische Regierung nahm nach Angaben von Ministerpräsident Justin Trudeau keinen Einfluss auf die Entscheidung zur Festnahme der Managerin. Seine Regierung sei von den Behörden einige Tage im Voraus informiert worden. Näher wollte sich Trudeau nicht äußern und verwies zur Begründung auf eine für Freitag geplante Anhörung Mengs.

Die japanische Regierung will Insidern zufolge keine Lieferverträge mehr mit Huawei und ZTE abschließen. Ein entsprechendes Verbot für Regierungsbehörden sei geplant. In den westlichen Industriestaaten steht Huawei schon länger am Pranger: Dort werden eine Einflussnahme durch die Regierung in Peking, Spionage und Störung der nationalen Netze befürchtet.

Mengs Festnahme entfachte neue Sorgen vor einer Eskalation des US-Handelsstreits mit China und belastete die Börsen. "Schwer vorstellbar, dass diese Entwicklung zu einer Deeskalation im Zollstreit zwischen den USA und China beiträgt", sagte Analyst Gregor Kuhn von Emden Research.

Video: Huawei-Finanzchefin verhaftet

Kommentare anzeigen »
Artikel nachrichten.at/apa 07. Dezember 2018 - 07:39 Uhr
Mehr Außenpolitik

Theresa May übersteht Misstrauensvotum

LONDON. Die britische Premierministerin Theresa May hat das Misstrauensvotum am Mittwochabend gewonnen.

Italien-Budget: Rom macht Zugeständnisse

ROM. In Brüssel bahnt sich ein Ende des Streits zwischen der EU-Kommission und Rom über den italienischen ...

Trumps Ex-Anwalt Cohen zu drei Jahren Haft verurteilt

NEW YORK. Michael Cohen, der frühere Anwalt von US-Präsident Donald Trump, ist zu einer dreijährigen ...

Brüssel zeigt May die kalte Schulter: "Werden Brexit nicht nachverhandeln"

Die ungelöste Nordirlandfrage ist und bleibt der Knackpunkt im chaotischen Austrittspoker.

Macrons Einlenken kostet bis zu zehn Milliarden Euro

PARIS. Frankreich: Angekündigte Zugeständnisse an die "Gelbwesten" lösten Zustimmung und Ablehnung aus.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS