Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Montag, 10. Dezember 2018, 17:16 Uhr

Linz: 2°C Ort wählen »
 
Montag, 10. Dezember 2018, 17:16 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Politik  > Außenpolitik

Eine rätselhafte Mordserie erschüttert die Ukraine

KIEW. Beinah täglich wird ein pro-russischer Oppositioneller erschossen.

Eine rätselhafte Mordserie erschüttert die Ukraine

Vor seiner Wohnung in Kiew wurde der prominente Publizist und Oppositionelle Oles Busina erschossen. Bild: Reuters

In der Ukraine machen Killer Jagd auf pro-russische Oppositionelle. Obwohl sich inzwischen eine nationalistische Gruppe namens Ukrainische Aufständische Armee (UPA) zu den Attentaten bekannte, schiebt Präsident Poroschenko die Verantwortung Moskau zu.

Gestern hat die Polizei in der Kleinstadt Neteschin bekannt gegeben, dass die Lokaljournalistin Olga Moros in ihrer Wohnung getötet wurde. Am Donnerstag erschossen Unbekannte den pro-russischen Publizisten Oles Busina vor dem Hauseingang seiner Kiewer Wohnung. Mittwochs wurde der Oppositionspolitiker Oleg Kalaschnikow in Kiew erschossen.

Andere ehemalige Mitglieder der "Partei des Regionen" des 2014 gestürzten Staatschefs Janukowitsch hatten im Februar laut Behördenangaben Selbstmord begannen: Drei Ex-Parlamentarier, dazu der Bürgermeister und der Polizeichef der Kreisstadt Melitopol. Russische Kommentatoren behaupten nun, auch sie seien ermordet worden.

Businas Tod aber wurde Russlands Präsidenten Putin am Donnerstag während eines Life-Auftritts im Staats-TV gemeldet, Putin kommentierte prompt. "Das ist ja nicht der erste politische Mord in der Ukraine." Die russischen Behörden hätten die Mörder des Oppositionellen Boris Nemzow sofort gefasst. In der Ukraine, die beanspruche, ein demokratischer Staat zu sein, geschehe nichts.

Der ukrainische Staatschef Poroschenko antwortete mit einer Schuldzuweisung Richtung Moskau. "Das ist eine bewusste Provokation, die Wasser auf die Mühlen unserer Feinde gießt."

Ein erbitterter russisch-ukrainischer Streit tobt. Marija Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, verkündete "den Beginn der politischen Säuberungen in der Ukraine". Der ukrainische Parlamentarier Luzenko aber bezeichnete die Ermordeten als "sakrale Opfer des Kremls". Ukrainische Blogger behaupten gar, Busina sei speziell während Putins Life-Show erschossen worden, um vom Nemzow-Mord abzulenken.

Viele Beobachter halten beide Versionen für möglich. "Busina ist aus politischen Gründen ermordet worden. Entweder war es die Rache ukrainischer Untergrundnationalisten oder tatsächlich die lange Hand Moskaus, die die Ukraine destabilisieren will", sagt der Politologe Karasjow.

Ultimatum an "Antiukrainer"

Tatsächlich ist nicht auszuschließen, dass Russland seine Militärintervention in der Ukraine durch provokative Morde in Kiew unterstützt. Allerdings sind ukrainische Rechtsradikale zu ebenso mörderischen Gewalttaten fähig. Für sie ist es auch kein Problem, ihre pro-russischen Widersacher ausfindig zu machen. In E-Mails an den Oppositionsblock drohte die UPA damit, weitere "antiukrainische" Personen zu töten, sollten diese nicht das Land innerhalb von 72 Stunden verlassen. (scholl)

Kommentare anzeigen »
Artikel 18. April 2015 - 00:04 Uhr
Mehr Außenpolitik

UNO-Migrationspakt in Marrakesch angenommen

MARRAKESCH. Der umstrittene UNO-Migrationspakt ist bei einer internationalen Konferenz in Marokko ...

Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus wird verschoben

LONDON. Die Abstimmung über das Brexit-Abkommen im britischen Parlament wird verschoben.

Heute beginnt Woche der Brexit-Entscheidungen

LONDON. Am Dienstag stimmt das Unterhaus ab.

Kramp-Karrenbauer will Merkel, "wo es notwendig ist", Paroli bieten

HAMBURG. Bisherige Generalsekretärin wurde auf dem Parteitag in Hamburg zur CDU-Chefin gewählt.

Trump wechselt Stabschef: Ayers könnte nachfolgen

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump wechselt erneut seinen Stabschef im Weißen Haus aus.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS