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Afghanistan: Explosion riss drei US-Amerikaner und einen Franzosen in den Tod

Nach schweren Verlusten für die internationalen Truppen in Afghanistan im Juli hat auch der Monat August blutig begonnen. Bei Bombenexplosionen und Gefechten mit Taliban-Kämpfern wurden am Samstag drei US-Soldaten sowie ein Franzose getötet, wie Militärsprecher mitteilten. Im Juli kamen in dem Land insgesamt 74 ausländische Soldaten ums Leben, darunter 43 Amerikaner und 22 Briten.

Die US-Soldaten wurden am Samstag bei zwei separaten Bombenexplosionen im Süden Afghanistans getötet. In der Region hat die NATO-Schutztruppe ISAF eine Großoffensive gegen die Taliban gestartet. Der Franzose war am Samstag gemeinsam mit afghanischen Truppen in der Provinz Kapissa nordöstlich von Kabul im Einsatz, wo es zu Kämpfen mit den radikalislamischen Aufständischen kam. Zwei weitere französische Soldaten wurden dabei verwundet. Seit Beginn des internationalen Einsatzes Ende 2001 sind insgesamt 29 französische Soldaten in Afghanistan ums Leben gekommen.

Erst am Freitag kamen bei Anschlägen und Gefechten im Westen des Landes 17 Menschen ums Leben. In der Provinz Farah griffen Aufständische einen NATO-Konvoi mit Treibstofflieferungen für die internationalen Streitkräfte im Bezirk Bala Buluk an, wie der Gouverneur von Farah mitteilte. Dabei sei ein Tankfahrzeug beschädigt worden. Als Bewohner den auslaufenden Sprit auffangen wollten, hätten Aufständische eine Rakete auf das Fahrzeug gefeuert. 13 Menschen erlitten schwere Brandverletzungen. Im selben Bezirk starben vier afghanische Soldaten bei einer Bombenexplosion. In einer Nachbarprovinz kamen in der Nacht auf Freitag bei einem Gefecht zwischen einem NATO-Konvoi und Rebellen elf Menschen ums Leben.

Der neue NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach sich indes für Verhandlungskontakte des Verteidigungsbündnisses mit radikalislamischen Taliban-Gruppen aus. Der Kopenhagener Zeitung „Politiken“ sagte Rasmussen, der am heutigen Samstag sein Amt antrat:
„Es gibt unter den Taliban Gruppen, mit denen man bei dem Versuch, Versöhnung in Afghanistan zu schaffen, sprechen kann.“ Es sei aber auch klar, dass es einen harten Kern gebe, der nur Respekt vor militärischer Macht habe und für Vereinbarungen nicht infrage komme.

Derzeit wichtigste Aufgabe der von der NATO geleiteten Schutztruppe ist die Absicherung der afghanischen Präsidentenwahlen am 20. August. Amtsinhaber Hamid Karzai hielt am heutigen Samstag im Dorf Kajan in der nördlichen Provinz Baghlan seine erste Wahlkampfkundgebung ab. Dabei sprach er sich für enge Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft aus und bezeichnete die Befriedung des Landes als seine oberste Priorität.

Beim Wiederaufbau des Landes setze er auf einen Dreiklang aus „Frieden, Entwicklung und soliden Beziehungen zu den ausländischen Mächten“, sagte der Amtsinhaber vor tausenden Anhängern. „Der Terrorismus bereitet uns immer noch Sorge, zerstört unser Land.“ Daher sei Frieden und nationale Versöhnung das oberste Ziel seiner Arbeit. An zweiter und dritter Stelle folgten gute Beziehungen zum Ausland und die Entwicklung des Landes. Nach dem Bau von Straßen und Schulen hätten nun die Entwicklung von Landwirtschaft und Stromversorgung Priorität.

Karzai gilt als Favorit bei der Präsidentschaftswahl am 20. August. Unter seiner Herrschaft gelang es bisher jedoch nicht, den Angriffen von islamistischen Aufständischen ein Ende zu bereiten. Vielmehr nahm die Gewalt in den vergangenen Monaten wieder zu. Derzeit sind mehr als 100.000 ausländische Soldaten in Afghanistan stationiert.

Kajan ist etwa sechs Stunden Autofahrt von der afghanischen Hauptstadt Kabul entfernt. Mit seinem Besuch zeigte sich Karzai dafür erkenntlich, dass der geistliche Führer der in der Region einflussreichen ismailitischen Religionsgruppe Schia zur Wahl des Amtsinhabers geraten hatte. Seine Anhänger riefen während der Kundgebung Parolen wie „Karzai wird siegen“. Gegen den Amtsinhaber treten 40 weitere Präsidentschaftskandidaten an.

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Artikel 01. August 2009 - 17:07 Uhr
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