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René Benko: Das Geld lag auf dem Dachboden

"Schillernd" allein würde als Adjektiv dem Tiroler Unternehmer René Benko nicht gerecht werden. Es wäre zu wenig.

Das Geld lag auf dem Dachboden Von Dietmar Mascher

René Benko: Der 40-Jährige kauft derzeit Online-Plattformen für sein Handelsreich. Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER

Der 40-Jährige war Tiroler, Mann und Immobilien-Manager des Jahres, zählt zu den 100 reichsten Österreichern, wurde rechtskräftig zu einer bedingten Haftstrafe verurteilt (deren Bewährungsfrist abgelaufen ist), gewinnt prominente Investoren und zahlt sie wieder aus. Unterm Strich steht ein Immobilien- und Handelsimperium, das für einen Selfmade-Millionär doch sehr ungewöhnlich ist. Der Handelsbereich setzt fast vier Milliarden Euro um, die Immobilien sind sechs Milliarden Euro wert. Jetzt ergänzt er dieses Reich durch den Zukauf von Onlineplattformen wie am Montag "mybestbrands".

Benko hat in seiner Heimatstadt Innsbruck früh erkannt, dass der Ausbau und die anschließende Vermarktung von Dachböden ein gutes Geschäft sein können. Sie bildeten die Basis für weitere Investitionen. Und auch wenn ihm Kritiker unterstellten, er sei Immobilienspekulant mit angeschlossenem Handelsbetrieb, müssen sie einräumen, dass Benko mit einer Reihe guter Manager die Karstadt-Gruppe saniert hat. Er hat das Kaufhaus Tyrol umgebaut, das traditionsreiche KaDeWe in Berlin übernommen und auch in Wien Luxusimmobilien mit Luxusläden entwickelt. Und das Immobilienreich schaut solide aus.

Benko, der verheiratet ist und vier Kinder hat, hat es beim Aufbau seines Unternehmens verstanden, ein prominentes Netzwerk zu knüpfen. In seinem Unternehmensbeirat, in den er sich zurückgezogen hat, hat der Workaholic etwa Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer als Partner. Ex-Lindt&Sprüngli-Chef Ernst Tanner ist Geldgeber. Investoren, die seinem Ruf eher abträglich waren, hat er dagegen wieder ausgezahlt.

Pläne hat Benko genug. Er baut eine Gastro-Schiene aus und steht als Joint-Venture-Partner für den Gastro- und Lebensmittelkonzern "Eataly" parat. Und ein Kaufhaus à la KaDeWe würde er in Wien auch gern noch errichten.

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Artikel Dietmar Mascher 20. Juni 2017 - 00:04 Uhr
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