Archiv | ePaper | Digital
 |  A A A
Dienstag, 11. Dezember 2018, 03:43 Uhr

Linz: 1°C Ort wählen »
 
Dienstag, 11. Dezember 2018, 03:43 Uhr mehr Wetter »
Startseite  > Meinung  > Menschen

Marion Hohenecker: Die Frau, die über Grasser urteilt

Sie ist erst 36 Jahre alt und dennoch eine erfahrene Richterin in Korruptionsprozessen mit prominenten Beteiligten: Marion Hohenecker.

Die Frau, die über Grasser urteilt Von Alexander Zens

Richterin Marion Hohenecker leitet ab heute den Buwog-Prozess mit 15 Angeklagten. Bild: APA/HERBERT NEUBAUER

Die gebürtige Kärntnerin wird nun auch im Buwog-Verfahren über den aus Klagenfurt stammenden Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser (FPÖ/ÖVP) und 14 weitere Angeklagte urteilen. Hohenecker ist für ihre ruhige, besonnene Verhandlungsführung bekannt und gilt als eher streng.

Grassers Anwälte wollten Hohenecker zuletzt als Richterin unbedingt verhindern. Sie sei befangen, ihr Ehemann – Manfred Hohenecker, Richter am Landesgericht Korneuburg – habe sich via Twitter abfällig über Grasser geäußert. Mit einem Ablehnungsantrag blitzten die Anwälte vorige Woche ab. Gestern, Montag, hat dann eine formaljuristische Entscheidung des Obersten Gerichtshofs endgültig den Weg frei gemacht für den Buwog-Prozess mit Hohenecker als Vorsitzende des Schöffensenats. Sie hatte sich auch schon monatelang auf das Verfahren mit seiner 825 Seiten starken Anklage vorbereitet.

Ihre Karriere begann Hohenecker bei der Staatsanwaltschaft Wien im September 2009. Zwei Jahre später wechselte sie ans Wiener Straflandesgericht. Dass sie auch Humor besitzt, zeigte Hohenecker im Fall eines "Einbrecherkönigs". Ehe sie den damals 74-Jährigen für 18 Monate ins Gefängnis schickte, ließ sie sich von diesem noch ein von ihm verfasstes Buch über seinen Lebensweg signieren.

In einem anderen Prozess, bei dem es um mutmaßliche Bestechung des kroatischen Ex-Premiers Ivo Sanader ging, nahm sich Hohenecker kein Blatt vor den Mund und bezeichnete das als einen "Musterfall von Korruption". Im Jänner 2017 sprach ein von ihr geleiteter Schöffensenat den früheren FPÖ- und BZÖ-Politiker Peter Westenthaler wegen Untreue und schweren Betrugs schuldig. Das "dolose Verhalten eines ehemaligen Spitzenkandidaten" sei "kein Kavaliersdelikt" und dürfe "nicht ungesühnt bleiben", erklärte Hohenecker. Westenthaler reagierte erbost.

Kommentare anzeigen »
Artikel Alexander Zens 12. Dezember 2017 - 00:04 Uhr
Mehr Menschen

Nikol Paschinjan: Ihm trauen die Armenier alles zu

Seit Jahren kritisiert Nikol Paschinjan die (politischen) Eliten in Armenien, prangert die Korruption an ...

Annegret Kramp-Karrenbauer: Keine Merkel-Kopie

Von der Generalsekretärin zur Parteichefin – zumindest in diesem Punkt ist Annegret Kramp-Karrenbauer, von ...

George Soros: Orbáns Albtraum

Ein US-Milliardär jüdischer Herkunft, der einen Teil seines sagenhaften Reichtums über Wetten gegen ...

Christine Haberlander: Der nächste Schritt nach oben

Ich höre zu, das kann ich besser": Einen traditionellen Auftritt von neuen oder in höhere Positionen ...

Ralph Hasenhüttl: Trainer-Premiere in England

Im Jahr 1888 wurde die englische "Football League" gegründet.
Meistgelesen   mehr »
Weitere Meldungen
OÖNachrichten auf Facebook OÖNachrichten auf Twitter OÖNachrichten auf Google+ OÖNachrichten RSS