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Mario Mandzukic: Karriere auf dem Fluchtweg

Mario Mandzukic öffnete für Kroatien das Tor zum Finale der Fußball-Weltmeisterschaft.

Bild: APA/AFP/GABRIEL BOUYS

Über das entscheidende Tor von Mario Mandzukic im Halbfinale der Fußball-WM gegen England jubelt man nicht nur in Kroatien, sondern auch bei den Turn- und Sportfreunden Ditzingen. Bei diesem Sportverein in der Nähe von Stuttgart hat Mandzukic nämlich Anfang der 1990er-Jahre das Kicken gelernt. Warum er bei der WM in Russland für Kroatien und nicht für Deutschland stürmte, liegt daran, dass die Aufenthaltsbewilligung der sehr gut integrierten Flüchtlingsfamilie Mandzucic 1996 auslief und der damals zehn Jahre alte Mario mit den Eltern und seiner um vier Jahre älteren Schwester Ivana zurück in ihren Heimatort Slawonski Brod reisen musste.

In der jungen Republik Kroatien reifte Mandzukic zu einem Fußball-Profi mit glänzenden Perspektiven. Mit Dinamo Zagreb holte er seinen ersten Meistertitel, 2010 kam er als Neuzugang beim Bundesligisten Wolfsburg nach Deutschland zurück. Zwei Jahre später wechselte er zum FC Bayern München, wo Mandzukic gleich in seiner ersten Saison das "Triple" – Champions League, Titel, Cupsieg – holte.

Sein weiterer Karriereverlauf gleicht einem Fluchtweg. Als die Bayern Polens Torjäger Robert Lewandowski holten und er auf das Abstellgleis geriet, wechselte er zu Atletico Madrid. Dort holte man dann Fernando Torres zurück – wieder musste Mandzukic ausweichen. Seit Sommer 2015 stürmt er für Juventus Turin. Dass der italienische Meister diese Woche Cristiano Ronaldo verpflichtete, passt in diese Serie. Mandzukic ist so ziemlich das Gegenteil seines neuen Teamkollegen. Der 32-jährige Kroate bezeichnet sich selbst als "Langeweiler", sein Privatleben ist für die Medien ein Strafraum, seine Freundin Ivana praktisch unsichtbar. Auch auf dem Spielfeld ist Mandzukic eher als U-Boot unterwegs. Er sucht nicht den Ballbesitz, sondern den freien Raum, um plötzlich torgefährlich aufzutauchen, wie am Mittwoch bei seinem Treffer zum 2:1 gegen England in der 109. Minute.

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Artikel Christoph Zöpfl 13. Juli 2018 - 00:04 Uhr
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