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Lukas Weißhaidinger: Ein Leben im Schleudergang

Der Innviertler Lukas Weißhaidinger gewann bei der EM in Berlin Bronze im Diskuswerfen.

Ein Leben im Schleudergang Von Reinhold Pühringer

Lukas Weißhaidinger Bild: APA/dpa/Michael Kappeler

Als Lukas Weißhaidinger am Mittwoch in Berlin den zwei Kilogramm schweren Diskus auf 65,14 Meter schleuderte und mit Bronze Österreichs erste EM-Medaille in dieser Disziplin holte, hat seine Mutter Maria wahrscheinlich gar nicht hingesehen. "Die ist immer so nervös, wenn ich werfe, dass sie dann auf die Toilette geht", sagte der 26-jährige Sohn schmunzelnd. Seine Karriere, welche nun ihren bisherigen Höhepunkt erlebte, nahm vor rund zwölf Jahren in seiner Heimatgemeinde Taufkirchen an der Pram ihren Lauf, als Bruder Franz den "Luki", wie ihn alle nennen, zu dessen erstem Wurftraining mitgenommen hat – oder besser gesagt: überreden musste. Denn laut eigenen Aussagen habe ihn das Diskuswerfen und Kugelstoßen zunächst ja gar nicht "gezaht". Zumal sich seine spätere Liebe anfangs als recht widerspenstig erwies. So pfefferte er die Scheibe bei seinem allerersten Wurf in die völlig falsche Richtung. "Ich hatte Glück, dass da ein Sicherheitsnetz war, weil dahinter das Auto vom Sepp gestanden hat."

Der "Sepp" heißt mit vollem Namen Josef Schopf, ist Leichtathletik-Trainer und war vom Talent des Sohns eines Maschinenbauers sofort überzeugt. "Sepp ist eine Vaterfigur für mich", sagt Weißhaidinger über Schopf, der mit ihm fortan durch dick und dünn ging. Als sein Schützling etwa aus allen Fördertöpfen gefallen war, zimmerten sich die beiden auf dem Hof von Bruder Franz in Eigenregie eine kleine Wurfhütte samt Kraftkammer zusammen. Eine 50.000 Euro teure Investition, die Weißhaidinger nicht nur zu Olympia in Rio hievte, sondern ihm dort zum überraschenden sechsten Platz verhalf. Auf der Suche nach neuen Reizen übersiedelte Weißhaidiner danach samt Freundin Hanna nach Wien und trainiert seit zwei Jahren unter Gregor Högler, einem ehemaligen Speerwerfer. Stets mit dabei ist nach wie vor der "Sepp", der bei der Bronzenen am Mittwoch im Stadion viele Tränen vergoss. Weißhaidinger: "Er weiß, wie kein anderer, wie lang der Weg bis hierher war."

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Artikel Reinhold Pühringer 10. August 2018 - 00:04 Uhr
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